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Sonne maßvoll genießen und gesund bleiben

Gesundheitsdezernent Dr. Thomas Schönauer und Mitarbeiterinnen der Gesundheitsförderung, Carola Benkert und Dr. Uschi Traub, haben Landrat Dietmar Allgaier den kürzlich veröffentlichten Gesundheitsbericht „Hautkrebs ernst nehmen“ übergeben.

Der Bericht entstand unter anderem in Kooperation mit Prof. Dr. Peter von den Driesch, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Dermatologie, Phlebologie und Allergologie im Klinikum Stuttgart, Dr. Christian Fleischer und weiteren niedergelassenen Hautärzten im Landkreis Ludwigsburg, der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg.

Durch die Corona-Krise mussten wir uns lange in den Wohnungen aufhalten. Jetzt sind die Beschränkungen gelockert und das Wetter lockt uns ins Freie: endlich wieder draußen aktiv sein und die Sonne genießen. Doch auch der Genuss der Sonnenstrahlen hat seine Tücken. Eine Folge kann Hautkrebs sein. Das Gesundheitsdezernat des Landratsamtes hat in seinem ersten Gesundheitsbericht Daten zum Thema Hautkrebs zusammengestellt, um festzustellen, wie Hautkrebs bei uns im Landkreis verbreitet ist, und wie gezielt Präventionsmaßnahmen initiiert werden sollen. „Intensive gemeinsame Anstrengungen der Kommunen, der Krankenkassen, von Ärzten sowie aller anderen Beteiligten sind notwendig, damit aus diesen Daten auch Taten zum Wohle der Menschen in unserem Landkreis folgen“, so Landrat Dietmar Allgaier.

Der Landkreis Ludwigsburg lag laut Gesundheitsatlas Baden-Württemberg 2017 mit 313,9 Krankenhaus-Fällen je 100.000 Einwohner infolge von Krankheiten der Haut und der Unterhaut im oberen Fünftel in Baden-Württemberg. Wie im gesamten Land steigen auch im Landkreis Ludwigsburg die Erkrankungszahlen an „schwarzem“ und „hellem“ Hautkrebs. Dies sind Hautkrebsarten, die durch die ultravioletten Anteile der Sonnenstrahlen hervorgerufen werden können. Im Jahr 2016 erkrankten im Landkreis über 130 Personen an Melanom, im Vorjahr starben 17 Personen daran. Rechtzeitig erkannt ist der Krankheitsverlauf meist nicht mehr tödlich, aber oft sind Operationen, Therapien und eine langjährige Tumornachsorge notwendig. 

Laut Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung zwischen dem 4. Quartal 2017 bis zum 3. Quartal 2018 hatten 8.230 Männer und 11.984 Frauen ab 35 Jahren an einem Hautkrebs-Screening im Landkreis teilgenommen. An der Vorsorgeuntersuchung nehmen mehr Personen ab 35 Jahren teil und die Untersuchung wird häufiger von Frauen in Anspruch genommen. Bei 3.301 Männern und 2.803 Frauen ab 60 Jahren haben Ärzte (Haut-)Läsionen operativ entfernt. Hier überwiegt der Anteil der Männer, während in der Alterskategorie 5 bis 60 Jahre fast doppelt so viele Frauen betroffen sind.

Allein die sechs an der Befragung teilnehmenden Hautarzt-Praxen gaben 643 Patienten mit Verdacht auf Melanom und 5.593 mit Verdacht auf „hellen Hautkrebs“ für das Jahr 2018 an. Bei etwa 29 Prozent ihrer behandelten Patienten haben sie Hautkrebs-Screenings durchgeführt. Dabei haben 50 Prozent mehr Frauen als Männer diese empfohlene Vorsorge in Anspruch genommen.

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 290.600 Menschen neu an Hautkrebs, davon etwa 36.400 Menschen am gefährlicherem „schwarzen Hautkrebs“ (malignes Melanom). Das Erkrankungsalter für das maligne Melanom liegt bei Männern im Schnitt bei 67 Jahren, bei Frauen bei 59 Jahren. Allerdings erkranken sogar Kinder und Jugendliche an Hautkrebs.

Der angepasste Umgang mit Sonnenstrahlen und regelmäßige Untersuchungen der Haut auf verdächtige Änderungen können vor einer tödlichen Erkrankung oder diesem Leidensweg schützen. Dabei sollte das Augenmerk sowohl auf das Freizeitverhalten als auch auf den Schutz beim Arbeiten im Freien gerichtet sein. Im Jahr 2016 wurden bundesweit 3.887 Fälle von bestimmten Formen von „hellem“ Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom oder multiple aktinische Keratosen) als Berufskrankheit anerkannt. Allein in Baden-Württemberg waren es 396 Fälle.

Tipps zur Prävention:

•             Intensive Sonne meiden

•             Auf UV-Index achten. Dieser gibt tagesaktuell die Intensität der UV-Strahlung an: www.bfs.de/uv-prognose 

•             Mittagszeit drinnen oder im Schatten verbringen

•             Haut mit Kleidung bedecken, Kopfbedeckung tragen

•             Augen mit Sonnenbrille schützen. Auf DIN EN ISO 12312-1 und UV-400 Kennzeichnung achten

•             Sonnencreme für unbekleidete Hautstellen verwenden. Lichtschutzfaktor 30 (hoch), UVA- und UVB-Schutz

•             Technische Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise Sonnensegel, Pergolas und schattenspendende Begrünung

•             Organisatorische Schutzmaßnahmen:

o             Bereitstellung von UV-Schutzbekleidung für im Freien Beschäftigte.

o             Verlegung von Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden. Anpassen von Arbeitszeiten, Pausenregelungen und Stundenplänen an die UV-Intensität

o             Beachtung des UV-Index bei der Planung von Aktivitäten im Freien