Vorstellung des Klimaschutzkonzepts Landkreis Ludwigsburg:

Landrat Dr. Haas: „Nach mehr als einjähriger Konzeptarbeit halten wir das Ergebnis in Händen – es kann sich sehen lassen!“

Von rechts nach links: Landrat Dr. Rainer Haas, Sonja Weyland (Energetikom), Prof. Dr. Volker Wulfmeyer (Universität Hohenheim), Gregor Grassl und Claudia Blaich (Drees&Sommer) und Erster Landesbeamter Dr. Utz Remlinger.
Von rechts nach links: Landrat Dr. Rainer Haas, Sonja Weyland (Energetikom), Prof. Dr. Volker Wulfmeyer (Universität Hohenheim), Gregor Grassl und Claudia Blaich (Drees&Sommer) und Erster Landesbeamter Dr. Utz Remlinger.

Es umfasst drei Bände und insgesamt fast 600 Seiten: Das nun vorliegende Klimaschutzkonzept Landkreis Ludwigsburg. Am Mittwochabend wurde es bei einer öffentlichen Veranstaltung im Ludwigsburger Kreishaus vorgestellt. Landrat Dr. Rainer Haas sagte bei der Begrüßung: „Nach mehr als einjähriger Konzeptarbeit halten wir das Ergebnis in Händen und ich bin überzeugt: es kann sich sehen lassen!“

Das Integrierte Klimaschutzkonzept Landkreis Ludwigsburg wurde von der Firma Drees&Sommer in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik Stuttgart, der Ludwigsburger Energieagentur (LEA) und dem Energetikom Ludwigsburg sowie mit den Gemeinden im Landkreis Ludwigsburg erstellt. Es definiert die Klimaschutzziele, analysiert die Ist-Situation, stellt eine Energie- und CO2-Bilanz für den Landkreis auf und schlägt in einer Potenzialanalyse und einem Maßnahmenkatalog konkret vor, wie der Klimaschutz im ganzen Landkreis verbessert werden kann.

Nach der Begrüßung durch Landrat Dr. Rainer Haas hielt der Klima- und Wetterforscher Prof. Dr. Volker Wulfmeyer, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Physik und Meteorologie an der Universität Hohenheim, die Auftaktrede zur globalen Sichtweise auf den Klimaschutz, bevor Gregor Grassl von der Firma Drees&Sommer die Details und Besonderheiten des Ludwigsburger Klimaschutzkonzeptes erläuterte. Der Landkreis Ludwigsburg möchte bis zum Jahr 2050 „klimaneutral“ werden und so die CO2-Emissionen pro Landkreis-Einwohner und Jahr auf unter zwei Tonnen begrenzen. „Das ist ein ehrgeiziges Ziel, wenn man bedenkt, dass wir im Jahr 2013 noch einen CO2-Ausstoß von fast 7,5 Tonnen pro Einwohner und Jahr hatten“, befand Landrat Haas. Prof. Dr. Wulfmeyer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Industrieländer die Hauptverursacher des CO2-Ausstoßes seien und die Wirtschaft so schnell wie möglich „dekarbonisiert“ werden müsse, um die Emissionen zu verringern. Er hob die Vorreiterrolle hervor, die der Kreis Ludwigsburg mit dem nun vorliegenden Integrierten Klimaschutzkonzept, das klare Klimaschutzmaßnahmen enthalte, einnimmt. „Der Landkreis Ludwigsburg selbst hat bereits Einiges für den Klimaschutz unternommen: Zahlreiche Gebäude wurden saniert und eine Energieeinsparung von 80 Prozent bis 2030, gemessen am Ausgangsjahr 1990, für die kreiseigenen Liegenschaften beschlossen“, führte der Landrat weiter aus. Auch viele Landkreisgemeinden hätten schon sinnvolle Strategien beschlossen, um sich der wichtigen Aufgabe des Klimaschutzes zu stellen. „Wir dürfen nicht auf andere zeigen, sondern müssen auch selbst landkreisweit unseren Beitrag liefern. Denn wer, wenn nicht wir, und wann, wenn nicht jetzt?“, stellte er fest.

Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept weitet der Landkreis seine Anstrengungen in dem Bereich nun auf den ganzen Landkreis aus. „Die größte Herausforderung war und ist, in diesem einen Konzept alle Ideen und Vorschläge aus dem ganzen Landkreis zusammenzubringen“, führte Haas weiter aus. Erfreulich sei, dass alle 34 Städte und Gemeinden im Kreis, die noch kein eigenes Klimaschutzkonzept hatten, einbezogen werden konnten. Auch die Daten derjenigen Kommunen, die in diesem Bereich schon selbst aktiv sind, flossen in das neue Konzept mit ein. „Damit ist der Landkreis Ludwigsburg einer der wenigen Landkreise in Deutschland, die ein flächendeckendes Konzept für den Klimaschutz haben“, zeigte sich der Chef der Kreisverwaltung zufrieden.

Die Besonderheiten des Integrierten Klimaschutzkonzeptes Landkreis Ludwigsburg sind folgende: 1. Mit Hilfe eines 3D-Modells kann die Energiebilanzierung und das Fotovoltaik-Potenzial des Gebäudebestands im gesamten Kreis sowie die Grundlagen der Klimaszenarien-Entwicklung simuliert werden. 2. Das Straßenverkehrsmodell des Landkreises wurde ebenfalls in das Klimaschutzkonzept mit aufgenommen, nachdem der Verkehr im wirtschaftsstraken Kreis eine herausragende Rolle spielt. 3. Das Integrierte Klimaschutzkonzept Landkreis Ludwigsburg umfasst nicht nur die Handlungsfelder des Landkreises selbst, sondern auch die aller seiner Kommunen. „Besonders erfreulich ist zudem, dass die Arbeit an dem Integrierten Klimaschutzkonzept das Interesse vieler Kreiskommunen geweckt oder verstärkt hat, sich intensiver mit dem Thema Klimaschutz auseinanderzusetzen“, befand Haas.

Der Landkreis bietet in Zusammenarbeit mit dem Konzeptersteller Drees&Sommer auch individuelle Klimaschutz-Präsentationen in den einzelnen Städten und Gemeinden an. Gregor Grassl wies darauf hin, dass es den Konzepterstellern ein wichtiges Anliegen sei, den ganzen Landkreis einzubeziehen und auch Projekte vor Ort zu unterstützen. Mit dem vorliegenden Konzept möchte man ein klares Zeichen für den Klimaschutz im Kreis Ludwigsburg setzen. Landrat Haas bedankte sich zum Schluss seiner Begrüßung bei allen beteiligten Projektpartnern sowie den Bürgerinnen und Bürgern, die so intensiv an der Erstellung des Konzepts mitgearbeitet und maßgeblich zu dem hervorragenden Resultat beigetragen haben. Die Gesamtkosten für das nun vorliegende Integrierte Klimaschutzkonzept Landkreis Ludwigsburg belaufen sich auf rund 274.000 Euro. Etwas mehr als die Hälfte wurde aus Fördermitteln des Bundesumweltministeriums finanziert. Eine der kurzfristig umgesetzten Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept ist die Einrichtung einer neuen Stelle des Klimaschutzmanagers beim Landratsamt Ludwigsburg, die im Frühjahr 2016 besetzt werden soll. 6.11.2015