Wald im Klimawandel:

Forstleute testen auf neuer Versuchsfläche Baumarten mit hoher Toleranz gegen Trockenheit und Hitze

„Unsere heimischen Baumarten sind, bis auf wenige Ausnahmen, nicht an langanhaltende Trockenheit und Hitze angepasst. Die hier auf der Versuchsfläche angepflanzten Zedernarten und der Baumhasel stammen aus Gebieten mit solchen Bedingungen, aber auch Winter- und Spätfröste sind diesen Baumarten nicht unbekannt. Deshalb sollten sie mit den Herausforderungen des Klimawandels zurechtkommen können“, so der Forstfachmann weiter.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte im Sommer dieses Jahres der Besuch eines Referenten des Bayerischen Amts für forstliche Saat- und Pflanzenzucht, Dr. Muhidin Šeho. Dieser konnte als ausgewiesener Experte für diese Baumarten seine Erfahrungen und wissenschaftlichen Befunde an die Ludwigsburger Förster weitergeben. Der extreme Sommer war dann Anlass, das Thema voranzutreiben. Die Anlage der Versuchsfläche erfolgte in Zusammenarbeit des Fachbereichs Forsten mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Baden Württemberg. „Der Waldteil im Pulverdinger Holz hat sich geradezu aufgedrängt für eine derartige Versuchsanlage: Die Fläche ist gut begehbar und der Vorbestand war durch verschiedene schwere Pilzerkrankungen stark geschädigt“, erklärt der zuständige Revierleiter Hartmut Flunkert.

Der Anbauversuch umfasst Atlaszedern, Libanonzedern, Baumhasel, Douglasien, Hainbuchen und Traubeneichen. Die beiden letztgenannten gelten als die heimischen Baumarten, die am besten an die zu erwartenden Klimabedingungen angepasst sind. Mit der aus Nordamerika stammenden Douglasie haben die Förster ebenfalls schon jahrhundertelange gute Erfahrungen. Im direkten Vergleich der Baumarten soll sich so zeigen, ob Zedern und Baumhasel die hohen Erwartungen, die die Forstleute in sie setzen, auch tatsächlich erfüllen können. Die Fläche wird durch die FVA wissenschaftlich begleitet, so dass im Laufe der Zeit gesicherte Daten vorliegen.

„Wir wollen die heimischen Baumarten nicht ersetzen, sondern den Wald erhalten! Dieses Ziel erfordert, dass auf extremen Standorten eine gesunde Mischung heimischer Laubbäume und alternativer Baumarten gemeinsam den Wald von morgen bildet“, sagt der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Forsten. 23.1.2019