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Klimawandel: Eichen und Douglasien als Hoffnungsträger

Der trockene Sommer 2018 und wachsende Schädlingsprobleme bescheren den Förstern Handlungsdruck. Als Reaktion auf den Klimawandel pflanzt der Fachbereich Forsten im Landratsamt Ludwigsburg 2000 Douglasien und 500 Eichen im Gerlinger Stadtwald.

Bei der Pflanzaktion: Revierleiter Simon Walz (rechts) und Forstwirt Anselm Röhrl (links)

„Wir wollen unseren Wald schützen und erhalten. Wir müssen den Wald auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und dafür schaffen wir mit der Pflanzung von Eichen und Douglasien die Grundlage. Unser Ziel sind klimastabile und artenreiche Wälder für die Generationen von morgen und übermorgen“ sagt Revierförster Simon Walz.

Dass diese Investitionen nötig sind, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein, zeigt sich aktuell an den Spätfolgen der Sommertrockenheit von 2018, die auch im Stadtwald Gerlingen deutliche Spuren hinterlassen. „Wir müssen leider auch für dieses Jahr mit erheblichen Schäden im ganzen Landkreis durch den Borkenkäfer und die Folgen der letztjährigen Trockenheit rechnen“, so Dr. Michael Nill, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Forsten im Landratsamt Ludwigsburg. Besonders die Fichte sei sehr stark von den Schäden betroffen, aber auch die Buchen und die Kiefern kämpfen mit den Folgen der Trockenheit, insbesondere auf den trockenen Kuppen im Stromberg. „Wir müssen jetzt die Initiative ergreifen“, so Nill weiter. „Wir können unsere Wälder fit für den Klimawandel machen, indem wir die durch die Schäden entstandenen Flächen mit klimastabilen Baumarten bepflanzen. Der Klimawandel schreitet schneller voran als die Anpassung unserer Baumarten  . Deshalb muss ein Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern stellenweise durch Anpflanzungen erfolgen“, erläutert Revierförster Walz.

Die Hoffnungen der Fachleute ruhen auf Eiche und Douglasie. Erstmalig werden dieses Jahr auch einige Zedern und Baumhasel im Stadtwald gesetzt. So kann die Stabilität des Waldes und seine Klimatoleranz erhöht werden. Die Waldarbeiter der Stadt Gerlingen pflanzen in diesem Jahr insgesamt 500 Eichen und 2000 Douglasien sowie in geringerer Stückzahl Zedern, Baumhasel und andere Mischbaumarten. Die Eiche bringt dabei viele Eigenschaften mit, die sich in Zeiten des Klimawandels als wertvoll erweisen können. Sie wurzelt tief und erreicht so auch in trockenen Jahren meist noch genug Wasser, um zu überleben. Gleichzeitig sorgen die tiefgehenden Wurzeln dafür, dass die Eiche stabiler gegenüber Stürmen ist als andere eher flach wurzelnde Baumarten, wie beispielsweise die Fichte. Ähnlich positive Eigenschaften bringt die Douglasie mit, die diese ursprünglich in Nordamerika beheimatete Baumart zur Hoffnungsträgerin unter den Nadelbäumen macht. Im Vergleich zu manch anderen Nadelbäumen ist die Douglasie wesentlich trockenheitsresistenter und übersteht auch Perioden mit schlechter Wasserversorgung. Ebenfalls ein deutliches Mehr an Trockenheitsresistenz und Hitzetoleranz erwarten sich die Fachleute von Atlas- und Libanonzeder und dem Baumhasel. Diese Baumarten gelten als mögliche Alternativen speziell auf schwierigen Standorten, auf denen in Zeiten von trockenen und heißen Sommern unsere heimischen Baumarten große Probleme haben werden.