Bei der Aktion steht besonders die Sanierung älterer Obstbäume im Fokus, um deren Vitalität und Lebensdauer zu erhöhen. Besonders den älteren und schlecht gepflegten Streuobstbeständen setzt der Klimawandel deutlich zu. Die Bäume leiden enorm unter der schlechten Wasserversorgung, hervorgerufen durch Hitze und Trockenheit, besonders wenn sie auf flachgründigen Böden stehen. Schwächeerreger wie der Schwarze Rindenbrand (Diplodia) und Halbschmarotzer wie Misteln haben hier ein leichtes Spiel und verbreiten sich schnell innerhalb der Bestände. Werden die befallenen Ast- und Stammpartien nicht rasch und gründlich entfernt, führt der Befall unweigerlich zum Absterben der Bäume. Die Beseitigung dieser Schaderreger ist ein unabdingbarer Bestandteil des fachgerechten Obstbaumschnittes. Während die Misteln vor allem im Winter durch ihren kugelförmigen Wuchs in den Baumkronen sehr einfach erkannt werden, ist beim schwarzen Rindenbrand ein genaueres Betrachten notwendig. Auch im Landkreis Ludwigsburg ist beides auf vielen Flächen zu beobachten.
Die Obst- und Gartenbauberater des Landkreises Ludwigsburg nahmen dieses Jahr erstmalig an zwei Samstagen im März an den Streuobstpflegetagen teil. Gemeinsam mit den Teilnehmenden des aktuellen Fachwartkurses wurden in Möglingen 16 Bäume und in Ditzingen 15 alte Streuobstbäume auf städtischen Flächen geschnitten. Die zwei zusätzlichen Termine boten den Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Fertigkeiten und Kenntnisse im Obstbaumschnitt zu vertiefen, getreu dem Motto: „Übung macht den Meister“. Bei bestem Schnittwetter und voller Tatendrang sorgten die Kursteilnehmer mit passenden Eingriffen für eine lichte Krone und einen stabilen Kronenaufbau und schufen damit die Voraussetzungen für ein langes und gesundes Obstbaumleben.
