Wie man seltenen Orchideen, Echsen, Vögeln und Schmetterlingen ein Zuhause bieten kann
Der Erste Landesbeamte des Landkreises Ludwigsburg, Dr. Utz Remlinger, würdigte während der Veranstaltung das Engagement der Naturschutzwarte: „Der ehrenamtliche Einsatz für die kostbare Natur direkt vor der Haustüre zahlt sich bei uns vielfach aus. Im Namen aller Erholungssuchenden, die bei uns die schöne Landschaft und grüne Inseln im verdichteten Ballungsraum genießen, danke ich den Naturschutzwarten dafür, dass sie Zeit, Ideen und Tatkraft investieren, um unsere heimische Natur zu schützen. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur hohen Lebensqualität im Landkreis Ludwigsburg.“
Im Leudelsbachtal informierten sich die Teilnehmer der Fortbildung über die Kläranlage und das Renaturierungsprojekt, das unter anderem auch dem Hochwasserschutz in dem bereits seit dem Mittelalter beweideten Tal dient. Heute ist das Tal – Heimat von über dreihundert Nachtfalter- und fünfzig Tagfalterarten sowie vieler seltener Orchideen, die sich auf den Kalkmagerrasen wohlfühlen – Bestandteil des Natura 2000-Schutzgebiets „Strohgäu und unteres Enztal“. Kreisökologe Dr. Franz-Josef Obergföll sowie die Ökologin der Stadt Markgröningen, Gertje Binder, erklärten außerdem die besondere Bedeutung des ehemaligen, heute mit Obstbäumen bewachsenen Weinbergs „Oberer Wannengraben“: Die Stadt Markgröningen hat dort gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg dafür gesorgt, Trockenmauern als wertvollen Lebensraum zu erhalten. In der Folge haben sich die Bestände einiger gefährdeter Schmetterlingsarten erholt und Naturfreunde stoßen wieder häufiger auf den Zwerg-Bläuling, den Silberfleck-Perlmuttfalter, das Weißbindige Wiesenvögelein oder den Schachbrettfalter.
Zu den Hauptaufgaben der insgesamt 49 Naturschutzwarte im Landkreis Ludwigsburg gehört es, Menschen, die in der Natur unterwegs sind – zum Beispiel an besucherstarken Feier- tagen –, über die Schutzvorschriften zu informieren und bei Verstößen beratend einzugreifen. Außerdem sind die Naturschutzwarte dafür zuständig, das Landratsamt als Untere Naturschutzbehörde über Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu informieren und dabei zu helfen, diese zu beseitigen.
