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Für eine starke Wirtschaft in einem starken Europa

Unter dem Motto „Für eine starke Wirtschaft in einem starken Europa“ wurden am Montag die wirtschaftlichen Perspektiven in Europa und deren Bedeutung für die Region Stuttgart im Kreishaus diskutiert. Johannes Schmalzl, IHK-Hauptgeschäftsführer der Region Stuttgart, sowie Dr. Heinz-Werner Schulte, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ludwigsburg, stellten die aktuellen Konjunkturberichte und geldpolitischen Entwicklungen vor. Landrat Dr. Rainer Haas, Erster Vorsit-zender der Europa-Union Ludwigsburg, sagte zur Eröffnung: „Die Wirtschaft braucht Europa – Deutschland ist als einzelner Staat ein Zwerg, nur in der Europäischen Union sind wir stark.“ Veranstalter war der Landkreis gemeinsam mit der Europa-Union Kreisverband Ludwigsburg.

v.l.n.r.: Markus Kleemann, Johannes Schmalzl, Dr. Heinz-Werner Schulte, Landrat Dr. Haas.

IHK-Hauptgeschäftsführer der Region Stuttgart, Johannes Schmalzl, präsentierte zu Beginn die aktuelle, noch unveröffentlichte IHK-Konjunkturumfrage für die Region Stuttgart. Darin werde deutlich, dass die Zufriedenheit bei der regionalen Wirtschaft deutlich nachlasse. Besonders sichtbar werde dies bei der Industrie, so Schmalzl. Die Umfrage zeige auch, dass die Impulse aus dem Ausland weiter nachlassen, sagte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die größte Gefahr für die Wirtschaft im Kreis Ludwigsburg seien die Handelskonflikte zwischen  den USA und Europa sowie den USA und China. Laut Schmalzl müsse man jetzt „positiv einstehen für einen freien Welthandel“. Der EU-Binnenmarkt sei der „Motor unserer Wirtschaft“, „wir müssen unsere Errungenschaften jetzt auch auf weltpolitischer Bühne verteidigen“, sagte der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Dr. Heinz-Werner Schulte, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ludwigsburg, ging in seinem Vortrag auf die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft ein. Er kritisierte die große EZB-Geldschwemme und die Entwicklung der Leitzinsen, die zu „gewaltigen Nebenwirkungen“ führten. Zum Abschluss seines Vortrags richtete er verschiedene Vorschläge an die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union, unter anderem die staatliche Förderung privaten Sparens mithilfe einer Zulage, vorsichtige Zinsschritte und eine europäische Verständigung einer vertieften sozialpolitischen Integration. Eine finanzpolitische Strategie 2030 sei mindestens so notwendig wie eine klimapolitische Strategie, sagte Dr. Schulte in Richtung neue EU-Kommission und EU-Parlament.

Landrat Dr. Rainer Haas fasste die beiden Impulsvorträge zusammen und nannte abschließend die drei großen Herausforderungen für die regionale Wirtschaft: Die Geldpolitik, den Brexit sowie den amerikanischen Protektionismus. Seiner Meinung nach könne der Zusammenschluss einer kleineren Gruppe von Mitgliedsstaaten innerhalb der EU zu bestimmten Themen neue Dynamik erzeugen und die EU voranbringen.