Sprungziele

Kinder- und Jugendhilfetag

Für Kinder & Jugendliche

Im Landratsamt Ludwigsburg findet jährlich der Kinder- und Jugendhilfetag statt.

Der Kinder- und Jugendhilfetag leistet einen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung der kommunalen Jugendhilfe. Er ist offen für alle Fachkräfte aus den verschiedenen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Neben fachlichen Inputs zu aktuellen Entwicklungen, konzeptionellen und methodischen Arbeitsansätzen, bietet der Kinder- und Jugendhilfetag ein Forum für kollegialen Austausch.

24. Kinder- und Jugendhilfetag 2019

22. November 2019 im Landratsamt Ludwigsburg

– Konferenzzone

Titel: Mitten drin und außen vor – Chancengleichheit und soziale Teilhabe

Anmeldung an (Details siehe Flyer):

Fachbereich 40

Hindenburgstr. 40

Tel.: 07141 / 144 42516

Fax: 07141 / 144 59402

E-Mail: jugendhilfe.soziale-dienste@landkreis-ludwigsburg.de

Anmeldeschluss: 11.11.2019

10.00 Uhr       Eröffnung

10.15 Uhr       Vortrag und Plenums-Diskussion

Kindheit-Jugend-junges Erwachsenenalter: (Langzeit-) Folgen von Armut im Lebensverlauf

Dr. Irina Volf, Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Frankfurt a.M.

Die AWO-ISS-Langzeitstudie ist eine Studie, die seit 1997 von der Arbeiterwohlfahrt finanziert und vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. umgesetzt wird. In der fünften Studienphase (2017-2020) und somit der dritten Wiederholungsbefragung werden Biographien der Personen erforscht, die 1999 noch als sechsjährige Kinder bundesweit in 60 AWO Kindertagesstätten betreut wurden und heute als 25-jährige junge Menschen den Übergang in das Erwachsenenleben hinter sich haben. Wie leben die (armen) jungen Erwachsenen heute? Wie haben sich die Lebensverläufe der Studienteilnehmenden gestaltet, die in armen Verhältnissen aufgewachsen sind im Vergleich zu denen, die von Armut nicht oder nur punktuell betroffen waren? Die Studienergebnisse ermöglichen nun einen tieferen Einblick in die Lebensverläufe der jungen Menschen und geben konkrete Hinweise auf diese und viele andere Fragen.

12.00 Uhr       Mittagessen und Pause

12.30 Uhr       Infostände im Foyer

13.30 Uhr       Workshoprunde 1

WS 1:Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Sandra Hörner, ISTA – internationale Akademie Berlin für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie

Vielfalt in Kitas positiv erlebbar zu machen, ist eine Herausforderung, die bei jeder einzelnen Person beginnt. Es geht darum Anerkennung und Entfaltungsmöglichkeiten für alle zu ermöglichen - unabhängig von deren Herkunft, Geschlecht, Sprache, Hautfarbe, Religion, Behinderung  oder Lebensweise. Diesen „Raum der Vielfalt“ zu gestalten, erfordert die Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen und Handlungsweisen, um Ausgrenzung und Benachteiligung in der Einrichtung zu verhindern.

Dazu bildet die Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung als Praxiskonzept die Grundlage. Der pädagogische Ansatz unterstützt Fachkräfte Vielfalt zu respektieren und sich gegen Ausgrenzung zu positionieren.

Im Workshop werden wir diese Fragen aufgreifen. Ein Impuls mit Praxisbeispielen und vielfältige Materialien geben Anregungen und laden zum Austausch ein.

Sandra Hörner ist Erzieherin, Kindheitspädagogin, Fachberaterin und freiberufliche Referentin. Sie ist freie Mitarbeiterin der Fachstelle KINDERWELTEN für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung im Institut für den Situationsansatz an der Internationalen Akademie Berlin gGmbH.

WS 2: Egal „wie“ und „woher“ – Bildung ist nicht schwer

Heike Fink, Evangelische Hochschule Ludwigsburg

Entscheidend für Chancen- und Bildungsgleichheit ist, dass die pädagogischen Fachkräfte für jedes Kind mit einem ressourcenorientierten Blick erkennen, was dessen Bildungsinteressen sind und diese entsprechend in ihren Bildungs- und Entwicklungsprozessen unterstützen und begleiten.

Nicht der Blick auf mögliche Defizite, Probleme, Benachteiligungen und Hemmnisse bezüglich sozialer und ethnischer Herkunft ist entscheidend, sondern ein Perspektivwechsel:

„Wie kann ich als Erzieher*in die Verwirklichungschancen aller Kinder verbessern? Was ist mein Auftrag? Wie kann ich in der Kita Chancengleichheit fördern?“

WS 3: Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket

Stefan Weber und Axel Kleineberg, jobcenter Landkreis Ludwigsburg

Wir vom Jobcenter Landkreis Ludwigsburg möchten Sie über das Starke-Familien-Gesetz, mit dem Schwerpunkt auf Leistungen zu Bildung- und Teilhabe, informieren.

Das besondere Augenmerk wird auf den aktuellen gesetzlichen Änderungen und deren Umsetzung liegen, auf den Chancen, die sich für die jungen Menschen ergeben, und wie sie diese ergreifen können.

Bei einem anschließenden Gespräch werden wir gerne Ihre Fragen beantworten und Anregungen diskutieren.

WS 4: Armut – wie man es dreht und wendet, immer ein mehrdimensionales Geschehen

Ellen Eichhorn-Wentz, Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz

Egal von welcher Seite man das Thema Armut beleuchtet – seien es die Gründe oder die Auswirkungen - immer müssen verschiedene Dimensionen betrachtet werden. In der Folge müssen auch die Handlungsansätze diese unterschiedlichen Dimensionen berücksichtigen und verbinden. Trotz jahrzehntelanger Bemühungen und ausgetüftelter Konzepte, die Zahl der Armen wird nicht weniger und Armut verfestigt sich. Das Thema ist komplex und schient nachhaltig manifest.

Neben dem Blick auf die oben genannten Dimensionen wird im Workshop auch der franz. Soziologe und Sozialphilosoph P. Bourdieu eine Rolle spielen und vielleicht eine ganz neue/andere Sichtweise ermöglichen und interessante sowie überraschende Denkanstöße bieten.

WS 5: ICF - Ein Instrument zur Teilhabeplanung

Dr. Michael Buob, Sozialpädiatrisches Zentrum Ludwigsburg

Die von der WHO herausgebrachte ICF-CY (International Classification of Functioning, Disability and Health - children and youth) berücksichtigt die Besonderheiten in Entwicklung befindlicher Funktionen und die besonderen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen.

Die komplexe Klassifikation, die eine gemeinsame Sprache und einen Rahmen für die

Planung von Förderung und Therapie sowie die Formulierung von Förder- und

Behandlungszielen bereitstellt wird vorgestellt. Für die Diagnostik und Entwicklung von Förderzielen ist sie zwischenzeitlich ein wesentlicher Bestandteil.

WS 6: Gendergerechtigkeit

Bastienne Pletat, Frauenberatungs- und Therapiezentrum Fetz, Stuttgart

Weitere Informationen zu diesem Workshop folgen in Kürze!

WS 7: Wir sind auch noch da! – Aufwachsen in einer psychisch belasteten Familie

Dorothee Kocher, Projekt AUSBLICK, Hochdorf – ev. Jugendhilfe im Kreis Ludwigsburg

Brigitte Funk und Claudia Gurr, Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt, DRK Kreisverband Ludwigsburg

Psychisch belastete und erkrankte Eltern (-teile) können meist ihre Erziehungs- und Betreuungsaufgabe für ihre Kinder nicht mehr ausreichend wahrnehmen. Die Kinder und Jugendlichen bleiben mit ihren Bedürfnissen oftmals auf der Strecke. Teilhabe und Chancengleichheit sind eingeschränkt, SIE brauchen auch Hilfe und Unterstützung.

Das Projekt AUSBLICK und das Angebot KiM bieten diese Hilfe und Unterstützung an. Sie stellen ergänzende Angebote im Landkreis Ludwigsburg dar, welche sich um Kinder und Jugendliche in seelisch belasteten Familien kümmern. Diese werden in diesem Workshop vorgestellt.

Im Gegensatz zur meist ausreichenden medizinischen und therapeutischen Versorgung der psychisch erkrankten Erwachsenen, gibt es bislang noch wenig Unterstützungsangebote für deren Kinder. Durch das Projekt AUSBLICK sollen Zugangswege erschlossen, betroffene Kinder mit ihren spezifischen Erfahrungen vermehrt in den Blick genommen und in ihrer positiven Entwicklung unterstützt werden.

Das Angebot „KiM- Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt“

will erreichen, dass Jugendliche, die eine seelische Belastung aufweisen, durch eine bedarfs- und altersgerechte Unterstützung die Chance bekommen, gesund aufwachsen zu können.

15.00 Uhr       Pause

15.30 Uhr       Workshoprunde 2

WS 8:Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Sandra Hörner, ISTA – internationale Akademie Berlin für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie

Beschreibung siehe Workshop 1.

WS 9: Egal „wie“ und „woher“ – Bildung ist nicht schwer

Heike Fink, Evangelische Hochschule Ludwigsburg

Beschreibung siehe Workshop 2.

WS 10: Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket

Stefan Weber und Axel Kleineberg, jobcenter Landkreis Ludwigsburg

Beschreibung siehe Workshop 3.

WS 11: Jugendbeteiligung in der Demokratieförderung: Teilhabechancen früh gestalten

Melanie Schmitt, Demokratiezentrum Baden-Württemberg

„Meine Eltern haben gesagt, ich soll mich von Politik fernhalten“ - solche und andere Bemerkungen bekommt mitunter die Person zuhören, die Jugendliche zu politischen Themen aktivieren möchte. Sicher spielt dabei eine Rolle, wie politikverdrossen das soziale Umfeld der Heranwachsenden ist. Umso wichtiger scheint es, alle jungen Menschen für Beteiligungsangebote zu gewinnen. Um schon früh das „Die-da-oben, wir-da-unten- Schema“ aufzubrechen. Der Workshop dient dazu, nach einem kurzen fachlichen Input, Antworten zu sammeln, wie junge Menschen aus sozial- und bildungs- benachteiligten Familien ermutigt werden können, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen. Den Ausgangpunkt für die Ideensammlung bildet die Vorstellung eines Schulprojekts aus dem Mannheimer Stadtteil Schönau, sowie ihre eigenen Erfahrungen.

WS 12: Das Beteiligungsprojekt für junge Menschen mit und ohne Behinderung

Barbara Finkbeiner, Inklusion MiMaMo, Stadtjugendring Esslingen

Weitere Informationen zu diesem Workshop folgen in Kürze!

WS 13: Sucht in der Familie – selbe Chancen für „vergessene Kinder“ ?!

Jannika Binder, KisEl – Angebote für Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern, Kreisdiakonieverband Ludwigsburg

Nahezu drei Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland mit mindestens einem suchtkranken Elternteil zusammen. Sucht in der Familie ist nach wie vor ein großes Tabu-Thema und die Kinder lernen früh, dieses Geheimnis zu wahren.

Kinder aus suchtbelasteten Familien gelten als Hochrisikogruppe für die Entwicklung einer eigenen Sucht- oder psychischen Erkrankung in ihrem weiteren Leben und haben meist mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen. Das da die Chancen auf ein sorgenfreies Leben geringer sind, ist leider sehr schnell nachvollziehbar.

Ist es aber dennoch möglich, diese ‚vergessenen Kinder‘ so zu unterstützen, dass sie dieselben Voraussetzungen haben, wie Kinder aus ‚nicht-süchtigen‘ Familien? Was tut KisEl und was können Fachkräfte tun, um diese Kinder zu stärken?