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Entnahme von Wasser bis auf weiteres verboten

Die oberirdischen Gewässer im Landkreis Ludwigsburg haben derzeit Niedrigwasser. Das Landratsamt Ludwigsburg hat sich daher entschlossen, die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern wie Bäche, Flüsse und Seen bis auf weiteres zu verbieten.

Auch die angekündigten, teilweise örtlich sehr begrenzten Niederschläge werden hier keine
Trendwende bringen. Sie bewirken immer nur einen kurzen Anstieg der Wasserstände in den
Gewässern, der aber auch schnell wieder auf ein niedriges Niveau absinkt. Die Wassermenge
in den oberirdischen Gewässern ist sehr gering. Dies wirkt sich negativ auf die Wassertemperaturen
und auf die Sauerstoffversorgung und damit auch auf die Selbstreinigungskraft der
Gewässer aus. Auch Gewässerabschnitte, die augenscheinlich noch einen höheren Wasserstand
aufweisen, sind gefährdet. Für viele Tiere und Pflanzen, die auf den Lebensraum Gewässer
angewiesen sind, ist diese Situation bedrohlich.


Die Entnahme von Wasser aus den Gewässern verstärkt und beschleunigt diesen Vorgang. Da
in nächster Zeit nicht davon auszugehen ist, dass sich an der Niedrigwassersituation etwas ändern
wird, hat das Landratsamt Ludwigsburg eine Allgemeinverfügung erlassen. Diese verbietet
sämtliche Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern. Dies betrifft auch bestehende
Wasserentnahme-Erlaubnisse, die befristet widerrufen werden.
Ausgenommen von dieser Regelung sind alle Wasserkraftanlagen, Wärmepumpenanlagen
und sonstige Wassernutzungsanlagen, die das entnommene Wasser nach Gebrauch wieder in
das Gewässer einleiten. Das Wasserentnahmeverbot gilt nicht für die Bundeswasserstraße
Neckar einschließlich deren Kraftwerkskanäle und die Rems, da diese Gewässer ein größeres
Einzugsgebiet und damit mehr Wasser haben. Der Gründelbach hat ab der Kläranlage Eglosheim
ebenfalls ausreichend Wasser, so dass der Gründelbach bis zu seiner Mündung in den
Altneckar von Verbot ausgenommen ist. Für den Heiligenbergsee und den Hohenhaslacher
See gelten lokalspezifische Regelungen.


Das Verbot soll dazu beitragen, dass sich die Gewässersituation möglichst nicht weiter verschlechtert
und die Beibehaltung eines Mindestwasserabflusses zur Aufrechterhaltung der gewässerökologischen
Funktionen gewährleistet wird. Landrat Dietmar Allgaier appelliert an
die Vernunft aller, das Entnahmeverbot zum Schutz der Gewässer einzuhalten. Verstöße gegen
die Allgemeinverfügung können mit Bußgeldern geahndet werden.