Wespen

Alle Wespenarten - Übersicht

Mittlere Wespe oder "kleine Hornisse"

Waldwespe

Sächsische Wespe

Rote Wespe

Norwegische Wespe

Deutsche Wespe

Gemeine Wespe

Gallische Feldwespe

Verhalten im Nestbereich und außerhalb

Wissenswertes

Mittlere Wespe oder "kleine Hornisse"

Mittlere Wespe
Nest der Mittleren Wespe in einer Hecke

Die Mittlere Wespe ist die zweitgrößte soziale Wespe.

  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden 15 - 19 mm groß, Königinnen 18 - 22 mm und Drohnen 15 - 19 mm. Die Farbe der Königin ist rötlich-braun, der Arbeiterinnen schwarz-gelb.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Tiere Insekten, vor allem Fliegenarten. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlenhydraten ab durch Sammeln von Blütennektar, vorzugsweise an Doldenblütlern und Schneebeere.
  • Volksstärke: bis 200 Tiere
    Kurzer Lebenszyklus bis ca. Mitte September.
  • Besondere Merkmale:
    Gräuliche Nestfarbe mit glatter Nesthülle, die wasserabweisend ist. 
    Die Mittlere Wespe baut ihre Nester ausschließlich in Hecken oder in Zweigen von Bäumen. Sie wird deshalb als "Freinister" bezeichnet.
    Sie ist im Siedlungsbereich anzutreffen.

Waldwespe

Waldwespe
Nest der Waldwespe
  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden 13 - 15 mm groß, Königinnen 15 - 19 mm und Drohnen 14 - 16 mm. Die Farbe der Tiere ist schwarz-gelb.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Wespen Insekten. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlehydraten ab durch Sammeln von Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen.
  • Volksstärke: 200 bis 300 Tiere
    Kurzer Lebenszyklus bis ca. Mitte September.
  • Besondere Merkmale:
    Graue bis graugelbe Nestfarbe mit glatter Nesthülle (Fußballgröße und zitronenförmig). Die Waldwespe baut ihre Nester in Feldscheunen, aber auch in Hecken und Vogelniskästen. Sie wird deshalb auch als "Freinister" bezeichnet. Sie ist im Siedlungsbereich anzutreffen.

Sächsische Wespe

Sächsische Wespe
Nest der Sächsischen Wespe auf einem Dachboden
  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden 11 - 15 mm groß, Königinnen 15 - 19 mm und Drohnen 13 - 15 mm. Die Farbe der Tiere ist schwarz-gelb.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Tiere Fliegenarten und andere Insekten. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlehydraten ab durch Sammeln von Blütennektar an Johannis- und Stachelbeerblüten, Schneebeere, Felsenmispel und Faulbaum.
  • Volksstärke: 200 bis 300 Tiere
    Kurzer Lebenszyklus bis ca. Mitte September.
  • Besondere Merkmale:
    Graue Nestfarbe mit glatter Nesthülle (Fußballgröße und erdbeerförmig). Die Sächsische Wespe baut ihre Nester im Dachgebälk, in Gartenhütten und Vogelniskästen. Sie wird deshalb auch als "Freinister" bezeichnet. Sie ist im Siedlungsbereich anzutreffen.

Rote Wespe

Rote Wespe
Nest der Roten Wespe
  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden 10 - 14 mm groß, Königinnen 16 - 20 mm und Drohnen 13 - 16 mm. Die Farbe der Tiere ist schwarz-gelb, aber auffallend rötliche Färbung der beiden ersten Hinterleibsringe.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Tiere Insekten. Die Rote Wespe jagt häufig auf Doldenblütlern. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlehydraten ab durch Sammeln von Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen und Honigtau von Blattläusen.
  • Volksstärke: 100 bis 200 Tiere
    Kurzer Lebenszyklus bis ca. Mitte September.
  • Besondere Merkmale:
    Graue Nestfarbe mit glatter Nesthülle (meist kleiner als ein Fußball). Die Rote Wespe baut ihre Nester fast ausschließlich unterirdisch in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfsgängen, oft auch an feuchteren Stellen (Wassergräben). Sie wird deshalb auch als "Dunkelhöhlennister" bezeichnet. Sie ist im Siedlungsbereich anzutreffen.

Norwegische Wespe

Norwegische Wespe
Nest der Norwegischen Wespe
  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden 12 - 15 mm groß, Königinnen 15 - 19 mm und Drohnen 14 - 16 mm. Die Farbe der Tiere ist schwarz-gelb. Wegen der Rotfärbung der Hinterleibsringe kann die Norwegische Wespe leicht mit der Roten Wespe verwechselt werden.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Wespen Insekten, vorwiegend Fliegen. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlehydraten ab durch Sammeln von Blütennektar an verschiedenen Blütenpflanzen und Honigtau.
  • Volksstärke: 200 bis 300 Tiere
    Kurzer Lebenszyklus bis ca. Mitte September.
  • Besondere Merkmale:
    Graue bis graugelbe Nestfarbe mit glatter Nesthülle (ungefähr Fußballgröße). Die Norwegische Wespe baut ihre Nester in dichtem Strauchwerk, in Holzstapeln und unter feiliegenden Wurzeltellern umgestürzter Bäume. Sie wird deshalb auch als "Freinister" bezeichnet. Sie ist fast ausschließlich im Wald anzutreffen.

Deutsche Wespe

Deutsche Wespe
Nest der Deutschen Wespe
  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden 12 - 16 mm groß, Königinnen 17 - 20 mm und Drohnen 13 - 17 mm. Die Farbe der Tiere ist schwarz-gelb.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Wespen Insekten, vorwiegend Fliegenarten. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlehydraten ab durch Sammeln von Blütennektar oder Honigtau sowie Zuckerstoffe im Siedlungsbereich (Bäckereien, Konditoreien, Kaffeetisch) und Fallobst.
  • Volksstärke: 1.000 bis 7.000 Tiere
    Langer Lebenszyklus bis Ende Oktober/Mitte November(witterungsabhängig).
  • Besondere Merkmale:
    Graue Nestfarbe mit vielen muschelartigen Lufttaschen. Die Deutsche Wespe baut ihre Nester meist unterirdisch in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfsgängen oder in Rollladenkästen und dunklen Dachböden. Sie wird deshalb auch als "Dunkelhöhlennister" bezeichnet. Sie ist im Siedlungsbereich anzutreffen.

Gemeine Wespe

Gemeine Wespe
Nest der Gemeinen Wespe
  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden 11 - 14 mm groß, Königinnen 16 - 19 mm und Drohnen 13 - 17 mm. Die Farbe der Tiere ist schwarz-gelb.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Wespen Insekten, vorwiegend Fliegenarten. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlehydraten ab durch Sammeln von Blütennektar oder Honigtau sowie Zuckerstoffe im Siedlungsbereich (Bäckereien, Konditoreien, Kaffeetisch) und Fallobst.
  • Volksstärke: 1.000 bis 5.000 Tiere
    Langer Lebenszyklus bis Ende Oktober/Mitte November. (witterungsabhängig)
  • Besondere Merkmale:
    Beige-graue Nestfarbe mit vielen muschelartigen Lufttaschen. Die Gemeine Wespe baut ihre Nester meist unterirdisch in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfsgängen oder in Rollladenkästen und dunklen Dachböden. Sie wird deshalb auch als "Dunkelhöhlennister" bezeichnet. Sie ist im Siedlungsbereich anzutreffen.

Gallische Feldwespe

Gallische Feldwespe
Nest der Gallischen Feldwespe
  • Aussehen:
    Arbeiterinnen werden bis 15 mm groß, Königinnen bis 18 mm und Drohnen 14 - 16 mm. Die Farbe der Tiere ist schwarz-gelb, die Beine sind im Gegensatz zu allen anderen Wespen auffallend verlängert.
  • Nahrung:
    Für die Brut benötigen die Wespen Insekten. Die ausgewachsenen Tiere decken ihren Bedarf an Kohlehydraten ab durch Sammeln von Nektar an Johannisbeeren, Stachelbeeren, Faulbaum und Felsenmispeln (ähnlich wie Sächsische Wespe).
  • Volksstärke: 10 bis 30 Tiere
    Kurzer Lebenszyklus bis ca. Ende September.
  • Besondere Merkmale:
    Gräuliche Nestfarbe, allerdings baut die Gallische Feldwespe nur eine Wabe und keine Nesthülle darum. Ihr Nest liegt meist in einem geschlossenen Raum - sie ist häufig auf Dachböden an den Dachziegeln zu finden. Sie ist im Siedlungsbereich anzutreffen.
  • Besonderheit: Die Gallische Feldwespe ist eine harmlose Wespenart, die selbst bei Störungen am Nest nicht aggressiv reagiert. Ihr Stachel ist schwach, so dass er kaum die menschliche Haut durchdringen kann.

Verhalten im Nestbereich und außerhalb

Verhalten im Nestbereich

Alle Wespenarten verteidigen ihr Nest und ihr Volk mit Angriffen gegen die vermeintlichen Eindringlinge. Wer ein Wespennest entdeckt, sollte folgendes beachten:

  • keine heftigen Bewegungen in unmittelbarem Nestbereich und einem Umkreis von rund vier Metern,
  • das Verstellen der Hauptflugrichtung vermeiden,
  • Manipulationen und Erschütterungen am Einflugloch oder Nest (durch Stochern oder Klopfen) vermeiden,
  • kein direktes Anatmen der Tiere.

Verhalten außerhalb des Nestbereichs

Sollten Sie von einer Wespe angeflogen werden:

  • Vermeiden Sie panische oder heftige Bewegungen und vor allem, bewahren Sie Ruhe! Meist möchte das Tier nur einen kurzen "Zwischenstopp" auf dem Arm oder einem anderen Körperteil als "kurzes Ruhebänkchen" nutzen.
  • Werden Wespen jedoch gedrückt oder festgehalten, dann fahren sie natürlich ihren Stachel zur Verteidigung aus.

Falls Sie des Öfteren Besuch durch die beiden lästigen Wespenarten an Ihrem Kaffeetisch erhalten:

  • Bedecken Sie Kuchen, Obst und andere Speisen am besten bzw. räumen Sie diese relativ zügig wieder weg.
  • Kinder sollten am besten mit einem Trinkhalm aus dem Glas oder Becher trinken.
  • Verschließen Sie immer Flaschen mit dem Deckel, damit keine Wespe ihren Weg hinein findet.  

Wissenswertes

  • Von den insgesamt acht heimischen Wespenarten sind nur die Deutsche und die Gemeine Wespe lästig - sie fliegen auf Süßes Gebäck, Eis oder Grillfleisch.

Wer kann überhaupt stechen?

  • Nur die Weibchen können stechen. Sie haben keinen Widerhaken wie die Bienen. Sie ziehen den Stachel wieder heraus und können beliebig oft damit zustechen. Dies ist deshalb so, weil sie mit ihrem Stachel ihre Beute lähmen können.
  • Bienen und Hummeln dagegen besitzen ihren Stachel nur zur Verteidigung. Die Männchen, auch Drohnen genannt, können nicht stechen.

Quelle:
Text: Stadt Filderstadt, Umweltschutzreferat
Bilder: Robert Ripberger