Zeitweilige Tempolimits und Straßensperrungen im gesamten Kreisgebiet:

Kröten, Frösche und Salamander wieder auf Wanderschaft – Landrat appelliert an Autofahrer: Fahren Sie vorsichtig zum Schutz von Tieren und Helfern

Auch Feuersalamander begeben sich jetzt auf Wanderschaft.
Auch Feuersalamander begeben sich jetzt auf Wanderschaft.

Kröten und Frösche sind wieder auf Hochzeitsreise. Von den steigenden Temperaturen aus der Winterstarre geweckt, machen sich die Amphibien jetzt auf den Weg von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen – eine gefährliche Wanderung, die auch über viel befahrene Straßen im Landkreis führt. „Damit möglichst viele Tiere ihr Ziel erreichen, hat das Landratsamt ab sofort Tempolimits und Straßensperrungen angeordnet“, erklärt Landrat Dr. Rainer Haas. Der Chef der Kreisverwaltung appelliert an die Autofahrer, vorsichtig zu fahren: „Sie ermöglichen dadurch nicht nur Kröten, Fröschen und Salamandern einen sicheren Weg in die Laichgewässer, sondern tragen auch wesentlich zur Sicherheit der ehrenamtlichen Helfer entlang der Strecken bei, die die Amphibien einsammeln und über die Straßen tragen.“

Ein Warnschild mit dem Frosch ist dabei ein deutlicher Hinweis auf ein Wandergebiet der Tiere. Diese haben bei einer angepassten Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer wesentlich größere Überlebenschancen – vorausgesetzt, sie werden nicht direkt überfahren. „Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 30 Kilometern pro Stunde entsteht eine extreme Sogwirkung, die bei den Tieren oft zu starken inneren Verletzungen und damit zum vermeidbaren Tod führt“, erklärt der Landrat, der die Autofahrer in der betroffenen Zeit um Verständnis und Rücksichtnahme bittet. Aber auch die Radfahrer werden gebeten, vor allem in der Dämmerung und nachts vorsichtig zu sein und auf die Tiere Rücksicht zu nehmen.

Neben den Kröten und Fröschen sind im Landkreis auch viele Feuersalamander auf Wanderschaft. So hat ein aktuelles, vom Landratsamt beauftragtes Gutachten ergeben, dass es im Strudelbachtal ein landesweit bedeutendes Feuersalamander-Vorkommen gibt. Aus diesem Grund ist vor allem auch in diesem Bereich die Sperrung der K 1688 notwendig.

Die angeordneten Tempobeschränkungen gelten während der Winterzeit zwischen 18 und 5 Uhr und während der Sommerzeit ab dem 27. März zwischen 20 und 5 Uhr. Um den Limits Nachdruck zu verleihen, werden die Radarmesswagen des Landratsamtes wieder schwerpunktmäßig dort eingesetzt, wo es Verkehrsbeschränkungen zum Schutz der Amphibien und Helfer gibt. Die verkehrsrechtlichen Einschränkungen gelten nur in den Abend- und Nachtstunden der Tage, an denen auf Grund der Wetterbedingungen mit Wanderungen gerechnet werden muss. Die Wanderzeit der Amphibien ist von Art zu Art unterschiedlich und dauert je nach Witterung bis Ende April oder Anfang Mai, bei den seltenen Feuersalamandern bis Ende Mai.

Zum Schutz der Amphibien gibt es in folgenden Gemeinden und Städten in den Abend- und Nachtstunden an den Amphibienwanderstellen Vollsperrungen für den Verkehr:

- Besigheim: Im Bereich der „Pfanderschen Baggerseen“ zwischen 18 und 5 Uhr, nach Umstellung auf die Sommerzeit zwischen 20 und 5 Uhr.

- Bönnigheim: Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hofen und Hohenstein sowie zwischen Hofen und Kirchheim, in Hohenstein ab dem Feldweg Schlossgartenstraße in Richtung Hofen sowie im Bereich Kirchheimer Weg aus Richtung Kirchheim, Laiernstraße, die in den Kirchheimer Weg übergeht auf Höhe der Querung der Wege Gewände und Seeäcker zwischen 19 und 7 Uhr.

- Eberdingen: Sperrung im Strudelbachtal (K 1688) ab Abzweigung der K 1654 bis zur Kreisgrenze ab sofort bis 1. Juni in der Winterzeit zwischen 18 und 5 Uhr, in der Sommerzeit zwischen 20 und 5 Uhr. Die Umleitung erfolgt über Heimerdingen und ist ausgeschildert.

- Erdmannhausen: Sperrung der Kirchberger Straße ab Ortsende (Feldweg) bis zur Einmündung des Kreuzweges.

- Markgröningen: Sperrung der Verbindungsstraße Talhausen-Markgröningen wegen der Wanderungen von Feuersalamandern ab sofort bis 1. Juni von 20 bis 6 Uhr. Die Umleitung ist ausgeschildert.

- Möglingen: Feldwege im Bereich „Im Bornrain“ und Abenteuerspielplatz zwischen 19 und 5 Uhr.

- Mundelsheim: Sperrung des Seebachwegs ab sofort bis 1. Juni zwischen 19 und 6 Uhr.

- Sachsenheim: Am Heinzenberger Weg in Kleinsachsenheim zwischen 19 und 7 Uhr.

- Schwieberdingen: Sperrungen im Münchinger Tal ab sofort bis 1. Juni zwischen 20 und 6 Uhr

- Steinheim: Verlängerung der Lehenstraße (Feldweg) nach dem Parkplatz Tennisplatz bis zur T-Kreuzung nordöstlich des Riedstadions in den Wirtschaftsweg zwischen 18 und 5 Uhr, nach Umstellung auf die Sommerzeit zwischen 20 und 5 Uhr.

- Walheim: Feldweg im Baumbachtal zwischen Streckenabschnitt Wolfssteinklinge bzw. ab Baumbachbrücke bis zur Markungsgrenze Bönnigheim-Hofen zwischen 18 und 5 Uhr, nach Umstellung auf die Sommerzeit zwischen 20 und 5 Uhr.

- Kreisgrenze Ludwigsburg – Cleebronn: Auf Anordnung des Landratsamtes Heilbronn Vollsperrung der K 2069 in der Zeit von 19 Uhr bis 6 Uhr. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

Geschwindigkeitsbeschränkungen, Warnschilder und weitere verkehrsregelnde Maßnahmen zum Amphibienschutz gibt es darüber hinaus auf den Gemarkungen von Benningen, Besigheim, Großbottwar, Hemmingen, Kleiningersheim, Hessigheim, Korntal-Münchingen, Möglingen, Sachsenheim, Schwieberdingen, Steinheim und Vaihingen a.d.E.

In eigener Zuständigkeit können die großen Kreisstädte sowie die örtlichen Verkehrsbehörden verkehrsrechtliche Anordnungen treffen – in diesem Jahr tun dies Ludwigsburg, Bietigheim- Bissingen, Freiberg a.N., Gerlingen und Korntal-Münchingen. Jeweils in den Abend- und Nachtstunden wird in Korntal-Münchingen der Feldweg östlich des „Grünen Heiners“ voll gesperrt, ebenso wie die Krummbachtalstraße in Gerlingen und der Bereich der Fröbelstraße bei der PH und Waldorfschule in Ludwigsburg, der Ölmühlenweg in Ludwigsburg-Hoheneck sowie die Feldwege im Bereich Grüß-Gott-Weg und Verlängerung Hermann-Hesse-Straße / Bergstirne in Ludwigsburg-Neckarweihingen.

Bisher noch nicht bekannte Amphibienwanderwege und -vorkommen können der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ludwigsburg gemeldet werden unter der Telefonnummer 07141/144-2696, der Faxnummer 07141/144-375 oder per E-Mail an gerit.schmaelzle@landkreis-ludwigsburg.de. 10.3.2016