Schweinepest

Klassische Schweinepest:

Bei der klassischen Schweinepest (KSP) handelt es sich um eine hoch kontagiöse, virusbedingte Tierseuche mit schneller Ausbreitungstendenz, die in den Schweinebeständen zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen kann.

Im Landkreis Ludwigsburg wurde zuletzt im Zeitraum vom Oktober 1998 bis Januar 1999  in den Gemeinden Sersheim und Sachsenheim bei 8 erlegten oder tot aufgefundenen Wildschweinen die Schweinepest festgestellt.

Das frühe Erkennen der KSP wird durch die oft schwache Ausprägung des klinischen Bildes im Anfangsstadium erschwert, so dass insbesondere der Seuchenprophylaxe ein hoher Stellenwert zukommt. Jährliche klinische Untersuchungen einschließlich der Entnahme von Blutproben in Schweinebeständen zählen deshalb standardmäßig zur Seuchenprophylaxe gegen die KSP.

Durch Impfungen der Wildschweinbestände mit Ködern konnte diese Krankheit in Deutschland verdrängt werden.

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung, die bei Schweinen und Wildschweinen auftritt und in der Regel tödlich verläuft. Derzeit gibt es weder Impfstoffe noch Heilmittel dagegen. Menschen sind nicht empfänglich für die Tierseuche.  

Die typischen Anzeichen der Afrikanischen Schweinepest ähneln denen der klassischen Schweinepest, weshalb es zur Unterscheidung der beiden Krankheiten in der Regel einer Labordiagnose bedarf. Symptome sind u.a. Fieber, Fressunlust, Antriebslosigkeit, Aborte, innere Blutungen und sichtbare blutunterlaufene Stellen an Ohren und Flanken. Es kann auch zu plötzlichen Todesfällen kommen. Aggressive Virusstämme sind in der Regel tödlich (Todeseintritt innerhalb von zehn Tagen). Mit weniger virulenten ASP-Stämmen infizierte Tiere zeigen mitunter keine typischen klinischen Symptome.

Die Verbringung infizierter Tiere, kontaminierte Schweineerzeugnisse und die illegale Entsorgung von Tierkörpern sind die wichtigsten Ausbreitungswege der Seuche.

Die ASP zirkuliert in Wild- und Hausschweinebeständen in den baltischen Staaten sowie in der Ukraine, Bulgarien, Polen, Rumänien, Ungarn und Russland. Am 13.09.2018 wurden in Belgien, gerade 60 km von der deutschen Grenze, Fälle festgestellt. In keinem der Länder konnte die Tierseuche bei Wildschweinen bisher erfolgreich bekämpft werden, weil geeignete Impfstoffe fehlen. Lediglich Tschechien konnte einen räumlich eng begrenzten Ausbruch (letzer Fall 18.04.2018) eindämmen. Es besteht ein hohes Risiko für eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland. Angesichts des aktuellen ASP-Seuchenverlaufes in Europa ist insbesondere die Jägerschaft aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) der zuständigen Behörde zu melden und geeignete Proben (v. a. Blut, Lymphknoten, Milz, Lunge) amtlich abklären zu lassen.

Das Friedrich-Löffler-Institut veröffentlicht in der Regel wöchentlich eine aktualisierte Karte und Fallzahlen. 2018 (Stand Anfang September) sind bereits mehr als 5.000 Fälle in Europa aufgetreten. Deutlich mehr als im gesamten Jahr zuvor. Da Wildschweine relativ standorttreu sind, breitet sich die Seuche langsam, aber stetig aus. Daneben wird die Tierseuche auch vom Menschen verbreitet, wobei in der Vergangenheit Sprünge von mehreren hundert Kilometern beobachtet wurden. So liegen auch die aktuellen Fälle in Belgien hunderte Kilometer von den Ausbrüchen in Osteuropa entfernt. So kann die Tierseuche jederzeit in Deutschland ausbrechen.

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