Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch übergibt Bewilligungsbescheid für Regionalmanagement Neckarschleifen

Landrat Dr. Rainer Haas: Nun gilt es, in den nächsten vier Jahren für die Steillagen die besten Ideen weiter voranzubringen und umzusetzen

Der Termin fand auf der Weinterrasse Kirchheim statt.
Der Termin fand auf der Weinterrasse Kirchheim statt.

Den Bewilligungsbescheid für das Regionalmanagement Neckarschleifen hat am Montagnachmittag auf der Weinterrasse Kirchheim Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom MLR (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg) an Albrecht Dautel, Geschäftsführer des Regionalmanagements, übergeben. Landrat Dr. Rainer Haas sagte: „Von 2015 bis 2017 haben wir im Rahmen des Ländlichen Entwicklungskonzepts ILEK zahlreiche Ideen gesammelt, geprüft und bewertet – nun gilt es, in den nächsten vier Jahren für die Steillagen die besten Ideen mit Hilfe des Regionalmanagements weiter voranzubringen und umzusetzen.“

 

Der Chef der Kreisverwaltung erinnerte daran, dass schon während des ILEK mit der Umsetzung der Ideen begonnen worden ist. Dazu zähle beispielsweise die Trockenmauernsanierungen über das Ökokonto, erste Festlegungen von Wegführungen der Steillagenwanderwege und die Plakatierung der Steillagenterrassen.

 

Landrat Haas bedankte sich bei Staatssekretärin Gurr-Hirsch für die zeitnahe Bewilligung des Regionalmanagements. Nun könne zur Unterstützung ein Büro beauftragt und der Schwung aus dem ILEK mitgenommen werden. Landrat Haas fuhr fort: „Wir haben eine große Verantwortung für die terrassierten Steillagen: Ein Fünftel der noch bewirtschafteten Steillagen in Deutschland liegen im Gebiet des Regionalmanagements Neckarschleifen. Deshalb werden wir als Landratsamt die Erhaltung der bewirtschafteten Steillagen weiterhin mit ganzer Kraft unterstützen.“ Es sei erfreulich, dass nun insgesamt elf Kommunen – Benningen, Besigheim, Bönnigheim, Freiberg, Gemmrigheim, Hessigheim, Ingersheim, Kirchheim, Lauffen, Mundelsheim und Walheim – gemeinsam das Regionalmanagement in Auftrag geben. Das Regionalmanagement hat eine Laufzeit von vier Jahren und kostet rund 237.000 Euro. Die beteiligten Kommunen erhalten dafür einen Zuschuss von rund 150.000 Euro von Bund und Land.

 

Für ein weiteres Projekt, das aus dem ILEK entwickelt wurde, warb Landrat Haas bei Staatssekretärin Gurr-Hirsch: Der Antrag „Starker Wein aus steilen Lagen – den Klimawandel als Chance für den Weinbau in Terrassenlagen nutzen“ ist im Rahmen des EIP (Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit – Impulse für mehr Innovationen in der Landwirtschaft“ gestellt worden. Auch dafür sind beim MLR Fördermittel beantragt worden. „Wengerter, die sich hier zusammengeschlossen haben, brauchen auch dabei Unterstützung. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels gilt es, alternative Rebsorten für die Mauerterrassen zu finden. Das wirtschaftliche Risiko für eigene Anbauversuche können Bewirtschafter nicht selbst stemmen. Es wäre ein zukunftsweisendes Signal, wenn die sehr engagierten Akteure im zweiten Anlauf in das EIP-Programm aufgenommen würden“, sagte Landrat Haas. Ein erster Versuch war 2017 wegen Überzeichnung des Programms gescheitert. 30.4.2018