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Eine Zukunft für die Erinnerung schaffen

Sehr angetan von der dortigen Arbeit für das Gedenken und die Völkerverständigung zeigte sich Ministerin Theresa Schopper bei ihrem Antrittsbesuch im Pädagogisch-Kulturellen Centrum PKC. „Insbesondere mit der Schüler- und Jugendarbeit wird hier in Freudental aktiv daran mitgewirkt, dass die Erinnerung eine Zukunft hat“, sagte die Ministerin.

Die Kultusministerin ist auch für die Gedenkstätten im Land zuständig und kam in Begleitung der Landtagsabgeordneten Tayfun Tok und Tobias Vogt. Die Besuchergruppe nahm im Rahmen einer Führung den Neubau des PKC in Freudental in Augenschein, ließ sich ausführlich über die pädagogische und kulturelle Arbeit im PKC sowie die zahlreichen Kooperationen und Austauschprogramme informieren und besuchte auch den jüdischen Friedhof. Nach der Begrüßung durch Landrat Dietmar Allgaier und den PKC-Vereinsvorsitzenden Albrecht Dautel zeigte die Leiterin der Geschäftsstelle Isolde Kufner zunächst den neuen Seminarraum und die Räume im Neubau an der Strombergstraße. Danach führten Jessica Kuge (Freiwillige im FSJ Kultur) und der Leiter für Pädagogik & Kultur, Michael Volz, durch die Synagoge und die Genisa (ein verstecktes Depot zur Aufbewahrung von Schriften). 

„Wir haben bewusst diesen Ort für den Antrittsbesuch von Ministerin Schopper gewählt“, sagt Landrat Dietmar Allgaier. „Im PKC zeigt sich beispielhaft, dass die aktive Bewältigung des bislang schlimmsten Kapitels der deutschen Geschichte immer den Weg in Richtung Dialog und Völkerverständigung weist.“ Gerade in Zeiten von wachsendem Antisemitismus sei es wichtig, mit Bildung und Information gegen Vorurteile anzugehen.

„Deswegen haben wir mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und weiteren Partnern aus Baden-Württemberg eine Erklärung zur Förderung von außerschulischen Geschichtsorten unterzeichnet“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper. Die Erklärung soll außerschulische Geschichtsorte wie das PKC stärken, indem die Kooperation vor Ort zwi-schen Gedenkstätten und Schulen gefördert wird.

Das PKC bietet ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm an, bei dem sich beispielsweise Lehrer zu Themen wie Antisemitismus, Dialog und Toleranz und deren pädagogische Vermittlung informieren können. Regelmäßig treffen im PKC junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufeinander. Schüler können das hebräische Alphabet lernen, sich über historische Geschehnisse zur Zeit der NS-Diktatur informieren oder lernen, wie das Leben der Juden in Freudental vorher aussah. Das Angebot des PKC zeige auf, dass blühendes jüdisches Le-ben, aber auch dessen Unterdrückung und Auslöschung durch den NS-Terror nicht nur weit entfernt, sondern in der regionalen Nachbarschaft direkt vor unserer Haustür stattgefunden habe, so Landrat Allgaier.