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Vorstellung des Meilensteinplans für das Projekt „Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg“ - Experten: Der Zeitplan ist ehrgeizig, aber realistisch

Die gute Nachricht zuerst: Für grundlegend plausibel halten die Experten der Albtal-Verkehrsgesellschaft mbH (AVG) den Meilensteinplan für das Projekt „Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg“. Dieser ist am Donnerstagvormittag (15.07.21) bei einem Pressegespräch im Kreishaus Ludwigsburg vorgestellt worden. Er benennt die notwendigen Schritte zur Realisierung des Stadtbahnprojekts und gibt wichtige Hinweise zum Zeitplan. „Der Meilensteinplan und seine öffentliche Vorstellung haben das Ziel, eine ambitionierte, aber auch realistische Einschätzung und Grundlage für das Projekt zu geben“, sagte Landrat Dietmar Allgaier, zugleich Vorsitzender des Zweckverbands Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg. Deshalb habe man die AVG, Experten für die Reaktivierung von Strecken und für die Errichtung von Stadtbahnsystemen, mit der Evaluation des Meilensteinplans beauftragt.

Unmittelbar vor dem Pressegespräch unterzeichneten Frank von Meißner, der neue Geschäftsführer des Zweckverbands Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg (links), und Landrat Dietmar Allgaier, zugleich Vorsitzender des Zweckverbands Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg, von Meißners Arbeitsvertrag.

Wie Prokurist Christian Höglmeier und Projektleiter Florian Czerny, beide von der AVG, ausführten, sei der Meilensteinplan grundlegend plausibel. Der Vorlaufbetrieb der Strecke Markgröningen – Ludwigsburg („Markgröninger Bahn“) könne bereits zum Fahrplanwechsel 2028 stattfinden, die Inbetriebnahme des gesamten Stadtbahnnetzes zum kleinen Fahrplanwechsel 2032. Höglmeier und Czerny betonten, dass eine frühzeitige Entscheidung zur Elektrifizierung des Vorlaufbetriebs und des gesamten Netzes erforderlich sei. Der Zeitplan sei ehrgeizig, aber aus Sicht der AVG realistisch, so das Fazit der Experten.

Zuvor hatte Allgaier darauf hingewiesen, dass das Ludwigsburger Stadtbahnsystem auf einer Reaktivierung der Markgröninger Bahn sowie der Realisierung der Innenstadtäste nach Ludwigsburg-Schlösslesfeld und Ludwigsburg-Oßweil gemäß des sogenannten Mitfalls 1 basiert. Es gelte die aktuelle Beschlusslage des gültigen Verständigungspapiers der Projektpartner-Kommunen und des Landesverkehrsministeriums. „Die AVG hat unseren Meilensteinplan plausibilisiert und uns im Rahmen ihrer Erfahrung aus anderen Projekten wichtige Hinweise zur Umsetzung gegeben“, stellte Allgaier fest und betonte: „Dies ist eine gute Grundlage für die anstehenden Arbeiten des Zweckverbands Stadtbahn im Landkreis Ludwigsburg und des neuen Geschäftsführers Herr von Meißner“.

Frank von Meißner sagte: „Mit dem Meilensteinplan haben wir eine gute Grundlage geschaffen. Nun ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen, damit der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann.“ Für das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur stellte Referatsleiter Michael Öhmann fest: „Es freut uns sehr, dass der Landkreis Ludwigsburg die Reaktivierung der Stecke Ludwigsburg – Markgröningen und das gesamte Stadtbahnprojekt so engagiert vorantreibt. Das ist ein wichtiger Beitrag für die klimafreundliche Verkehrswende und zur Stärkung des ÖPNV. Das Land unterstützt das Projekt daher mit Nachdruck und wir wünschen viel Erfolg auf dem weiteren Weg.“

Der Landrat und Zweckverbandsvorsitzende ging mit Bezug zum Zeitplan auch auf laufende Vorgänge rund um das Projekt ein. Er berichtete, dass die Verhandlungen mit Vertretern der Bahn über die Verpachtung der Markgröninger Bahn laufen. Vergeben sei der Auftrag zur Begleitung der Ausschreibung der Planungsleistungen. Für die neue Standardisierte Bewertung werde die Anpassung an die neue Verfahrensbeschreibung vorbereitet. „Dies halte ich für einen wichtigen nächsten Schritt. Von großer Bedeutung ist dabei, dass wir pragmatische Lösungen finden, um mit einzelnen Teilen rasch beginnen zu können.“ Nach Bekanntgabe der neuen Standardisierten Bewertung werde ein Abstimmungstermin mit dem Land beim Bundesfördergeber stattfinden.