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Integration – eine Erfolgsgeschichte

Seit 2018 unterstützen 48 Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager Geflüchtete auf dem Weg zu einer selbstständigen Lebensführung. In einer losen Serie stellen wir Erfolgsgeschichten der Integration im Landkreis Ludwigsburg vor. Heute: Zakaria Sowe, der 2016 aus Gambia nach Deutschland kam.

(von links nach rechts): Frau Christine Rothwein-Pipita, Heimleiterin Haus Kastanienblüte, Zakaria Sowe, Steffen Jillich, Sozialarbeiter bei der AWO Ludwigsburg

Zakaria Sowe kam vor fünf Jahren in Deutschland an. Nicht zuletzt dank der Unterstützung durch seinen Integrationsmanager macht er jetzt eine Ausbildung zum Altenpfleger. „Leicht es war nicht“, gibt er zu. Als er 2016 in Deutschland ankam, hatte Zakaria Sowe eine lange Reise hinter sich. In seiner Heimat Gambia war er angestellt als Kommunikationsinformatiker. Dann wurde der in der Oppositionspartei politisch Engagierte Ende 2013 von der Diktaturregierung verhaftet. Nach einem Monat im Gefängnis entschloss er sich, sein Heimatland zu verlassen. Über den Senegal, Mali, Burkina Faso, den Niger und Libyen kam er schließlich drei Jahre später nach Deutschland in die Erstaufnahmestelle nach Sigmaringen. Von dort wurde er in den Landkreis Ludwigsburg verlegt. 
Über ein Programm des Landratsamtsamtes konnte er einen Deutschkurs machen und im Rahmen dessen auch das erste Praktikum in einer Senioreneinrichtung. Im Haus Kastanienblüte in Remseck-Hochberg absolvierte er ein zweites Praktikum. Dort blieb er und startete 2018 seine Ausbildung zum Altenpfleger. Die Arbeit mit den Senioren sagte ihm von Anfang an zu: „Ich mache meine Arbeit von Herzen und mit Spaß. Ich möchte genauso geduldig mit den Senioren sein wie viele Deutsche mit mir, als ich die Sprache noch kaum beherrschte und mir alles langsam erklärt werden musste.“ 
Begleitet wird Zakaria Sowe von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ludwigsburg. Sie unterstützen bei Behördengängen und Alltagsproblemen wie dem Übersetzen und Erklären der Post. „Herr Sowe kommt mittlerweile sehr gut zurecht. Seine Ausbildung läuft gut und wir sind zuversichtlich, dass er diese mit guten Noten abschließen wird. Mittlerweile wohnt er auch in einer eigenen Wohnung in Remseck“, freut sich Steffen Jillich von der AWO. In Remseck möchte er auch nach der Ausbildung bleiben und weiter im Haus Kastanienblüte arbeiten – dann aber als Fachkraft für Altenpflege, wenn alles gut läuft. 

Zum Hintergrund: Der Pakt für Integration
Zacharia Sowe ist seit Mitte 2019 im Integrationsmanagement / Pakt für Integration. Das breite Netzwerk von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Kreisdiakonieverband, dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes und dem Landratsamt Ludwigsburg erweist sich als grundlegender Erfolgsbaustein. Dieses beruht auf der freiwilligen Teilnahme der Geflüchteten. Grundlage ist die Feststellung von Bedarfen in Gesprächen zwischen Sozialarbeitern und Geflüchteten. Auf dieser Basis werden gemeinsam konkrete Ziele formuliert. Diese werden in einem Integrationsplan schriftlich festgehalten und nach und nach bearbeitet. Ziele sind die Integration in die Wohnortgemeinde, Anbindung an die Systeme der Regelversorgung und der Erwerb von Fähigkeiten zu einer selbstständigen Lebensführung. Sind die konkreten Ziele erreicht und der Geflüchtete kann sein Leben selbstständig organisieren, kann das Integrationsmanagement beendet werden. Weitere Unterstützung kann der Geflüchtete danach bei Bedarf bei den Regeldiensten wie der Migrationsberatung erhalten. 
Zum Jahresbeginn 2021 werden 2469 Geflüchtete im Integrationsmanagement betreut, davon 970 Minderjährige. 13 Prozent der erwachsenen Klienten befinden sich in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Zusätzlich gehen vier Prozent einer Ausbildung, einem Praktikum oder einem Studium nach. Bei 1253 Personen wurde das Integrationsmanagement bereits beendet (Stand 01.03.2021). Davon konnten 780 Personen einen Mietvertrag abschließen und verfügten erstmals über einen privaten Wohnraum.