Insgesamt 35 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis sind 60 Jahre oder älter
Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) steuert die Niederlassung von Hausärztinnen und Hausärzten anhand der Bedarfsplanung. Dabei ist der Landkreis in drei Mittelbereiche unterteilt. Die Versorgungsgrade betragen im Mittelbereich Ludwigsburg/Kornwestheim 108,1 Prozent, im Mittelbereich Vaihingen 86,9 Prozent und in Bietigheim/Besigheim 90,3 Prozent. Die Altersstruktur der Praktizierenden zeigt, dass 35 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis Ludwigsburg 60 Jahre oder älter sind. In einigen Mittelbereichen droht also eine Unterversorgung mit Hausärztinnen und Hausärzten, vor allem bedingt durch die Altersstruktur und potenzielle Probleme bei der Nachbesetzung, da es insbesondere bei den 28- bis 39-Jährigen wenig Nachwuchs gibt.
Auch bei den Fachärztinnen und Fachärzten ist die KVBW für die Bedarfsplanung zuständig. Hier liegt der Großteil der Versorgungsgrade über 110 Prozent. Dadurch ist die Niederlassung weiterer Fachärztinnen und -ärzte ausgeschlossen. Der Trend der vergangenen Jahre zeigt einen leichten Rückgang der Einwohner je Facharzt, was einen Anstieg der Facharztdichte bedeutet, die nur geringfügig vom baden-württembergischen Durchschnitt abweicht.
Trotz aktuell guter Daten gibt es Herausforderungen
Diese Daten erwecken den Eindruck, dass die medizinische Versorgung im Kreis gut ist, aber es gibt dennoch Herausforderungen. „Viele Bürgerinnen und Bürger sind mit Problemen bei der Suche nach einem Haus- oder Facharzt konfrontiert. Im Gesundheitsdezernat erreichen uns regelmäßig Anfragen von verzweifelten Bürgerinnen und Bürgern, die beispielsweise keinen Kinderarzt finden können. Dies zeigt, dass die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg hinterfragt und an die veränderten Verhältnisse angepasst werden muss“, so Landrat Dietmar Allgaier.
Die Daten verdeutlichen die komplexe Situation der Ärzteversorgung im Landkreis Ludwigsburg: Während einige Mittelbereiche gut versorgt sind, droht anderen eine Unterversorgung. Die demografische Entwicklung und die Altersstruktur der Praktizierenden stellen dabei langfristige Herausforderungen dar. Der Gesundheitsbericht zeigt auch, dass alle relevanten Akteurinnen und Akteure gemeinsam daran arbeiten müssen, die Ärzteversorgung auch für die Zukunft sicherzustellen.
