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Für Projekte 2021 und 2022 im Landkreis Ludwigsburg: Bewerbungsverfahren für Projektträger um Fördergelder aus dem Europäischen Sozialfonds beginnt – Fristende ist am 31. März 2021 – Unterstützung für Pandemie-Benachteiligte im Mittelpunkt

Ab sofort bis 31. März können Projektträger – Kommunen, Träger der freien Wohlfahrtspflege und eingetragene gemeinnützige Vereine – für die Förderjahre 2021 und 2022 im Landkreis Ludwigsburg ihre Bewerbungen um Fördergelder aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) abgeben. Der regionale ESF-Arbeitskreis für den Landkreis Ludwigsburg hat die regionale Arbeitskreisstrategie und die Ziele für die Umsetzung des ESF im Landkreis für die Förderjahre 2021 und 2022 festgelegt: Zur Förderung schreibt er „Projekte zur Unterstützung von durch die COVID-19-Pandemie Benachteiligten“ aus. Für 2021 und 2022 stehen dem Landkreis Ludwigsburg dafür insgesamt 590.000 Euro zur Verfügung. Die Projekte müssen bis spätestens 31.12.22 abgeschlossen sein. Da es sich um Projekte handelt, die für die Zielgruppe der durch die COVID-19-Pandemie benachteiligten Menschen eingesetzt werden, sind keine Folgeprojekte und Folgefinanzierungen vorgesehen.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie hat die EU-Kommission unter anderem die Initiative „REACT-EU“ entwickelt. Damit stellt die EU zusätzliche Mittel zur Verfügung, um die Folgen der Pandemie abzumildern. Hierfür wird das operationelle Programm des ESF in Baden-Württemberg um die neue Prioritätenachse „Unterstützung der Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und Vorbereitung einer grünen, digitalen und stabilen Erholung der Wirtschaft“ um drei spezifische Zielen erweitert:

„Digitalisierung in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Pflege“,

„Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung“ und

„Unterstützung von Beschäftigung, Wirtschaft und Kultur“.

Die regionale Umsetzung orientiert sich an den bisherigen spezifischen Zielen zweier weiterer Prioritätenachsen:

„Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und der Teilhabechancen von Menschen, die besonders von Armut und Ausgrenzung bedroht sind“ und

„Vermeidung von Schulabbruch und Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit“.

Für die regionale REACT-EU-Ausschreibung formuliert der Arbeitskreis folgende Zielsetzungen:

Durch Maßnahmen soll der schlechteren Arbeitsmarksituation gegengesteuert werden, um die sozialen und beruflichen Teilhabechancen von (Langzeit-)Arbeitslosen zu verbessern. Dies gilt auch für den Zugang zu Unterstützungs- und Beratungsangeboten, der sich durch die Pandemie verändert hat.

Für junge Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund sollen möglichst innovative Maßnahmen eingeleitet werden, um Schulabbrüche zu verhindern oder von Schulabbruch betroffenen Jugendlichen eine intensive Unterstützung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Für Schülerinnen und Schüler sollen Maßnahmen angeboten werden, die im Homeschooling entstandene Wissenslücken schließen, z. B. digitale Nachhilfeangebote oder Lernräume, die ein ungestörtes Lernen ermöglichen. Dies gilt vor allem für Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Haushalten.

Ferner soll der direkte Übergang von insbesondere schwächeren und benachteiligten Schulabsolventinnen und -absolventen mit oder ohne Migrationshintergrund unterstützt werden. Mit dem Angebot eines EQ-Betriebscoachings im Landkreis Ludwigsburg sollen die genannten Absolventinnen und Absolventen frühzeitig und ohne schulische Warteschleifen in Ausbildung gebracht werden. Gleichzeitig sollen den Unternehmen im Landkreis geeignete und motivierte Praktikantinnen und Praktikanten und mit diesen spätere Auszubildende vermittelt werden. Das Angebot eines EQ-Betriebscoachings ist Teil eines ESF-Einzelaufrufs: Eine Förderung auf Landkreisebene ist zusätzlich möglich, wenn das Angebot nicht bereits durch Angebote des übergeordneten Einzelaufrufs abgedeckt ist.

Außerdem sollen erziehende Frauen und Männer gefördert werden, für die wegen schwerwiegender Probleme der (Wieder-)Eintritt in das Berufsleben nur durch eine intensive Betreuung und Unterstützung möglich wird.

Neben den beiden konkreten arbeitsmarktpolitischen Zielen erfolgt die Umsetzung auch unter Beachtung der Querschnittsziele des ESF, der „Gleichstellung von Frauen und Männern“, der „Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung“ und der „Ökologischen Nachhaltigkeit“. Darüber hinaus ist eine hohe Innovation bei der Umsetzung der Maßnahmen gewünscht.

Projektträger können ihre Anträge schriftlich bis 31.03.2021 an die L-Bank Baden-Württemberg, Bereich Finanzhilfen, Schlossplatz 10, in 76113 Karlsruhe senden. Dazu dient das elektronische Antragsformular ELAN, abrufbar auf der Internetseite www.esf-bw.de im Bereich „Förderung beantragen und umsetzen“. Der ESF-Arbeitskreis des Landkreises Ludwigsburg bewertet und wählt die eingegangenen Förderanträge in einem Rankingverfahren aus. Privatpersonen profitieren über ihre Teilnahme an ESF-geförderten Projekten und Förderprogrammen und können daher keinen eigenen Förderantrag stellen.

Informationen zum ESF, zur Ausschreibung und zum Antragsverfahren sind auf der Homepage des Landkreises Ludwigsburg unter https://www.landkreis-ludwigsburg.de/de/landratsamt-landkreis/kreisverwaltung/dezernat-iv-arbeit-jugend-und-soziales/fb-43-soziales-pflege-und-versorgungsangelegenheiten/ eingestellt. Für Fragen steht Interessierten die ESF-Geschäftsstelle im Landratsamt Ludwigsburg zur Verfügung (Kathrin Falke, Telefon 07141 144-48600, E-Mail: kathrin.falke@landkreis-ludwigsburg.de).

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist ein wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument der Europäischen Union (EU) zur Förderung der Beschäftigung in Europa. Seit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1957 verbessert er die Beschäftigungschancen, unterstützt die Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung, trägt zum Abbau von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt bei und bekämpft Armut und soziale Ausgrenzung. Bei der regionalen Förderung wird das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg von den regionalen ESF-Arbeitskreisen unterstützt, die bei den Stadt- und Landkreisen angesiedelt sind.