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Gemeinsame Übung von Veterinären, Jägern und Jagdhundeführern im Steinheimer Hardtwald: Auf möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis vorbereitet

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) trat im September 2020 erstmals in Deutschland auf. Obwohl sie zurzeit noch auf das deutsch-polnische Grenzgebiet begrenzt ist, lässt sich, vor allem über kontaminierte Lebensmittel, ein Eintrag in die Wildschweinepopulation im Landkreis Ludwigsburg nicht ausschließen. Deshalb fand kürzlich eine gemeinsame Übung des Landratsamt-Fachbereichs Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung mit Jägern und Jagdhundeführern im Steinheimer Hardtwald statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Suchübung.

Die Federführung der Übung lag bei Michael Seifert vom ASP-Kompetenzteam an der Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg sowie Volker Schiele, Leiter des Hegerings Hardtwald. Ziel der Übung war die Suche von Wildschweinekadavern durch Hund und Hundeführer. Da nicht jeder Jagdhund die Fähigkeit besitzt, Kadaver im Unterholz aufzuspüren, weil Jagdhunde in erster Linie zur jagdlichen Nachsuche ausgebildet werden und nicht zum Auffinden von krank verendeten Tieren, wurde getestet, welcher Jagdhund die Fähigkeit besitzt, Wildschweinekadaver aufzuspüren.

Insgesamt nahmen zehn Jäger mit ihren Hunden an der Übung teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und aufgefordert, im dichten Unterholz versteckte Wildschweinekadaver aufzufinden. Erfreulicherweise bewiesen alle zehn Hunde in Verbindung mit dem Hundeführer ihre Eignung, Wildschweinekadaver aufzuspüren. Im Rahmen einer Nachbesprechung konnten fachliche Fragen zum Wesen und zur Bekämpfungsstrategie der ASP von den beteiligten Amtstierärztinnen und dem Kompetenzteam ASP beantwortet werden.

Hintergrund der Übung ist die Vorbereitung auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Ludwigsburg. Sollte die ASP in die Wildschweinepopulation eingetragen worden sein, ist es von großer Wichtigkeit, Wildschweinekadaver in Wald und Feld so schnell wie möglich zu finden und unschädlich zu beseitigen, da Kadaver weiterhin das Virus enthalten und eine Infektionsquelle für andere Wildschweine darstellen. Eine weitere Übung in einem anderen Hegering des Landkreises wird in nächster Zeit stattfinden. An einer Teilnahme interessierte Jäger werden gebeten, sich mit dem Fachbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung in Verbindung zu setzen.

Hintergrundinformation:

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung von Haus- und Wildschweinen, die für den Menschen völlig ungefährlich ist. Schweinefleisch und daraus hergestellte Lebensmittel können bedenkenlos verzehrt werden. Infizierte Schweine werden von der Lebensmittelgewinnung ausgeschlossen. Die ASP breitet sich seit einigen Jahren in Osteuropa in Richtung Westen aus, im September vergangenen Jahres trat sie erstmals in Deutschland in Brandenburg auf. Ein ASP-Ausbruch bei Wildschweinen führt in der betroffenen Region zu Einschränkungen bei der Jagd und in den dort gelegenen Schweinehaltungen und kann sich auf die Pflanzenproduktion sowie die Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Flächen auswirken. Ein Ausbruch der Tierseuche hat somit erhebliche wirtschaftliche Folgen für landwirtschaftliche Betriebe. Daher muss alles unternommen werden, um die ASP von Haus- und Wildschweinen fernzuhalten und einen möglichen Seuchenausbruch rasch einzugrenzen.

Das Virus der ASP ist sehr widerstandsfähig und überlebt in Nahrungsmitteln teilweise Monate und Jahre. Wild- und Hausschweine können sich über das Fressen kontaminierter Lebensmittel infizieren. Hauptgefahr für den Eintrag der ASP in die Schweinepopulation im Landkreis Ludwigsburg sind somit achtlos weggeworfene Lebensmittel. Das Verfüttern von Speiseabfällen an Schweine ist unter anderem aus diesem Grund bereits seit langer Zeit verboten. Eine Früherkennung der ASP ist von großer Wichtigkeit, daher werden aufgefundene Kadaver von Wildschweinen durch die Jäger oder den Fachbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung auf das ASP-Virus beprobt.

Um einen Eintrag der ASP in die landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen zu verhindern, weist der Fachbereich Veterinärwesen- und Lebensmittelüberwachung Schweinehalter dringend darauf hin, Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Tierhaltungen einzuhalten. Jagdausübungsberechtigte werden gebeten, aufgefundene Wildschweinekadaver beim Fachbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung zu melden und auf ASP zu beproben.