Presse

Kreistag-Geschäftsstellenleiterin Sandra Grüninger begrüßt russische Studentinnen-Gruppe im Kreishaus:

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AKTUELL - Kommentar

Liebe Leserinnen und Leser der Landkreis-Ludwigsburg-Homepage,

in der Rubrik „Aktuell“ finden Sie in loser Folge Kommentare zu wichtigen und interessanten Themen aus dem Landkreis Ludwigsburg - reinschauen lohnt sich also!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
das Team der Pressestelle des Landratsamts Ludwigsburg

Stadtbahn: die Zeit ist reif für einen Kompromiss

Dieses Signal war eindrucksvoll: Der Landrat und sechs (Ober-)Bürgermeister aus dem Kreis haben der Stadt Ludwigsburg ein gemeinsames Angebot gemacht. Wenn die  Stadt sich verpflichtend bereit erklärt, eine Niederflur-Stadtbahn zu bauen, dann sind alle anderen Beteiligten bereit, ohne Wenn und Aber sofort in die konkrete Planung einzusteigen. Landrat Dr. Rainer Haas machte deutlich, dass er nach wie vor eine Hochflur-Stadtbahn – also ein Anschluss Ludwigsburgs ans Netz der SSB – für die bessere und günstigere Variante hält. Doch im Sinne der gemeinsamen guten Sache springt er über seinen Schatten und reicht Ludwigsburg die Hand. Ähnliches gilt für die Rathauschefs von Schwieberdingen, Markgröningen, Möglingen, Korntal-Münchingen, Kornwestheim und Remseck.

Zu groß waren zuletzt die Zweifel geworden, dass die Mehrheit des Gemeinderats in Ludwigsburg einer Niederflur-Stadtbahn lediglich das Wort redet, weil man insgeheim hofft, dass letztlich gar keine Stadtbahn in die Kreisstadt rollt. Nur deshalb, so ist zu hören, wurde die realistische SSB-Variante voreilig noch vor der Sommerpause in Bausch und Bogen abgelehnt. Dass der Landrat und die Rathauschefs in der Ludwigsburger Nachbarschaft nun einen Kompromiss anbieten, zeugt davon, dass es hier nicht um Befindlichkeiten geht, sondern dass man aufrichtig bemüht ist, den ÖPNV im Kreis wirklich substanziell zu verbessern.

Jetzt liegt der Ball bei Gemeinderat und Stadtverwaltung Ludwigsburg. Die Stadt hat nun Gelegenheit zu beweisen, dass sie es ernst meint mit einem ÖPNV-Ausbau. Die Zeit ist reif für einen Kompromiss!

Markus Klohr

Stadtbahn: von Legosteinen, Tarifen und Anschlüssen

Das Thema einer Stadtbahn als Transversale durch den Landkreis Ludwigsburg wird gerade heiß diskutiert. Landrat Dr. Rainer Haas wirbt deshalb aktuell für ein Umdenken, einen geistigen „Sprung“. Die Hochflur-Variante mit der SSB als Betreiber hätte aus seiner Sicht mehr Vorteile denn je. Rings um Ludwigsburg herum werden die Rufe nach einer Anbindung an das SSB-Netz zunehmend lauter: Ditzingen wünscht sich einen Anschluss bis an sein Gewerbegebiet, womöglich sogar bis zum Bahnhof; Korntal-Münchingen dringt ebenfalls darauf, die SSB-Linie von Stammheim weiter bis zum Korntal-Münchinger Stadtteil Kallenberg zu verlängern; und jetzt will auch Schwieberdingen – unterstützt vom bedeutenden Arbeitgeber Bosch – einen Stadtbahn-Anschluss. „Das ist wie bei einem Lego-Baukasten: das SSB-System ist extrem anschlussfähig und ausbaufähig“, sagt Landrat Haas, „daher sollten wir die Chance nutzen und auch für Ludwigsburg diese Variante nochmal ernsthaft prüfen.“ Eine Ludwigsburger Sonderlösung in Form einer Niederflurbahn wäre eine Insellösung und wie, wenn man jetzt auf ein komplett neues System umsteigen würde -  um im Bild zu bleiben, „wie wenn wir da jetzt extra den Fischer-Technik-Baukasten auspacken“, so Haas weiter.

Ein weiterer großer Vorteil sei die Kompatibilität mit den BRT-Bus-Systemen, die der Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec in der Barockstadt realisieren möchte. „Diese BRT-Linien könnten dann hervorragend den öffentlichen Nahverkehr überall dort ergänzen wo die Hochflurbahn nicht ins Ludwigsburger Stadtbild passt – also auf dem Ast in Richtung Schlösslesfeld“. Eine SSB-Stadtbahn hingegen könnte von Pattonville über die Hindenburgstraße bis zum Bahnhof fahren und wäre somit auch ohne den Ast Richtung Schlösslesfeld/Oßweil wirtschaftlich. So könnte die Barockstadt bundesweit die erste sein, in der BRT-Busse im Regelverkehr unterwegs sind. Fördermittel für die digitale Umstellung der Ampelsysteme hat Ludwigsburg sich ja bereits vorausschauend gesichert.

Einen großen Vorteil sieht der Landrat auch darin, dass eine SSB-Stadtbahn schrittweise geplant und realisiert werden könne. Dann könnten schon in wenigen Jahren die Bürger im Kreis in die neuen Stadtbahnlinien einsteigen – zum Beispiel zwischen Remseck-Aldingen und Pattonville; später dann von Pattonville bis Ludwigsburg-Ost, und so weiter. Zudem ist die SSB bereits Teil des VVS-Systems, das wiederum durch die aktuelle Tarifreform große Vorteile für die Nutzer biete – gerade in den Querverbindungen die nicht nur direkt von oder nach Stuttgart verlaufen.

„Wenn man den Blick auf den gesamten Landkreis Ludwigsburg und den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart richtet, dann bietet die Hochflur-Variante eine Vielzahl von Chancen und Anschlussmöglichkeiten“, so Haas. Er bittet deshalb alle Stadträte aus Ludwigsburg, dieses Thema noch einmal „offen und unvoreingenommen neu zu prüfen. Tauschen Sie sich mit Ihren Parteikollegen aus den Nachbarkommunen aus. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam eine gute Lösung für den ganzen Landkreis Ludwigsburg finden“, appelliert der Landrat. Eine gute Gelegenheit dazu biete der Kommunalkongress zum Thema öffentlicher Nahverkehr am 6. Juli im Kreishaus Ludwigsburg.

Markus Klohr

Perspektiven, aber keine Versprechen für den Gesundheits-Standort Marbach

Kleine Kliniken haben es heutzutage schwer. Sie spüren den immer größeren Kostendruck im Gesundheitswesen und die Tendenz zur High-Tech-Medizin. Mangelhafte Auslastungen und rote Zahlen sind die unvermeidlichen Folgen. So ergeht es auch dem Marbacher Krankenhaus seit Jahren. Deshalb haben der Kreistag, der Kliniken-Aufsichtsrat und die Kliniken-Leitung in der jüngeren Vergangenheit nach Möglichkeiten gesucht, wie man dem Gesundheits-Standort Marbach, der in seiner jetzigen Form nicht mehr zu halten war, Perspektiven geben kann.

 

Geprüft, nicht versprochen, wurden verschiedene Möglichkeiten: Der Neubau einer Belegklinik, die Errichtung einer Privatklinik für Psychosomatik, Einrichtungen für die (Kurzzeit-)Pflege, eventuell ein Pflegehotel und Pflege-Angebote im gehobenen Bereich sowie eine stationäre Reha-Einrichtung. Mit Ausnahme der stationären Reha-Einrichtung, die mit großen Risiken verbunden gewesen wäre, auch weil sich ein Betreiber erst ab 200 Betten engagiert hätte, werden alle anderen Ideen weiterverfolgt, hat der Aufsichtsrat nun beschlossen. Somit wird der Gesundheits-Standort Marbach auch nach der Verlegung der Inneren Medizin und der Geriatrie 2019 nach Bietigheim sehr gute Perspektiven haben.

Dr. Andreas Fritz