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Klimawandel im Wald - Herausforderung für die Arbeitssicherheit

„Waldarbeit war immer schon eine gefährliche Tätigkeit. Diese Problematik verschärft sich durch den Klimawandel noch einmal deutlich. Daher gilt bei jeder Maßnahme im Wald: Arbeitssicherheit hat oberste Priorität“, erklärte Dr. Michael Nill vergangene Woche zur Eröffnung des Arbeitssicherheitstages, der vom Fachbereich Wald im Landratsamt Ludwigsburg organisiert wurde. Teilnehmer waren die Forstwirtspartien der waldbesitzenden Kommunen sowie lokal ansässige Forstunternehmer.

Jedes Jahr findet vor Beginn der Holzerntesaison im Wald der Arbeitssicherheitstag des Fachbereichs Wald statt, zu dem die kommunalen Waldarbeiter sowie lokale Forstunternehmer eingeladen sind. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen gab es in diesem Jahr einen Parcours über fünf Stationen, der in Kleingruppen von maximal zehn Teilnehmern abgelaufen wurde. Im Einklang mit den geltenden Regelungen konnte somit ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt werden. Ein besonderes Highlight im Programm wurde durch die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) aus Kornwestheim ermöglicht. „Der Landkreis Ludwigsburg verfügt seit einigen Monaten am Standort Kornwestheim über einen Spannungssimulator, in dem wir Baumstämme unter kontrollierten Bedingungen einspannen können. An denen können dann gefahrlos spezielle Schnitttechniken mit der Motorsäge eingeübt werden, die bei der Aufarbeitung von Sturmholz gebraucht werden“, so Thomas Lauxmann von der FFW Kornwestheim. „Normalerweise setzen wir den Simulator bei Fortbildungen für Kollegen von anderen Feuerwehren ein. Der heutige Tag war Neuland und hatte also auch für uns Fortbildungscharakter“, so der Fachmann weiter.

Neben dem Spannungssimulator wurden vier weitere Stationen mit unterschiedlichsten Themen angeboten. Die Forstwirte konnten sich über ihre Erfahrungen aus der letzten Saison austauschen und miteinander die aktuellen Herausforderungen der von Trockenschäden geprägten Situation analysieren. Insbesondere das stark gestiegene Risiko durch dürre Baumkronen und häufigere Sturmereignisse wurde intensiv diskutiert. „Wir haben schon im letzten Jahr neue Arbeitstechniken geschult, um auch bei der Arbeit in geschädigten Waldbeständen ein Optimum an Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Das Feedback von den Forstwirten zu bekommen, ob und in welchem Maß diese Techniken und weitere von uns angestoßene Arbeitsschutzmaßnahmen gefruchtet haben, war mir ein großes Anliegen für den heutigen Tag“, erklärt der stellvertretende Fachbereichsleiter Ralf Zellin, der die Station moderierte.

An den weiteren Stationen wurden die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Waldbau im Klimawandel weitergegeben, die Potenziale der Digitalisierung für die Waldbewirtschaftung erläutert und neue Pflanzverfahren und Arbeitstechniken vermittelt. „Mit dem Arbeitssicherheitstag kommen wir unserer gesetzlichen Verpflichtung nach, die von uns eingesetzten Forstwirte jährlich zur aktuell gültigen Unfallverhütungsvorschrift zu schulen. Auch und vor allem schaffen wir aber eine Plattform für den Austausch zwischen den Forstwirten sowie den Forstunternehmern und tragen waldbauliche sowie arbeitsverfahrenstechnische Neuerungen auf die Fläche“, erläutert der Heimerdinger Revierleiter Steffen Frank, der den Arbeitssicherheitstag organisiert.