Aktuelles
Girls Day Mädchen-Zukunftstag
Schülerinnen lernen das Einmaleins der Vermessung kennen
Zahlreiche Fachbereiche der Kreisverwaltung beteiligen sich am Aktionstag
„Wie vermessen seid ihr?“ – unter diesem Motto fand zum Girls’ Day 2012 eine Aktion des Fachbereichs Vermessung, Flurneuordnung und Geoinformation des Landratsamts statt. Zehn Schülerinnen machten von dem Angebot Gebrauch, informierten sich über die Aufgaben einer Vermessungstechnikerin oder -ingenieurin und wendeten das Gelernte auch gleich praktisch an. Landrat Dr. Rainer Haas, der dem Girls’ Day der Vermesser einen Besuch abstattete, sagte:
„Die Aufgeschlossenheit und das Interesse der Schülerinnen begeistern mich.
Da ist mir nicht bange, dass der im Bereich Vermessung, Flurneuordnung und Geoinformation wachsende Personalbedarf in Zukunft gedeckt werden kann.“
Die wenigsten Teilnehmerinnen hatten zuvor gewusst, dass jeder Bürger beinahe täglich mit Vermessungsergebnissen zu tun hat: Karten, Stadtpläne und Navigationsgeräte basieren ebenso auf Vermessungsdaten wie Grundstücksgrenzen. Im ersten Teil der Veranstaltung informierten sich die Schülerinnen am Beispiel des Hohenasperg über Landesvermessung in früheren Zeiten. Auch eine kleine Übung zur Normschrift der Vermesser stand auf dem Programm, zudem war planerisches Geschick gefragt: Im Rahmen einer fiktiven Flurneuordnung sollten die Mädchen neue Wege planen. Am Nachmittag übertrugen die „Vermesserinnen auf Probe“ dann die so geplanten Daten ins Gelände. Dazu wurden mit Satellitenhilfe Grenzsteine und Vermessungspunkte in freier Natur gesucht. Durch die Kommunikation mit den Satelliten in 20.000 Kilometern Entfernung konnten die Schülerinnen schließlich die korrekten Koordinaten bestimmen.
Außer dem Fachbereich Vermessung, Flurneuordnung und Geoinformation nehmen am bundesweiten Aktionstag Girls’ Day bzw. Boys’ Day auch die Landratsamtsfachbereiche Bauen und Immissionsschutz, Umwelt, Straßen, Recht und Ordnung, Verkehr sowie die Schiller-Volkshochschule teil. Ziel ist es jeweils, Mädchen Einblicke in klassische Männerberufe zu geben und es Jungen zu ermöglichen, frauentypische Berufsfelder für sich zu entdecken.
Enzhäldenweg Besigheim

- Sicherten zum Verfahrensstart die ökologisch wertvolle Erstschicht auf einem Mauerkopf: Dr. Götz Reustle, Vorsitzender der Felsengartenkellerei Besigheim, Landrat Dr. Rainer Haas, Besigheims Bürgermeister Steffen Bühler, Klaus Schrempf, Kämmerer der Stadt Besigheim und Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, und Gerhard Eisele, Leitender Fachbeamter der Flurneuordnung beim Landkreis (von links).
Landrat Dr. Rainer Haas: Ökologie und die Verbesserung der Bewirtschaftungsbedingungen müssen kein Widerspruch sein
Die Verbesserung der Erschließung und der Verkehrssicherheit als Grundlage für die langfristige Erhaltung des Terrassenweinbaus an einem topographisch schwierigen Rebhang sowie der Erhalt einer einmaligen Kulturlandschaft mit wertvollen Trockenmauerbiotopen – das sind die wichtigsten Ziele des Flurneuordnungsverfahrens Enzhälde in Besigheim. „Der Enzhäldenweg wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts angelegt und entspricht nicht mehr den heutigen Nutzungsanforderungen: Er ist zu schmal, statisch nicht sicher und bietet zu wenige Ausweichstellen. Zudem sind viele der Stützmauern in einem sehr schlechten Zustand“, erläuterte Landrat Dr. Rainer Haas am Montag beim offiziellen Start des ersten von zwei Bauabschnitten. „Die gründliche Modernisierung des Wegs sowie die Sanierung und Wiederherstellung der Stützmauern ist daher unerlässlich. Dass Ökologie und die Verbesserung der Bewirtschaftungsbedingungen kein Widerspruch sein müssen, belegt dieses Projekt dabei eindrucksvoll.“
Das Flurneuordnungsverfahren Enzhälde ist neben den beiden Verfahren am Asperger Berg sowie am Wurmberg in Hessigheim eines von insgesamt drei Rebverfahren in terrassierter Steillage im Landkreis. „Dieses Verfahren ist sehr aufwändig und arbeitsintensiv“, sagte Haas. Bereits im Dezember habe man mit der sogenannten Freistellung der nötigen Ausgleichsflächen und damit mit der Entfernung der Verbuschung begonnen. „Um die Auswirkungen der Eingriffe auf die Umwelt zu mindern, wird die Sanierung in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Mehrere Bienenweiden, die den Insekten optimale Lebensbedingungen bieten, wurden bereits abgegrenzt und eingesät“, erklärte der Chef der Kreisverwaltung. Mit lichtundurchlässiger Folie hätten die Experten dafür gesorgt, dass Eidechsen und andere Mauerbewohner nach ihrer Winterruhe die Bereiche meiden, die für den ersten Sanierungsabschnitt vorgesehen sind. „Auch die wertvolle Vegetation und Bodenschicht auf den Mauerkronen wird geschützt: Sie wird abgetragen, zwischengelagert und nach der Sanierung wieder aufgebracht. All diese Maßnahmen zum Schutz von Flora und Fauna während der Flurbereinigung werden im Rahmen einer ökologischen Baubegleitung von einem externen Fachbüro überwacht.“
Die Gesamtkosten der Arbeiten belaufen sich auf etwa 1,04 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt zu 65 Prozent aus Zuschussmitteln von Bund und Land. Den restlichen Anteil in Höhe von gut 365000 Euro sowie die Kosten für den Grunderwerb übernimmt die Stadt Besigheim. Landrat Haas: „Ich danke der Stadt ausdrücklich für ihr finanzielles Engagement bei der Sanierung.“ Der Landkreis hat sich an den Planungskosten der Maßnahme ebenfalls beteiligt. Das Flurbereinigungsgebiet liegt in einem Landschaftsschutzgebiet im Enztal zwischen Besigheim und Bietigheim-Bissingen und umfasst einen Rebhang in terrassierter Steillage mit einem Höhenunterschied von bis zu 100 Metern und einer Hangneigung von teilweise mehr als 60 Prozent. Insgesamt beteiligen sich 72 Teilnehmer mit 182 Flurstücken an der Flurneuordnung. Die Sanierung soll in zwei Bauabschnitten März bis August 2012 sowie November 2012 bis August 2013 erfolgen.
„Interkommunale Zusammenarbeit mit Internet-Technologie“

- Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung: Bürgermeister Albrecht Dautel, Bürgermeister Lutz Schwaigert, Landrat Dr. Rainer Haas und Bürgermeister Uwe Seibold (1. Reihe von links); Bürgermeister Reinhard Rosner, Bürgermeister Rainer Schäuffele, Albert Moosmann und Thomas Lehnert, beide von der Kommunalen Datenverarbeitung Region Stuttgart (KDRS) (2. Reihe von links)
„Dieses Vorhaben wird für alle Beteiligten von Nutzen sein“
Landkreis, sieben Kommunen und zwei Rechenzentren tauschen künftig Fachdaten aus
Für das Modellprojekt „Interkommunale Zusammenarbeit mit Internet-Technologie“ ist der Startschuss gefallen: Eine entsprechende Vereinbarung haben der Landrat sowie die Bürgermeister der Teilnehmer-Kommunen sowie Vertreter der Rechenzentren kürzlich in Schwieberdingen unterschrieben. So wird im Landkreis erstmals ein kommunaler Datenverbund entstehen, der ausgewählte Informationen unter Einhaltung des Datenschutzes aktuell in den jeweiligen Geographischen Informationssystemen (GIS) der Projektbeteiligten zur Verfügung stellt. An dem Datenverbund beteiligen sich neben dem Landkreis und den Kommunen Remseck, Bönnigheim, Erdmannhausen, Erligheim, Kirchheim, Oberstenfeld und Walheim die beiden Rechenzentren KDRS (Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart) und KIVBF (Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken).
Ziel des Projekts ist, Fachdaten im Landkreis nur einmal zu erfassen, nur bei der jeweils zuständigen Stelle zu führen und sie auszutauschen: Auf den Datenbestand – Bebauungspläne, Bodenrichtwert-Informationen und Umweltdaten – bei der jeweiligen Stelle werden alle Projektpartner mit Hilfe von Internet-Diensten, den sogenannten Web-Map-Services (WMS), zugreifen können. „Dieses zukunftsweisende Vorhaben wird für alle Beteiligten von Nutzen sein, weil damit nicht nur Zeit und Geld gespart wird, sondern auch immer sehr aktuelle Daten zur Verfügung stehen – damit entsteht ein echter Mehrwert“, sagte Landrat Dr. Rainer Haas bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. Er dankte den Beteiligten für die Unterstützung bei der sehr intensiven Vorbereitung und Abstimmung des Modellvorhabens. Die finanzielle Beteiligung der Partner zeige, wie wichtig ihnen das Projekt sei, das der Fachbereich Vermessung des Landratsamts zum richtigen Zeitpunkt gestartet habe.
Projekttage mit dem Fachbereich Vermessung des Landratsamts an der Grund- und Hauptschule Hessigheim
Wie man einen Grenzstein findet oder ein rechtwinkliges Blumenbeet
anlegt
Unterschiedliche Strecken- und Winkelmessverfahren haben die Grund- und Hauptschüler der vierten und sechsten Klasse aus Hessigheim im Rahmen von Projekttagen kennengelernt. Unter der Anleitung des Fachbereichs Vermessung beim Landratsamt lösten die Schüler spielerisch Aufgaben aus der täglichen Arbeit eines Vermessers und lernten, dass man auch mit einfachen Mitteln genaue Messergebnisse erzielen kann.
Wie hoch ist der Schornstein auf dem Schulhof? Wie kann man ein rechtwinkliges Blumenbeet anlegen? Wie finde ich einen Grenzstein? Diese und weitere Fragen beantworteten die wissbegierigen Schüler im Rahmen des Projekts. Der Erste Landesbeamte des Landkreises Ludwigsburg, Dr. Utz Remlinger, überzeugte sich gemeinsam mit Fachbereichsleiter Thomas Meyer persönlich davon, dass die Kinder mit großem Eifer ans Werk gingen. Eingesetzt wurden ein Messband, Zollstöcke und ein spezielles elektronisches Gerät, das sogenannte Tachymeter. Die Vermesser des Landratsamts erklärten unter anderem, wie man einen rechten Winkel absteckt. Moderne Satellitentechnik half den Nachwuchsexperten schließlich dabei, Grenzzeichen zu finden.
"160 Jahre Topographischer Atlas Königreich Württemberg - von der Karte zum GIS"
Landrat Dr. Haas eröffnet Ausstellung
Die Ausstellung war vom 17. Oktober 2011 bis 04. November 2011 im Kreishaus zu sehen
Link zum Film "Historische Vermessung"
Karten geben dem heimatkundlich und historisch Interessierten wertvolle Hinweise über Leben, Kultur, Besiedelung und Entwicklung einer Landschaft. In der Ausstellung im Landratsamt informieren nicht nur Tafeln über historische Karten, sondern die Besucher können auch Abdrucke der Karten in die Hand nehmen und sich über den Situation im Landkreis vor hunderten von Jahren informieren.
Damit Landkarten die Erdoberfläche möglichst genau abbilden können, sind Vermessungen notwendig. Die in der Ausstellung dargestellte Entwicklung der Vermessungstechnik und der Messinstrumente, aber auch der Fortschritt in der kartographischen Darstellung haben dazu geführt, dass die Karten immer genauer wurden. Dies wird in der Ausstellung nicht nur durch den Vergleich zwischen historischen und aktuellen Karten sowie Luftbildern deutlich, sondern auch durch die Vielfalt der Präsentationen, die heute mit Hilfe von Geographischen Informationssystemen (GIS) möglich sind. Die in amtlichen Karten und Verzeichnissen dokumentierten Ergebnisse der Landesvermessung werden im Informationssystem des Liegenschaftskatasters geführt. Sie sind auch heute Garanten für die Sicherung des Grundeigentums und für einen geordneten Grundstücksverkehr. Die Ausstellung zeigt deshalb dem Besucher auch die rasante technische Entwicklung des Liegenschaftskatasters von den historischen Urkarten bis hin zum neuen Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS).
Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch umrahmt vom Ensemble „accent accordion-ensemble“, das aus Mitgliedern des Handharmonika Clubs Walheim-Besigheim besteht. Mitarbeiter des Landratsamt-Fachbereichs Vermessung führten in historischen Gewändern vor, wie die Vermessungen für das Liegenschaftskataster im 19. Jahrhundert vonstatten gingen.
Den gesamten Ausstellungskatalog finden Sie hier.
Präzision ist das oberste Gebot
Die Ausbildung zum Vermessungstechniker/in hat Zukunft
Wenn eine neue Straße gebaut oder neue Schienen verlegt werden sollen, hat sie schon jeder beobachtet: Männer und Frauen, die mit Messlatte und Lasergerät am Straßenrand stehen. Die Rede ist nicht von einer Geschwindigkeitskontrolle, sondern vom Vermessungstechniker/in, der vor Ort die entsprechenden Daten erhebt.
Durch den zunehmenden Einsatz computergestützter Messverfahren nimmt der Außendienst mit den Lage- und Höhenvermessungen im Gelände jedoch einen immer geringeren Anteil an der Arbeit als Vermessungstechniker ein.
Heute liegt der Schwerpunkt eher im Auswerten der Messdaten, dem Aktualisieren von Karten und im Ausarbeiten von Plänen. Die Daten der Vermessungstechniker bilden die Grundlage für amtliche Geobasisinformationssysteme, Liegenschaftskataster und Planungsunterlagen sowie für Bauvorhaben beziehungsweise den Nachweis von Eigentumsrechten. Präzision ist daher in allen Arbeitsschritten oberstes Gebot.
Häufig liegen dem Vermessungstechniker schon frühere Vermessungsergebnisse vor, die er zunächst heraussuchen und auswerten muss. Dann geht es meist nach draußen, denn der Vermessungstechniker muss vor Ort die Angaben über Länge, Neigung und Höhen eines Geländes oder den Grenzverlauf eines Grundstücks überprüfen und gegebenenfalls neu einmessen. Ein Vermessungstechniker überprüft dabei die Lage bestehender Vermessungspunkte. Zudem müssen fehlende oder beschädigte Festpunkte ersetzt werden. Mithilfe von modernen Messinstrumenten werden neue Markierungen angebracht. Wieder im Büro werden die Ergebnisse auf den Computer übertragen und in die Pläne eingearbeitet.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst die vermessungstechnische Berechnung, Verarbeitung von Geoinformationen in Geographischen Informationssystemen (GIS), die Herstellung von Karten und Plänen und die Datenerfassung nach Lage und Höhe im Außendienst. Beschäftigungsmöglichkeiten finden Vermessungstechniker anschließend in Architektur- und Ingenieurbüros sowie im Bereich des öffentlichen Dienstes in Landesvermessungs- oder kommunalen Kataster- und Vermessungsämtern.
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Fachbereich Vermessung,
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Fax 07141 144-4801
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(at)landkreis-ludwigsburg.de
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