Spätlingsmarkt: Obstbrandprämierung und Spendenübergabe

Landrat Dr. Rainer Haas überreicht 30 Urkunden an Gewinner und 3050 Euro der Standbetreiber an den Verein Aufwind

Landrat Dr. Rainer Haas (4. von links) und Spätlingsmarkt-Organisatorin Anja Loths (2. von links) mit den Gewinnern der Obstbrandprämierung.
Landrat Dr. Rainer Haas (4. von links) und Spätlingsmarkt-Organisatorin Anja Loths (2. von links) mit den Gewinnern der Obstbrandprämierung.
Landrat Dr. Rainer Haas bei der Spendenübergabe der Standbetreiber mit Marie-Luise Linkh (1. von links), Präsidentin des Landfrauenvereins Württemberg-Baden e.V. und Mirjam Trölenberg, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Aufwind e.V. Bunter Kreis Ludwigsburg.
Landrat Dr. Rainer Haas bei der Spendenübergabe der Standbetreiber mit Marie-Luise Linkh (1. von links), Präsidentin des Landfrauenvereins Württemberg-Baden e.V. und Mirjam Trölenberg, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Aufwind e.V. Bunter Kreis Ludwigsburg.

Die Gewinner der Obstbrandprämierung beim Spätlingsmarkt stehen fest: Insgesamt 30 Urkunden überreichte Landrat Dr. Rainer Haas am Mittwochnachmittag im Atrium des Kreishaus-Erweiterungsbaus an Kleinbrenner aus dem Landkreis Ludwigsburg. „Mit der Prämierung wollen wir zeigen, dass die im Landkreis erzeugten Obstbrände eine hohe Qualität haben. Die Produktion der Obstbrände unterstützt zudem den Erhalt der Streuobstwiesen, die für unseren Landkreis landschaftsprägend sind.“ Danach übergab der Chef der Kreisverwaltung die 3050-Euro-Spende der Spätlingsmarkt-Standbetreiber an den Verein Aufwind Bunter Kreis Ludwigsburg, eine Initiative der Kinderklinik Ludwigsburg und Mitglied im Bundesverband Bunter Kreis. Aufwind e.V. hilft Familien mit zu früh geborenen, schwer oder chronisch kranken Kindern bei der Bewältigung großer Belastungen.

Im Rahmen der Obstbrandprämierung testeten zwei Kommissionen mit insgesamt sechs Prüfern insgesamt 63 Destillate, davon wurden 30 prämiert. Zwei junge neue Mitglieder in der Prüfergruppe, Constantin Mozer und Ulrich Weippert, die beide die Prüfung beim Klein- und Obstbrennerverband abgelegt haben, ergänzten hervorragend die Kommissionen, bestehend aus den Prüfern Frank Bartholomäi, Hans-Peter Möll, Jürgen Fritz und Dr. Günter Röhrig.

Auch dieses Jahr kürte die Prüfergruppe wieder die drei besten Brände. Die Gewinner sind Walter Fissler aus Tamm mit seinem Zwetschgenwasser, Alfred Hekel aus Murr mit dem Mispelbrand im Kastanienholzfass gereift und Gerd Kinzinger vom Berghof in Vaihingen/Enz-Enzweihingen mit dem Muskat-Trollinger-Tresterbrand. Neu bei der Obstbrandprämierung war außer den Bränden aus Streuobst die Möglichkeit, einen Tresterbrand einzureichen. Zehn erfahrene Brennmeister im Landkreis nutzten die Gelegenheit und sandten einen Tresterbrand ein. „Einen Tresterbrand herzustellen, ist nicht so einfach, da die Trestermaische trocken ist“, so Röhrig. Grundlage der Tresterbrände waren Muskat-Trollinger-, Riesling-, Spätburgunder-, Muskateller-, Merlot- oder Müller-Thurgau-Trauben. „In Deutschland wird für die Herstellung von Tresterbränden ausschließlich frisch vergorene Maische verwendet – das ergibt eine höhere Qualität als die Verwendung von trockener Maische, wie es im Ausland oft der Fall ist“, weiß Bartholomäi.

Das neue Alkoholsteuergesetz tritt für die Kleinbrenner am 1. Januar 2018 in Kraft. „Es ändert sich einiges an den Vorschriften. Insgesamt soll das Gesetz vereinfacht werden und für die Verwaltung und die Brenner eine einfachere Durchführung erreicht werden“, sagt Weippert. Und Bartholomäi ergänzt: „Es wird mit dem neuen Gesetz weitere Ergänzungsprodukte geben auf dem Markt. Allerdings werden nur die Brenner überleben, die eine gute Direktvermarktung haben. Alle anderen werden es schwer haben.“ Röhrig stellt fest: „Die Qualität der Brände ist in den letzten 20 Jahren stark angestiegen. Die Verbraucher erwarten im Vergleich zu früheren Jahren wesentlich hochwertigere Produkte, die als Genussmittel konsumiert werden.“ 

Bei der Obstbrandprämierung haben folgende Teilnehmer für die jeweils aufgeführten Destillate Urkunden bekommen:

Walter Fissler, Tamm – Kirschwasser, Löhrpflaumenwasser, Mirabellenwasser, Zwetschgenwasser, Williams-Christ-Birnen-Brand

Gerd Kinzinger, Vaihingen/Enz-Enzweihingen – Palmischbirnenbrand, Sauerkirschwasser, Gewürzluiken Apfelbrand, Muskat-Trollinger

Sonja Knoll, Weinbau Knoll GbR, Gemmrigheim – Apfelbrand im Eichenfass gereift, Tresterbrand im Eichenfass gereift

Klaus Dieterich, Markgröningen – Kirschwasser, Quittenbrand, Traubentresterbrand

Alfred Hekel, Murr – Mirabellenwasser, Mispelbrand im kastanienholzfass gereift, Traubentrester Brand vom Riesling

Wolfgang Faschian, Hessigheim – Apfelbrand im Holzfass gereift, Spätburgunder Tresterbrand

Andreas Stiegler, Marbach – Zwetschgen-Brand, Musakt-Tresterbrand

Steffen Seitz, Ingersheim – Öhringer Blutstreifling, Mirabellenbrand

Dr. Herbert Müller, Consortium Montis Casei, Hessigheim – Merlot-Tresterbrand

Heinz Kölle, Bönnigheim – Apfelbrand aus Bittenfelder

Carsten Majer, Pfarrhausgeischtle, Bietigheim – Apfel-/Quittenbrand von der Streuobstwiese, Tresterbrand aus Müller-Thurgau-Trauben

Winfried Hessel, Marbach-Rielingshausen – Zwetschgenwasser, Birnenedelbrand in Eiche gereift

Meik Sartorius, Bönnigheim – Williams-Christ-Birnenbrand

Danach übergab der Chef der Kreisverwaltung die 3050-Euro-Spende der Standbetreiber an Mirjam Trölenberg, Diplom-Pflegewirtin und 2. Vorsitzende von Aufwind e. V. Bunter Kreis Ludwigburg. Der Verein unterstützt Familien, die nach der Geburt ihres Kindes unerwartet einer veränderten Lebenssituation ausgesetzt sind, weil das Kind zu früh auf die Welt kommt, schwer erkrankt, verunglückt oder verstirbt. Der gemeinnützige Verein Aufwind mit Sitz in der Kinderklink Ludwigsburg bietet ein qualifiziertes Nachsorgekonzept an und verbessert die stationären Aufenthaltsbedingung für Eltern und Kinder. Aufwind e.V. steht mit einem interdisziplinären Team, bestehend aus Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, Sozialarbeiterinnen, Psychologen und Kinderärzten den betroffenen Familien zur Seite. Die Mitarbeiterinnen von Aufwind e.V. nehmen den Erstkontakt bereits in der Klinik auf und besuchen die Familien zu Hause. Eine fachliche und kompetente Verbindung zwischen der Intensivstation der Kinderklinik und dem Zuhause der Familien wird sichergestellt. Aufwind e.V. unterstützt die Familien bei der Krankheitsbewältigung, begleitet durch Beratung und Anleitung und gewährleistet, dass die Familie die besondere Lebenssituation mit ihrem kranken Kind bewältigen kann. 9.11.2017