Zwei Pflegestützpunkte im Landkreis eröffnet
Landrat Haas hob hervor, dass die demografische Entwicklung auch vor dem Landkreis nicht Halt machen werde. Dadurch steige nicht nur das Durchschnittsalter der Bevölkerung, sondern auch der Hilfe- und Pflegebedarf. Der Chef der Kreisverwaltung fuhr fort: „Die neuen Pflegestützpunkte setzen auf einer soliden Basis an.“ Landkreis und Kommunen hätten in diesem Bereich schon lange Erfahrung: Die Beratungsstelle im Landratsamt mit ihren bis zu 2500 Kontakten pro Jahr gebe es seit fast 25 Jahren und zurzeit existierten im Landkreis 50 zugelassene ambulante Dienste und 72 stationäre und teilstationäre Einrichtungen – „es besteht also schon ein differenziertes Hilfenetzwerk, das dezentral und wohnortnah ausgerichtet ist“, stellte der Landrat fest. Der Landkreis, so Haas weiter, beschreite im Hilfe- und Pflegebereich schon seit vielen Jahren einen innovativen Weg: Zunächst mit dem Ausbau der Sozialstationen in den 70er und 80er Jahren, dann, seit Ende der 80er Jahre, mit dem Aufbau der bundesweit einmaligen, aus vielen kleinen, dezentralen Häusern bestehenden Kleeblatt-Pflegeheimstruktur, die ständig ambulant und stationär ausgebaut und durch weitere gemeinnützige und private Träger ergänzt wird. „Mit der Vernetzung der beiden Pflegestützpunkte gehen wir unseren innovativen Weg weiter, verwalten Daten künftig zentral und erleichtern den kollegialen Austausch. Die Pflegestützpunkte sind also eine Weiterentwicklung, die zusätzliche Qualität bringt – nicht zuletzt Lebensqualität für die Betroffenen und ihre Angehörigen“, bilanzierte Landrat Haas.
Pflegestützpunkte sind als Angebote nach dem Pflegeversicherungsgesetz Beratungsstellen der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Die Beratung von Betroffenen, Angehörigen und Interessierten findet neutral und kostenlos statt – unter Einhaltung der Schweigepflicht telefonisch oder im persönlichen Gespräch, im Pflegestützpunkt oder zu Hause. Die Pflegestützpunkte werden bundesweit eingeführt. Ihr laufender Betrieb wird in Baden-Württemberg von den Krankenkassen, den Pflegekassen und den Kommunen zu gleichen Teilen finanziert. Landesweit sollen 50 Pflegestützpunkte eingerichtet werden. Die Pflegeleistungen selbst werden wie bisher von den Pflegediensten erbracht.
