Hornissen

Hornissennest
Hornissenarbeiterinnen beim Bau des Nestes

Im Sommer, wenn es schwirrt und summt, bricht bei vielen Menschen Panik aus. Das sonntägliche Kaffeetrinken im Garten oder auf dem Balkon wird zum Alptraum, der Ruf nach Vernichtung der lästigen schwarz-gelb gestreiften Insekten wird laut. Die Rede ist von Wespen.

Vielen Menschen ist jedoch nicht bekannt, daß es mit der Hornisse acht verschiedene staatenbildende Wespenarten in Deutschland gibt. Doch lediglich zwei Arten - das sind die Deutsche und die Gemeine Wespe - treten dabei lästig in Erscheinung, weil sie sich für Süßspeisen, zuckerhaltige Getränke etc. interessieren.

Gerade diese beiden Arten kommen noch recht häufig vor, sind individuenstark und haben einen langen Lebenszyklus, der von Mai bis Oktober oder sogar Anfang November geht.

Wichtig und häufig unbekannt ist die Tatsache, daß alle acht Arten einen einjährigen Lebenszyklus haben. Die Sorge mit einem Nest nun über Jahre behelligt zu sein, ist somit unbegründet.

Hornissen sind friedfertig

Hornissen auf einer Hand
Hornissennest in einem Gebäude

Alle Wespen sind aufgrund der Tatsache, daß sie Insekten als Futter für ihre Brut erbeuten, nützlich. Eine Vernichtung sollte daher nur im äußersten Notfall, z.B. wenn sich ein Nest der "lästigen Arten" direkt im oder am Wohnbereich befindet, erfolgen.

Der Hornisse geht der schlechteste Ruf voraus und das völlig zu unrecht. Sie gilt als angriffslustig und gefährlich.

Der Aberglaube, daß drei Hornissenstiche einen Menschen und sieben Stiche ein Pferd töten, hält sich hartnäckig im Bewußtsein der Bevölkerung.

Dabei ist ein Hornissenstich nicht giftiger als ein Wespen- oder Bienenstich. Gefährlich werden diese Insektenstiche lediglich bei Menschen, die eine entsprechende Allergie haben.

Auch die Meinung, daß Hornissen aggressiv sind, besteht zu unrecht. Außerhalb des Nestbereichs sind die Hornissen überhaupt nicht angriffslustig, sondern vielmehr defensiv.

Futterverhalten

Hornissenkönigin beim Abraspeln von morschem Holz, das zum Aufbau des Hornissennests dient

Aufgrund ihres Futterverhaltens interessieren sie sich auch nicht für Lebensmittel und Getränke.

Hornissen stören somit auch nicht beim Grillen oder Picknick. Im direkten Nestbereich (ca. 4 m um das Nest herum) verteidigen sie ihr Nest, wenn sie sich gestört fühlen.

Dies ist der Fall, wenn der Nestbau erschüttert wird, wenn man mit Gegenständen im Nest stochert oder sich in der Einflugschneise hektisch bewegt und mit den Armen herumwedelt.

Wer sich ruhig und besonnen verhält, kann sich auch in diesen Bereich wagen und die Hornissen beobachten.

Entsprechende Horrormeldungen in der Presse und die Verschlechterung der Lebensräume durch bauliche Inanspruchnahme der freien Landschaft und fehlende Strukturen haben dazu geführt,daß die Hornisse in ihrem Bestand gefährdet ist.

Artenschutz

Seit 1984 steht sie daher unter Artenschutz.

Die Vernichtung der Tiere und ihrer Lebensräume ist somit generell verboten.

Dieser Schutz gilt nicht nur in der freien Natur und Landschaft sondern auch innerhalb von Ortschaften im Haus- und Wohnungsbereich.

Sofern Sie Fragen zum Umgang mit Hornissen haben oder eine weitere Beratung und Tipps wünschen, können Sie sich gerne an uns oder an unsere ehrenamtlichen Fachberater und Fachberaterinnen wenden. Den Ihrem Wohnort am nächsten liegenden Fachberater erfahren Sie bei dem für den Bereich Artenschutz genannten Ansprechpartner oder bei Ihrem Bürgermeisteramt.

Weitere Informationen zu Hornissen und Co finden Sie unter www.hymenoptera.de und www.hornissenschutz.com sowie www.vespa-crabro.com.

Bilder: Ursula und Holger Weidel, Martin Paliocha

Hornissennest in einer Baumhöhle, ein natürlicher Lebensraum der Tiere
Hornissennest im einem Hornissenkasten