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Bilanz der Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement im Landkreis Ludwigsburg

Bürgerschaftliches Engagement ist ein zentrales Element in unserer Gesellschaft. Landkreise sowie die Städte und Gemeinden stellen sich dieser Aufgabe traditionell unter dem Thema Ehrenamt. In den letzten Jahren öffnete sich aber der Blickwinkel in auch zum Bürgerschaftlichen Engagement. Alte und neue Inhalte wurden diskutiert und mit Leben gefüllt. Ein neues Bewusstsein entwickelte sich sowohl bei den Bürgern als auch in den Verwaltungen. Diskussionen wurden und werden sowohl auf politischer Ebene, auf Fachebene/Verwaltungsebene als auch auf Bürgerebene geführt.

Auch im Landkreis Ludwigsburg entwickelten sich bereits seit Jahren unterschiedliche Ansätze für das bürgerschaftliche Engagement. Ausgehend von der Altenhilfe-Fachberatung wurden u.a. generationsübergreifende Angebote konzipiert, Altenbegegnungsstätten in Bürgertreffs weiterentwickelt und Heimbeiräte unterstützt und qualifiziert. Auf dieser Ausgangsbasis wurde im Juli 1999 eine Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement beim Landratsamt Ludwigsburg eingerichtet, um bürgerschaftliche Ansätze und Entwicklungen zu fördern und weiterzuentwickeln. Als Zielsetzung dieses dreijährigen Projektes wurden festgelegt:

  • Fachwissen über Entwicklungen zu sammeln und sie Interessierten zur Verfügung zu stellen
  • Erfahrungsaustausch auf unterschiedlichen Ebenen zu gewährleisten
  • Gemeinden und Initiativen beraten
  • Öffnung der Fachdienste für Bürgerengagement
  • Modernisierung der Verwaltung

Die Fachstelle wurde in Kooperation mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg und dem Landkreistag Baden-Württemberg eingerichtet. Sie bildet die zentrale Einheit im Landkreisnetz Bürgerengagement. Zusätzlich wurden Aufgaben für das Landesnetzwerk übernommen. Konkret besteht das Landkreisnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement aus:

   1. der Fachstelle,

   2. dem Projektverbund der Städte und Gemeinden,

   3. einer Arbeitsplattform der Initiativen, Fachkräfte und Institutionen und

   4. einer dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe im Landratsamt Ludwigsburg.

Die Aufgabe der Fachstelle besteht darin, Kontakt zu allen relevanten Partnern aufzunehmen, Projektgruppen aufzubauen, verbandsübergreifende Aktionen zu initiieren und zu unterstützen Bürgerinnen und Bürger in ihrem Engagement durch Fortbildungen und Reflexion zu stärken.

Durch diese Maßnahmen wurde das Engagement der Bürgerinnen und Bürger gestärkt, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürgern erarbeitet und Städte und Gemeinden zu neuen Formen der Bürgerbeteiligung ermutigt. Dabei waren Anerkennung und Würdigung von Engagement und Öffentlichkeitsarbeit wesentlicher Bestandteil.

Innerhalb des Modellzeitraums von 3 Jahren konnte im Bereich des Bürgerschaftlichen Engagements viel Bewegt werden.

Die neu geschaffene Arbeitsplattform der Initiativen hat es den Engagierten erstmals möglich gemacht sich mit anderen Engagierten, aus den unterschiedlichsten Bereichen, regelmäßig auszutauschen und aktuelle Informationen aus dem Landesnetzwerk Baden-Württemberg zu bekommen. Erarbeitet wurden in diesem Arbeitskreis die Grundlagen für zwei Fortbildungsreihen für ehrenamtlich/ bürgerschaftlich Engagierte und verschiedene Aktionen zum Ludwigsburger Monat der Bürgergeschichten.

Die Ansprechpartner aus dem Projektverbund der Städte und Gemeinden konnten sich in mehreren Treffen über die Bürgerbeteiligungsverfahren in ihrer Stadt/ Gemeinde austauschen und neue Wege kennen lernen. Erfahrungen im Bereich Anerkennungskultur und das initiieren von Beteiligungsprozessen sind nur einige Themen die dabei im Vordergrund standen.

In der dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe konnten die Mitarbeiter für das Thema "Bürgerschaftliches Engagement" sensibilisiert und für verschiedene Aktionen (Fortbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche, Ausstellung des Engagements aus dem Landkreis beim Zukunftskongress in Mannheim, Ludwigsburger Monat der Bürgergeschichten) gewonnen werden. Dieser Arbeitskreis war dabei die Grundlage um das Bürgerschaftliche Engagement im Landratsamt Ludwigsburg auf eine breite Basis zu stellen.

Neue Bürgerbeteiligungsprozesse konnten in Städten/ Gemeinden durch Zukunftswerkstätten angestoßen und unterstützt werden. Geplante Projekte wurden unter Mithilfe der Fachstelle vorbereitet und umgesetzt. Bürgergruppen und Initiativen konnten durch gezielte Fortbildungsmaßnahmen auf ihren Bereich bezogen und durch Zukunftswerkstätten in ihrer Arbeit unterstützt werden.

Durch Beratung und Unterstützung wurden bestehende Parallelstrukturen des Engagements teilweise zusammengeführt bzw. es konnten Kontakte zwischen den Engagementbereichen hergestellt werden.

Im Bereich Pflege und Bürgerschaftliches Engagement wurden Heimbeiräte durch verschiedene Fortbildungsmaßnahmen und initiierten Erfahrungsaustausch in ihrer Arbeit unterstützt. Insbesondere im Bereich der Heimgesetz-Änderung vom 01.01.2002, nachdem jetzt auch Personen die nicht im Pflegeheim wohnen in den Heimbeirat gewählt werden können, konnte die Fachstelle in Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenrat zu mehr Transparenz und Verständnis beitragen.

Fortbildungsreihe Ludwigsburger Begegnungstage

Fördervereine in Pflegeheimen wurden in ihrer Arbeit begleitet und unterstützt. Um die Wichtigkeit bürgerschaftlich engagierten Gruppen auch außerhalb von Fördervereinen zu unterstreichen, findet regelmäßig ein organisierter Erfahrungsaustausch statt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter finden dadurch eine Plattform des Austausches, erkennen parallele Strukturen, bekommen neue Impulse und Ideen und erfahren nicht zuletzt eine Form von Anerkennung und Würdigung ihrer wertvollen Arbeit im Pflegeheim.

Verschiedene Fachtage teilweise mit Markt der Möglichkeiten, einer davon in Kooperation mit der Stadt Ditzingen einer in Kooperation mit der LIGA, haben den Vernetzungsgedanken vorangetrieben. Engagierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich dabei mit anderen Engagementformen vertraut machen, Kontakte Knüpfen, Ideen für ihr eigenes Engagement sammeln und über Themen diskutieren die ihr Engagement betreffen.

Entstanden sind daraus wichtige Kontakte, gemeinsame Projekte und Veranstaltungen.

Die Fortbildungsreihe ‘Ludwigsburger Begegnungstage’ welche 2000 zum erstenmal organisiert wurden, fanden großen Anklang bei den ehrenamtlich/ bürgerschaftlich Engagierten. In diesem Rahmen haben sie die Möglichkeiten bekommen spezielle Schlüsselqualifikationen für ihr Engagement zu erwerben, welche es ihnen erleichtert den gewachsenen Anforderungen an das Engagement zu entsprechen. Aufgrund der positiven Resonanz wird es 2002 vor Ablauf des Modellprojekts eine zweite Veranstaltungsreihe geben. Diese zweite Veranstaltung wird in Kooperation mit der Gesundheitsförderung und der Agendabeauftragten im Landkreis Ludwigsburg organisiert und durchgeführt, was für eine gute Vernetzung innerhalb des Landratsamtes spricht.

Der Ludwigsburger Monat der Bürgergeschichten - Geschichten aus tausendundeiner Tat -, ein Kooperationsprojekt zwischen dem Landkreis Ludwigsburg, dem Sozialministerium Baden-Württemberg und der Stadt Ludwigsburg, hat die Öffentlichkeit auf das bestehende Engagement mit seiner Relevanz für Gemeinwesen und Gesellschaft aufmerksam gemacht. An 30 Tagen haben über 100 Erzähler, unterstützt von 30 Moderatoren, über ihr persönliches Engagement, wie sie dazu gekommen sind und was sie motiviert, berichtet. Sie fanden Gehör bei den zahlreichen Besuchern und haben dadurch Würdigung und Anerkennung durch die Öffentlichkeit erfahren. Die Karawane Bürgerland führt diesen Ansatz im Landkreis für das Jahr 2002 fort.

Aber nicht nur durch die Arbeit in Gremien und durch die organisierten Veranstaltungen konnte die Fachstelle zur Weiterentwicklung des Bürgerschaftlichen Engagements Beitragen. Die Fachstelle hat sich als zentrale Informationsstelle bezüglich verschiedenster Anfragen das Engagement betreffend entwickelt. Anfragen kommen aus den verschiedensten Bereichen, d.h. von Städten und Gemeinden nicht nur innerhalb des Landkreises, von Bürgern die sich für ein Engagement interessieren, von Initiativen aus dem sozialen Bereich, aus der Kriminalprävention der Selbsthilfe der lokalen Agenda 21. Oft geht es um Anerkennungsmöglichkeiten von Engagement, um rechtliche Fragen das Ehrenamt betreffend, um Vermittlung in einen Engagementbereich und um mögliche Strukturen für Bürgerschaftliches Engagement innerhalb der Verwaltung.

Das Thema Ehrenamt/ Bürgerschaftliches Engagement hat durch die Unterstützung des Landkreises einen neuen Stellenwert und neuen Impuls bekommen. Die Initialzündung des Landkreises für die Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in den Städten und Gemeinden ist erfolgreich.

Daniela Grutschnig
Frank Kruse
Heike Dierbach

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