Bodenschutz

Allgemeines

Für den einen ist es "Dreck", der nächste registriert ihn als Altlast.

Wer weiß schon, dass in einer Handvoll Erde mehr Lebewesen existieren als es Menschen auf der Erde gibt?

Per Gesetz ist der Boden die obere Schicht der Erdkruste mit ihren Funktionen im Naturhaushalt, einschließlich der flüssigen Bestandteile (Bodenlösung) und der gasförmigen Bestandteile (Bodenluft) ohne Grundwasser und Gewässerbetten.

Der Boden ist nicht nur wichtige Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, er wird auch in vielfältiger Weise durch den Menschen als Rohstofflagerstätte, Fläche für Siedlung und Erholung und letztendlich als Entsorgungsfläche für anfallenden Abfall genutzt.

Hieraus ergeben sich für den Boden zahlreiche Gefährdungen unterschiedlichster Herkunft. Es seien nur genannt:

  • Flächenverbrauch für Überbauung und Verkehrswege mit dem Verlust wichtiger Bodenfunktionen.
  • Veränderung der natürlichen Beschaffenheit von Böden durch Schadstoffeintrag, Entwässerung und Bodenverdichtung.
  • Verlust von Bodensubstanz durch Bodenerosion.

Da Böden nur begrenzt belastbar und nicht vermehrbar sind, ist der Schutz des Bodens eine wichtige Aufgabe für Land, Kommunen, Verbände und jeden einzelnen Bürger.

Baden-Württemberg hat 1991 als erstes Bundesland mit einem eigenen Bodenschutzgesetz die Voraussetzungen für einen umfassenden Bodenschutz geschaffen.

Am 1. März 1999 trat das Bundes-Bodenschutz- und Altlastengesetz in Kraft, wodurch die Umsetzung des Bodenschutzes einheitlich für alle Bundesländer geregelt wird. Im neuen Landes-Bodenschutzgesetz vom 14.12.2004 wird dem Flächenverbrauch und dem haushälterischen Umgang mit Boden ein besonderer Stellenwert zuteil.

Rechtsgrundlage und Verfahren

Mit dem Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG), dem Landesbodenschutzgesetz und den dazugehörigen Verwaltungsvorschriften sollen die Funktionen des Bodens im Naturhaushalt nachhaltig gesichert oder wieder hergestellt werden.

Hierzu sind schädliche Bodenveränderungen abzuwehren, Boden und Altlasten sowie hierdurch verursachte Gewässerverunreinigungen zu sanieren und Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen auf den Boden zu treffen.

Das BBodSchG regelt die Anforderungen bei der Ermittlung und Sanierung von schädlichen Bodenveränderungen.

Die Vorsorgepflicht nach § 7 wird bei der landwirtschaftlichen Bodennutzung durch die gute fachliche Praxis erfüllt.

Anforderungen an das Auf- und Einbringen von Materialien (Bsp. Erdaushub, Baggergut) auf den Boden werden im § 12 der Bundes-Bodenschutz-Verordnung geregelt.

Ein Landwirt, der beispielsweise zum Zweck der Bodenverbesserung seinen Acker mit hochwertigem Erdaushub auffüllen möchte, bedarf einer bau- und naturschutzrechtlichen Genehmigung.

Mit dieser Genehmigung werden die Anforderungen in Bezug auf Materialqualität und Bauausführung geregelt, um zu gewährleisten, daß die Funktionen des Bodens gesichert werden.

Ansprechpartner Bodenschutz, Erdauffüllungen

Silvia Walter
Tel. 07141 144-2609 (vormittags)