Pressemitteilung
Landrat Dr. Haas: Schadstoffe gehören nicht auf Äcker
Thermische Verwertung von Klärschlamm soll im Kreis größere Bedeutung gewinnen
Rund 12.000 Tonnen Trockenklärschlamm fallen in den dreißig kommunalen Kläranlagen im Landkreis Ludwigsburg jährlich an. Dies entspricht einer Nassschlammmenge von etwa 40.000 Tonnen pro Jahr. Der weitaus größte Teil davon wird zur Rekultivierung von Braunkohletagebauen in den neuen Bundesländern ausgebracht, nur knapp ein Drittel wird – ökologisch sinnvoller – thermisch verwertet. "Das ist viel zu wenig", findet Landrat Dr. Rainer Haas und wirbt bei den Rathauschefs der Kreiskommunen für die Verbrennung. Eine Expertengruppe hat bereits die Arbeit aufgenommen.
Im Landkreis Ludwigsburg seien im Jahr 2009 nur 29 Prozent des anfallenden Klärschlamms thermisch verwertet worden, während der Landesdurchschnitt im Jahr 2008 bei 87 Prozent gelegen habe, so Haas. "Die Abwasserdaten für das Jahr 2009 zeigen, dass der Kreis Ludwigsburg bei der Klärschlammverwertung noch erhebliches Verbesserungspotenzial hat", sagt der Landrat. "Schadstoffe, die mit viel Aufwand aus Abwässern entfernt werden, gehören nicht auf Äcker oder sonstige Böden", erläutert er. Mit seinem Appell, auf die Ausbringung des Schlamms in der Landwirtschaft zu verzichten, weiß sich der Kreischef auf einer Linie mit Landesumweltministerin Tanja Gönner.
Da zudem bereits ab Herbst 2010 in Berlin und Brüssel die Diskussionen um eine Novellierung der Abfallklärschlammverordnung sowie der EU-Klärschlammrichtlinie, die strengere Vorgaben zum Ziel haben werden, beginnen, bat Haas schon vor der Sommerpause alle Rathauschefs der Kreiskommunen zu einer Informationsveranstaltung ins Kreishaus. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die landwirtschaftliche und landbauliche Verwertung von Klärschlamm nicht mehr zeitgemäß ist. Ziel ist es nun, den Anteil thermisch verwerteten Klärschlamms im Landkreis Ludwigsburg künftig deutlich zu erhöhen. Dazu hat der Landrat bereits eine Arbeitsgruppe unter der Federführung des Umweltfachbereichs des Landratsamts einberufen. Sie soll ein Entsorgungskonzept ausarbeiten, das aufzeigt, wie der anfallende kommunale Klärschlamm künftig ökologisch nachhaltig und zugleich kostengünstig verwertet werden kann.
