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5. Inklusionskonferenz des Landkreises Ludwigsburg zum Thema „Digitale Teilhabe“ - Landrat Dietmar Allgaier: Es ist wichtig, Weichen für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu stellen

„Digitale Teilhabe – Innovation und Inklusion zusammen denken“, das war das Thema der 5. Inklusionskonferenz, die am Montag (21. September) stattgefunden hat. Landrat Dietmar Allgaier und der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Dr. Eckart Bohn hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen, die in Kooperation mit Scala Kultur Live GmbH als hybride Veranstaltung im Ludwigsburger Scala und online ausgerichtet wurde. Sozialplanerin Katharina Binder und Silke Rapp von Tragwerk e.V. hatten die Veranstaltung konzipiert.

Landrat Allgaier begrüßte die rund 70 Teilnehmenden, die zur Veranstaltung gekommen waren und die 40 Personen, die die Veranstaltung online verfolgten. „Inklusion ist, was wir draus machen!“, zitierte er Raul Krauthausen, einen Aktivisten für Inklusion und Barrierefreiheit. Der Landkreis richte die jährlichen Inklusionskonferenzen aus, um das Thema „Inklusion“ in breite gesellschaftliche Bereiche zu transportieren. Damit solle im Landkreis Inklusion weiter vorangebracht werden, um Weichen für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu stellen. Auch für die digitale Teilhabe sei es wichtig, dabei Menschen mit Beeinträchtigungen und besonderen Bedarfen mit zu berücksichtigen. Seit diesem Jahr gibt es auf der Homepage des Landkreises die Möglichkeit, sich in Leichter Sprache zum Beispiel über Soziale Hilfen, Gesundheit oder über Corona-Hilfen zu informieren. Die Vorlesefunktion und die Möglichkeit der Kontrasterhöhung machen die gesamte Webseite barrierefrei.

Dr. Jan-René Schluchter von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, einer der wenigen bundesweiten Experten zum Thema inklusive Medienpädagogik, sprach über Potentiale von digitalen Medien für Teilhabe und Inklusion. Er warnte jedoch davor, ausschließlich darauf zu setzen. Ferdinand Schäffler, Bereichsleiter der Habila GmbH, stellte das neue Projekt QuarTeTT vor: Ziel sei es, durch videobasierte Tutorials technische Lösungen für mehr Teilhabe im Quartier zu schaffen. Bärbel Finkbeiner vom Stadt-jugendring Esslingen stellte den ZoomTreff der inklusiven Gruppe für Jugendliche „MiMaMo“ vor. Während der Pandemie trafen sich 13 bis 18 Jugendliche bis zu drei Stunden wöchentlich. Bernhard Spelten und Christoph Wiche aus Düsseldorf waren der Konferenz zugeschaltet und berichteten von den PIKSL-Laboren. Diese befinden sich zentral in den Städten. Personen mit technischen Fragen zur Internet- oder Mediennutzung werden vom Team des PIKSL-Labors unterstützt. Das Besondere: Hier arbeiten Men-schen mit und ohne Behinderung als Experten zusammen.

In der abschließenden Gesprächsrunde stellte der Hagnauer Bürgermeister Volker Frede vor, wie seine Bodenseegemeinde viel Wert auf Barrierefreiheit legt. Dies spiegelt sich unter anderem in der übersichtlichen und klar strukturierten Homepage der Kommune wider, die sogar einen Menüpunkt „Barrierefrei in Hagnau“ bietet. Utz Mörbe vom Beirat Landkreis Ludwigsburg inklusiv lobte dies und forderte ein, Menschen mit Behinderung, aber beispielsweise auch Seniorinnen und Senioren, bei der digitalen Weiterentwicklung von Anfang an mitzudenken. Als seinen größten Erfolg bezeichnete er es, dass der Teilhabebeirat im Landkreis Böblingen, in dem er ebenfalls mitwirke, durchgesetzt habe, dass der Behindertenbeauftragte hauptamtlich besetzt wurde. Dies wurde von Dr. Eckart Bohn, dem ehrenamtlichen behindertenbeauftragten des Landkreises begrüßt. Bei der Fülle an Themen sei dies wichtig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sei die kreisweite Umsetzung barrierefreier Bushaltestellen. Es sei wichtig, Barrierefreiheit auf allen Ebenen, auch bei der Digitalisierung, mitzudenken. Edgar Lichtner berichtete, dass die Scala Kultur Live GmbH den Lockdown als Chance ergriffen habe, mit digitalen Veranstaltungen neue Formate zu erschließen. Die erste Veranstaltung in diesem Zusammenhang sei die Lange Nacht der Inklusion im April dieses Jahres gewesen. Im Anschluss habe es bis zur Sommerpause sogar wöchentliche Angebote im Rahmen des Scala TV zum Thema „Inklusion“ gegeben. Digitale Formate seien eine große Chance, neue Zielgruppen zu erschließen, und digitale Teilhabe zu ermöglichen. Moderator Felix Bernhard, der seinen Rollstuhl als seinen persönlichen Coach bezeichnet, führte gekonnt durch die Veranstaltung.