Pressemitteilung

Untersuchung stellt Reinigungsleistung der kommunalen Kläranlagen gutes Zeugnis aus

Landrat Dr. Rainer Haas: Kläranlagen im Landkreis arbeiten seit Jahren auf anhaltend hohem Niveau

Ein gutes Zeugnis haben die Kläranlagen im Landkreis Ludwigsburg bekommen. Dies geht aus den Ergebnissen des kommunalen Leistungsvergleichs der Kläranlagen im Jahr 2009 hervor, die von der Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) dieser Tage veröffentlicht worden sind. 2009 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 1013 kommunale Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 60 Einwohnerwerten (EW) bis zu 1,2 Mio. EW erfasst. In der Summe weisen alle Kläranlagen zusammen eine Ausbaugröße von rund 21,6 Mio. EW auf. "Im Landkreis Ludwigsburg hat die Reinigungsleistung unserer Kläranlagen ein hohes Niveau erreicht", stellt Landrat Dr. Rainer Haas fest.

Ein Einwohnerwert (EW) entspricht der täglich von einem Einwohner in das Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen. Der Anteil des Verschmutzungsgrades von gewerblichem und industriellem Abwasser wird in Einwohnerwerte umgerechnet. Die Summe der Einwohnerwerte ist deshalb erheblich höher als die Einwohnerzahl. EW ist eine Rechengröße in der Abwasserreinigung und ein Maß für die Schmutzfracht und damit für die Belastung der Kläranlage mit häuslichem und gewerblich-industriellem Abwasser. Je größer die Einwohnerzahl und die angeschlossenen Gewerbebetriebe in einer Kommune, desto größer auch die Kläranlage.

Im Landkreis Ludwigsburg waren 2009 insgesamt 30 kommunale Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von 150 EW (Weissenhof/Löchgau und Lehrhof/Steinheim) bis zu 168.000 EW (Nesselwörth/Bietigheim-Bissingen, beschickt mit Abwasser von rund 87.000 Einwohnern und 4.500 Gewerbebetrieben) in Betrieb. Insgesamt sind im vergangenen Jahr in den kommunalen Kläranlagen des Kreises 60,7 Millionen Kubikmeter Abwasser (siehe Anlage 1, Übersicht Landkreis Ludwigsburg) gereinigt worden. 16 der 30 Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 10.000 Einwohnerwerten behandelten 93 Prozent des häuslichen und gewerblichen Abwassers. Die drei großen Anlagen im Kreis befinden sich in Bietigheim-Bissingen (168.000 EW), Ludwigsburg-Hoheneck (167.000 EW) und Ditzingen (120.000 EW).

Häusliches Abwasser enthält feste und gelöste Stoffe sowie Bakterien und Viren. Die Prozesse der Abwasserreinigung haben das Ziel, Gewässer belastende Inhaltsstoffe auf möglichst kleinem Raum in möglichst kurzer Zeit kontrolliert zu entfernen. Viele Abwasserinhaltsstoffe sind organischen Ursprungs. Bei direkter Einleitung in ein Gewässer würden sie den Lebewesen den Sauerstoff für die Atmung nehmen. Durch weitere Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor kann es im Gewässer zur Überdüngung und Algenentwicklung kommen. Dies verhindern die regelmäßig überwachten Kläranlagen im Landkreis Ludwigsburg. Zur Berechnung und Kontrolle der Reinigungsleistung einer Kläranlage dienen der Chemische Sauerstoffbedarf (CSB), der die Menge an Sauerstoff angibt, die zur Oxidation der gesamten im Wasser enthaltenen organischen Stoffe verbraucht wird. Weitere Kontrollwerte sind der Gesamtstickstoffgehalt (N) und der Phosphorgehalt (P).

"Im Landkreis Ludwigsburg hat die Reinigungsleistung unserer Kläranlagen ein hohes Niveau erreicht", stellt Landrat Dr. Rainer Haas zufrieden fest. Dies ist auch an der Gewässerqualität zu erkennen, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert hat. Der seit 1974 jährlich durchgeführte Leistungsvergleich der kommunalen Kläranlagen ergab für das Jahr 2009 folgende Ergebnisse (siehe auch Balkengrafik: Vergleich Landkreise): Beim CSB betrug die Abbauleistung der 30 Kläranlagen im Kreis 96 Prozent, im Landesdurchschnitt waren es 95 Prozent. Die Abbaugrade beim Gesamtstickstoff betrugen 79 Prozent (Land 76 Prozent) und beim Phosphor 91 Prozent (Land 89 Prozent). Für den Abbau der organischen Stoffe (CSB) waren auf den Kläranlagen insgesamt 31 733 Tonnen Sauerstoff notwendig. Außerdem wurden aus dem Abwasser 2 415 Tonnen Stickstoff sowie 412 Tonnen Phosphor entfernt. Zu erwähnen ist, dass selbst kleine und mittlere Anlagen, bei denen die gesetzlichen Anforderungen längst nicht so streng sind wie bei den großen, meist eine gleich gute Reinigungsleistung aufweisen. Der Hauptteil des Abwassers wird aber in den größeren Anlagen mit mehr als 10.000 EW behandelt. Große Anlagen arbeiten häufig kostengünstiger als kleine. So schwanken die Abwassergebühren, die noch die Kosten für die Sanierung und Unterhaltung des Kanalnetzes und der Regenüberlaufbecken enthalten, im Kreis zwischen 1,60 und 3,67 Euro je Kubikmeter.