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Begehbarer Darm sensibilisiert für Vorsorge

Interessiert und erstaunt liefen insgesamt ca. 1.200 Bürgerinnen und Bürger durch ein acht Meter langes begehbares Dickdarmmodell im Foyer des Landratsamts beim „Land-kreisfeschd“ am 24. und 25. Juni. Hierbei erfuhren sie viel über dieses wichtige Organ. Gesundheitsdezernentin Dr. Karlin Stark freute sich über die rege Beteiligung an den Führungen ihrer Ärzte und Ärztinnen.

Fünf Personen stehen in einem Außenbereich und halten kreative Plakate mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen“. Eine Person trägt ein farbenfrohes, orangefarbenes Kleid, während die anderen in entspannten Outfits abgebildet sind. Sie lächeln freundlich in die Kamera.

Über 120 Interessierte testeten ihr erlerntes Wissen an einem „Darm-Quiz“. Stark und Dr. Uschi Traub, Leiterin der Gesundheitsförderung, überreichten jetzt im Kreishaus Ludwigsburg den Hauptgewinnern, Michael Fischer aus Ludwigsburg und Helga Felger aus Bietigheim-Bissingen, ihre Preise. Für Fischer ist gesundheitliche Vorsorge wichtig – „bei mir sind rechtzeitig Herzprobleme, eine Hautläsion und ein Knoten in der Lunge behoben worden. Bei einem Freund führte eine Darmspiegelung zu einer Darmkrebs-Entfernung, bevor es gestreut hat.“ Helga Felger möchte allen die Angst vor der Darmspiegelung nehmen. „Mein Mann und ich gehen regelmäßig zu den Untersuchungen, die Ärzte und ihr Personal gehen sehr liebevoll mit uns um. Regelmäßige Vorsorge ist uns sehr wichtig.“ Im Laufe des Lebens wird bei einer von 19 Frauen und einem von 15 Männern die Diagnose Darmkrebs gestellt. Insgesamt erhalten etwa 60.000 Menschen in Deutschland pro Jahr die Diagnose Darmkrebs. Darmkrebs fordert pro Jahr fast zehn Mal so viele Todesopfer wie der Straßenverkehr und hundert Mal so viele wie HIV/Aids in Deutschland (Stand 2021). Zudem ist Darmkrebs die zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen, gleich hinter Brustkrebs, und die dritthäufigste bei Männern hinter Prostata- und Lungenkrebs (Stand 2018). Hauptsächlich sind Dickdarm und Rektum betroffen.

Bis zur Einführung der organisierten Darmkrebsvorsorge 2019 nahmen nur etwa 35 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen zwischen 55 und 64 Jahren an der Darmkrebsvorsorge teil. Diese Teilnahme sollte unbedingt verbessert werden, da bei rechtzeitiger Vorsorge 90 Prozent dieser Erkrankungen vermieden werden können. Bei früher Diagnose liegen die Heilungschancen bei nahezu 100 Prozent. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Versicherten ein Darmkrebs-Screening an. Es stehen zwei unterschiedliche Untersuchungen zur Auswahl. Zum einen der immunologische Test auf verborgenes Blut im Stuhl und zum anderen die Darmspiegelung. Bei Männern wird eine Darmspiegelung schon ab 50 Jahren angeboten, bei Frauen ab 55 Jahren. Ansonsten ist von 50 bis 55 Jahren jährlich ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl möglich. Wird bei der Darmspiegelung nichts festgestellt, wird die nächste nach zehn Jahren empfohlen. Ab 55 Jahren ist alle zwei Jahre ein Test auf Blut im Stuhl möglich, wenn das Angebot der Darmspiegelung nicht angenommen werden möchte. Wer den Stuhltest wählt, sollte wissen, dass 30 Prozent der Krebserkrankungen und viele Adenome durch den Test nicht erkannt werden und dass das Testergebnis oft auffällig ist, obwohl kein Darmkrebs oder Adenom vorliegen.