Gesetzlich geschützte Biotope

Biotopschutz (§§ 30 BNatSchG, 33 NatschG)

 Angesichts der fortschreitenden Zersiedlung und Monotonisierung unserer Landschaft und des gravierenden Artenschwunds stellt der Biotopschutz ein Instrument von enormer Bedeutung für die Sicherung der Lebensräume von seltenen Tier- und Pflanzenarten und für den Erhalt unserer gewachsenen Kulturlandschaft dar.

Seit März 2010 sind im Bundesnaturschutzgesetz die gesetzlich geschützten Biotope (§ 30) definiert. Zusammen mit § 33 des Naturschutzgesetzes sind diese abschließend bezeichnet. Dies sind auszugsweise:

  • natürliche und naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörenden uferbegleitenden Vegetation
  • Moore, Sümpfe, Röhrichte und Riede, seggen- und binsenreiche Naßwiesen
  • Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Trockenrasen
  • offene Felsbildungen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden
  • Höhlen, Dolinen
  • Feldhecken, Feldgehölze, Hohlwege, Trockenmauern und Steinriegel, jeweils in der freien Landschaft.

In der Anlage zu dieser Vorschrift sind die Biotope anhand der Standortsverhältnisse, der Vegetation und sonstiger Eigenschaften im Detail definiert.

Laut Gesetz sind alle Handlungen, die zu einer Zerstörung oder erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung dieser Biotope führen können, verboten.

Zulässig sind Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen, die zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Biotope notwendig sind.

Kartierung der gesetzlich geschützten Biotope

Die Erfassung der Biotope außerhalb des Waldes ist Aufgabe der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Sie erfolgt landesweit einheitlich unter Verwendung einer von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz erarbeiteten, verbindlichen Kartieranleitung und eines EDV-Erfassungsprogrammes.

Die Ergebnisse der Kartierung werden in Form von Listen und Karten an die Gemeinden weitergeleitet und dort ortsüblich bekanntgegeben.

Das auf Flurkarten basierende Kartenwerk informiert die Eigentümer über das Vorkommen geschützter Biotope auf ihren Grundstücken.

Für die künftigen Siedlungs- und Straßenplanungen der Gemeinden stellt die Kartierung eine wichtige Grundlage dar.

Stand der Biotopkartierung im Landkreis Ludwigsburg

Mehr als 2300 Feldgehölze, Feldhecken, Trockenmauern, Hohlwege, Magerrasen, Sümpfe, Röhrichte, Riede und andere wertvolle und naturnahe geschützte Landschaftsbestandteile wurden seit Beginn der Biotopkartierung im Jahr 1992 von den Kartierern des Landratsamts Ludwigsburg auf dem Kreisgebiet registriert. Bis 1999 wurde in 30 Gemeinden und damit auf rund 2/3 der Fläche des Landkreises die Kartierung der gesetzlich geschützten Biotope durchgeführt.

In den Gemeinden Affalterbach, Asperg, Benningen, Ditzingen, Erdmannhausen, Freiberg, Gemmrigheim, Gerlingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Kornwestheim, Ludwigsburg, Marbach, Möglingen, Murr, Pleidelsheim, Remseck und Schwieberdingen sind die Verfahren bereits abgeschlossen.

Vollständig kartiert sind überdies die Gemeinden, Besigheim, Großbottwar, Hessigheim, Mundelsheim, Oberstenfeld und Steinheim.

Die Geländeerhebung der Gemeinden Bönnigheim, Erligheim, Freudental, Kirchheim, Löchgau und Walheim wurden ebenfalls bereits abgeschlossen.