Aus welchen Energiequellen wird sich die Wirtschaft im Landkreis Ludwigsburg zukünftig speisen? Welche Rolle werden Wind- und Sonnenenergie spielen, wie wichtig werden neue Quellen wie etwa die Wasserstoff-Technologie bei der Energiewende? Das sind nur einige der zentralen Fragen, die beim Forum „Wirtschaft im Gespräch“ in der Alten Kelter Bietigheim diskutiert wurden. Eingeladen hatten der Landkreis Ludwigsburg und die Partner Kreissparkasse Ludwigsburg und Wüstenrot Bausparkasse. So bemängelte etwa Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender der Energie Baden-Württemberg (EnBW), dass die Genehmigungsverfahren für Windräder noch immer sehr viel Zeit in Anspruch nähmen. René Große-Vehne, Inhaber und Geschäftsführer des Kornwestheimer Speditionsunternehmens Große-Vehne, forderte: „Wasserstoff für den Lkw-Verkehr wird und muss kommen.“ Allerdings wünscht er sich eine Politik der kleineren Schritte, um Unternehmen die notwendige Zeit für die Umstellung zu geben. Dr. Thomas Pauer, Vorstand des Bosch-Geschäftsbereichs Powertrain Solutions, machte deutlich, dass die Energiewende „nicht billig wird, aber es bleibt uns keine Wahl“. Neben den Herausforderungen hat Bosch aber auch die Chancen im Blick und entwickelt neue Technologien für die zukünftige Energieversorgung. Und Thomas Fritz, Geschäftsführender Gesellschafter der Ensinger Mineral-Heilquellen in Vaihingen/Enz, rief zu mehr öffentlichem und privatem Engagement für den Klimaschutz auf und sah am Beispiel der Proteste gegen neue Windräder einen Grundkonflikt zwischen Einzelinteressen und den Interessen der Allgemeinheit. Als Fazit bleibt, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer im Landkreis die Energiewende aktiv anpacken – und laut einer Umfrage unter den Anwesenden auch etwas mehr als die Hälfte die Energiewende als Chance sieht.
Landrat Dietmar Allgaier zeigte auf, dass der Landkreis selbst in Sachen Energiewende mit gutem Beispiel vorangehen wolle. So habe man sich im Landratsamt das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu arbeiten. Die enge Verzahnung von Politik und Verwaltung sei ihm ein wichtiges Anliegen, um beispielsweise unnötige bürokratische Hürden abzubauen. Neben diesen inhaltlichen Ansätzen stand bei der Veranstaltung, die von Oliver Reichert, Wirtschaftsförderer des Landkreises Ludwigsburg, organisiert wurde, vor allem das Kennenlernen, der Austausch und der Ausbau von persönlichen Netzwerken im Mittelpunkt. Landrat Dietmar Allgaier machte deutlich: „Wirtschaft im Gespräch“ soll keine Episode sein, sondern aus der gelungen Auftaktveranstaltung soll eine Veranstaltungsreihe werden. „Die Themen“, ist sich der Landrat sicher, „werden uns nicht ausgehen.“
