Waffenbesitzkarte im Erbfall

Allgemeine Informationen

Der Umgang mit Waffen oder Munition wird im Waffengesetz des Bundes geregelt und bedarf grundsätzlich einer Erlaubnis.

Wenn Sie eine erlaubnispflichtige Schusswaffe erben, können Sie die erforderliche Waffenbesitzkarte unter erleichterten Voraussetzungen erhalten. Voraussetzung ist jedoch, dass der Erblasser die Schusswaffen berechtigt besessen hat, der Antragsteller zuverlässig und persönlich geeignet ist.

Welche Waffen erlaubnispflichtig sind, ist der Anlage 2 zum Waffengesetz (Waffenliste) zu entnehmen.

Sofern kein Bedürfnis für den Waffenbesitz nachgewiesen werden kann, muss die Waffe durch ein Blockiersystem gesichert werden. Munition kann nicht vererbt werden. Diese kann im Erbfall bei der Waffenbehörde des Landratsamts Ludwigsburg abgegeben werden.

Die Vorschriften zur Blockierpflicht gelten für alle Erbwaffen und finden daher auch Anwendung auf Schusswaffen, die vor dem 1. April 2008 durch Erbschaft erworben wurden.

Gelangen Sie infolge einer Erbschaft in den Besitz einer Schusswaffe oder haben Sie in der Vergangenheit eine Waffe geerbt, empfehlen wir Ihnen, sich zur Klärung der waffenrechtlichen Fragen mit der zuständigen Waffenbehörde in Verbindung zu setzen.

Als Erbe müssen Sie binnen eines Monats nach der Annahme der Erbschaft oder dem Ablauf der für die Ausschlagung der Erbschaft vorgeschriebenen Frist die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte beantragen. Wollen Sie eine geerbte Waffe nicht behalten oder besitzen, so kann diese bei der Waffenbehörde des Landratsamts Ludwigsburg abgegeben werden.

Waffen, die Sie aus Anlass des Todes des bisherigen Waffenbesitzers in Besitz nehmen, müssen Sie jedoch unverzüglich der zuständigen Behörde anzeigen.

Der unerlaubte Umgang mit Waffen ist eine Straftat – in bestimmten Fällen eine Ordnungswidrigkeit.

Zuständige Stelle

Für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte sind zuständig:

Voraussetzung

für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte im Erbfall:

  • Zuverlässigkeit
    Die erforderliche Zuverlässigkeit setzt vor allem voraus, dass Sie nicht vorbestraft sind (genauere Ausführungen dazu stehen im § 5 Waffengesetz).
  • persönliche Eignung
    Die erforderliche persönliche Eignung besitzen beispielsweise Personen nicht, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie geschäftsunfähig, alkoholabhängig oder psychisch krank sind. Auch dürfen nicht in der Person liegende Gründe vorliegen, mit Waffen und Munition nicht vorsichtig oder sachgemäß umgegangen wird (nähere Informationen stehen im § 6 Waffengesetz).
  • Nachweis eines Bedürfnisses oder Einbau eines Blockiersystems
    Das Bedürfnis (ein vernünftiger Grund) kann sich aus einem besonders anzuerkennenden persönlichen oder wirtschaftlichen Interesse, vor allem als Jäger, Sportschütze, Waffensammler, gefährdete Person, Waffenhersteller- oder -händler sowie als Bewachungsunternehmer ergeben.
    Das Blockiersystem darf nur durch hierin eingewiesene Inhaber einer Waffenherstellungserlaubnis oder einer Waffenhandelserlaubnis oder durch deren hierzu bevollmächtigten Mitarbeiter erfolgen. Vorschriften hierzu hat der Bund in der "Technischen Richtlinie - Blockiersysteme für Erbwaffen" aufgestellt. Die Waffenbehörde hat Ausnahmen von der Verpflichtung, Erbwaffen mit einem Blockiersystem zu sichern, zuzulassen, solange ein entsprechendes Blockiersystem für die Waffe noch nicht vorhanden ist.

Sind Sie als Erbe noch minderjährig, müssen Sie die Waffe bis zur Vollendung Ihres 18. Lebensjahres einem waffenrechtlich Berechtigten überlassen.

Verfahrensablauf

Sie müssen beim Geschäftsteil Kreispolizeiangelegenheiten innerhalb eines Monats nach Annahme der Erbschafteinen Antrag auf Erteilung einer Waffenbesitzkarte stellen. Das Antragsformular kann dort angefordert werden oder liegt auf dem Rathaus Ihrer Wohnortgemeinde aus.

Der Geschäftsteil Kreispolizeiangelegenheiten prüft, ob die erforderliche Zuverlässigkeit des Antragstellers vorliegt. Dazu holt sie eine Auskunft aus dem Bundeszentralregister und aus dem zentralen staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister sowie eine Stellungnahme der örtlichen Polizeidienststelle ein.

Den Nachweis der persönlichen Eignung und des persönlichen Bedürfnisses müssen Sie selbst erbringen. Soweit erforderlich ist der Einbau eines Blockiersystems von Ihnen zu veranlassen.

Liegen Bedenken bezüglich der persönlichen Eignung vor, so kann ein amts- oder fachärztliches oder ein fachpsychologisches Zeugnis über die geistige oder körperliche Eignung verlangt werden.

Erforderliche Unterlagen

  • Personalausweis oder Reisepass (bei Ausländern: Nationalpass) nur bei direkter Antragsstellung im Landratsamt.
  • Nachweis der Erbberechtigung (Testament, Erbschein)
  • Verzichtserklärung eventueller Miterben
  • Waffenbesitzkarte des Verstorbenen
  • eventuell (auf unsere Anforderung) ein amts- oder fachärztliches oder ein fachpsychologisches Zeugnis über Ihre persönliche Eignung

Kontakt

BuchstabenkreisAnsprechpartnerTelefon
A - LHerr Früh
Herr Schrade

07141 144-42090
07141 144-42348
M - ZFrau Greco
Herr Kögele
07141 144-42343
07141 144-42342

Telefax an den Geschäftsteil: 07141 144-59311

E-Mail: kreispolizeiangelegenheiten(at)landkreis-ludwigsburg.de