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Landkreisverwaltung auf dem Weg zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 - Ausschuss für Umwelt und Technik beschließt Konzept für klimaneutrale Landkreisverwaltung

Das Konzept für eine klimaneutrale Landkreisverwaltung hat der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung am 9. Oktober beschlossen und sich damit zum Ziel bekannt, im direkten eigenen Wirkungskreis bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Die Verwaltung wurde zudem beauftragt, das kreisweite Klimaschutzkonzept auch in den weiteren Zuständigkeitsfeldern zu aktualisieren.

„Mit dem Konzept für eine klimaneutrale Verwaltung und dem dazugehörigen Maßnahmenregister machen wir uns auf den Weg, Klimaschutz innerhalb der Verwaltung konsequent umzusetzen und bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein“, sagte Landrat Dietmar Allgaier und fuhr fort: „Damit nehmen wir nicht nur unsere Vorbildrolle als öffentliche Hand ernst, sondern verfolgen mit zielorientierten Ansätzen Möglichkeiten zur Kostensenkung und Umgestaltung unserer Arbeitsprozesse in Richtung einer modernen und zukunftsfähigen Verwaltung.“

Insgesamt 29 Maßnahmen für den Weg zur klimaneutralen Verwaltung

Die Beauftragten für die klimaneutrale Verwaltung schilderten im Anschluss die Erfolge aus dem zurückliegenden Prozess. Mit der Betrachtung der eigenen Organisation wurden Zuständigkeiten sowie Kommunikationswege etabliert und das Leitbild mit Zielen und der Definition für die klimaneutrale Verwaltung festgelegt. Die Startbilanz über Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen definiert den Ausgangspunkt für den Weg zur Klimaneutralität. Unter den 29 erarbeiteten Maßnahmen gelten die Verankerung von Klimaschutz in der Verwaltungsspitze sowie die Ansätze für energetische Gebäudesanierungen und die Energieversorgung mit Erneuerbaren als besonders zentral.

Die Vision eines lebenswerten und zukunftsfähigen Landkreises

Das Konzept für die klimaneutrale Verwaltung bildet die erste Säule des zu aktualisierenden kreisweiten Klimaschutzkonzepts. Für die Klimaneutralität im Gesamtlandkreis wurde das Zieljahr 2040 beschlossen – so soll der Landkreis lebenswert bleiben und zukunftsfähig werden. Die Verwaltung wird dafür in einem partizipativen Prozess zwei weitere Säulen erarbeiten: einerseits Maßnahmen innerhalb der festgeschriebenen Zuständigkeiten mit Auswirkungen auf den Gesamtlandkreis – wie beispielsweise die Nahverkehrsplanung (Säule II) und andererseits freiwillige Angebote zur Förderung des Klimaschutzes, zum Beispiel durch Netzwerke und Umweltbildungsangebote (Säule III). Das Klimaschutzkonzept bezieht sich zukünftig stärker auf die direkten Handlungsfelder des Landkreises, was nicht bedeutet, dass die Kreiskommunen auf sich gestellt sind. Das Landratsamt möchte Kooperationen für den Klimaschutz deutlich ausbauen – sowohl mit den eigenen Kreiskommunen als auch mit internationalen Partnerkommunen – und lädt im März 2024 zum Klimaforum „Partnerships for climate action“ ein.

Konzepte werden agile Arbeitsinstrumente

Das Klimaschutzkonzept des Kreises bekommt im Zuge der Aktualisierung aber nicht nur eine neue Gliederung, sondern wird als agiles Arbeitsinstrument verstanden.

Im Rahmen der Präsentation für den Weg zur klimaneutralen Verwaltung erläutert Tina Prietz aus dem Geschäftsteil Klimaschutz: „Wir warten nicht, bis es 2035 ist, um zu sehen, ob die Pläne aufgehen, sondern überprüfen jedes Jahr, ob wir auf dem richtigen Weg sind.“ Maßnahmenregister werden so zu „lebenden Dokumenten“, die jedes Jahr entsprechend sich verändernder Rahmenbedingungen und dem Stand der Zielerreichung weiterentwickelt werden.

Für die Entwicklungen innerhalb der Verwaltung wird ein Klima- und Energiebericht als zentrales Kommunikationsinstrument entwickelt. Die Kreisverwaltung strebt in einem weiteren Schritt an, alle Klimaschutzentwicklungen in einem digitalen Dashboard darzustellen. Das soll Transparenz bringen, Prozesse vereinfachen und ein schnelleres Vorankommen auf dem Weg zur Klimaneutralität fördern.

Vorbildfunktion im Klimaschutz

Als Bekräftigung der neuen ambitionierteren Klimaschutzziele beschloss der Ausschuss, die Unterzeichnung des Klimaschutzpakts mit dem Land Baden-Württemberg zu erneuern. Mit der Einführung der Klima-Checks, dem Engagement als Modellkommune für den Klimamobilitätsplan und der Aktualisierung des Klimaschutzkonzepts inklusive des Konzepts zur klimaneutralen Verwaltung möchte der Landkreis Ludwigsburg an der Erfüllung seiner Vorbildfunktion weiterarbeiten.