Schiller-vhs des Landkreises begeht ihr 70-jähriges Bestehen mit Geburtstagsfeier

Landrat Dr. Rainer Haas: Unsere Volkshochschule ist im Wettbewerb der Bildungsanbieter sehr erfolgreich

Bei der Geburtstagsfeier der Schiller-vhs (von links): Marbachs Bürgermeister Jan Trost, Dr. Hermann Huba, Direktor des vhs-Verbands Baden-Württemberg, Jürgen Schmiedel, Leiter der Schiller-vhs, und Landrat Dr. Rainer Haas.
Bei der Geburtstagsfeier der Schiller-vhs (von links): Marbachs Bürgermeister Jan Trost, Dr. Hermann Huba, Direktor des vhs-Verbands Baden-Württemberg, Jürgen Schmiedel, Leiter der Schiller-vhs, und Landrat Dr. Rainer Haas.

Ihr 70-jähriges Bestehen hat die Schiller-Volkshochschule des Landkreises Ludwigsburg am Mittwochabend in der Marbacher Stadthalle mit einer Geburtstagsfeier begangen. „Unsere Schiller-vhs kann sich in jeder Beziehung sehen lassen – sie ist eine große und schöne Erfolgsgeschichte, weil sie sich konsequent an den Wünschen, Ansprüchen und Interessen der Teilnehmenden orientiert und mit vielfältigen Angeboten zu den unterschiedlichsten Themen – Gesundheit, Sprachen, Kunst und Kultur, Beruf, Persönlichkeitsbildung, Medien und vieles mehr – überzeugt. Auf diese Weise erfüllt sie vorbildlich den Anspruch der Volkshochschulen auf umfassende Allgemeinbildung.“ Neben Landrat Haas sprachen Jürgen Schmiedel, Leiter der Schiller-vhs, der Marbacher Bürgermeister Jan Trost und Dr. Hermann Huba, Direktor des vhs-Verbands Baden-Württemberg. Für die rund 550 Gäste gab es ferner einen Sektempfang, Musik, Präsentationen, Mitmachaktionen sowie ein buntes Bühnenprogramm.

Landrat Haas erinnerte an die kleinen und schwierigen Anfänge der Schiller-vhs, die 1946 als Volkshochschule von Stadt und Kreis Ludwigsburg gegründet wurde. Damals hätten die Teilnehmenden selbst die Briketts zum Heizen der Kursräume mitbringen müssen und die Kursleitenden wegen der fehlenden Verkehrsmittel oft nicht gewusst, wie sie zum Kursort kommen sollen. „Die Menschen hatten damals eine große Sehnsucht nach Normalität und wollten der geistigen Enge und Isolation der zurückliegenden Jahre entfliehen. Die Schiller-vhs wies den Bewohnerinnen und Bewohnern des Landkreises, anfangs in Ludwigsburg, Bietigheim, Kornwestheim und Marbach, Wege aus der damaligen „Bildungskatastrophe“. Im Laufe der Jahre zeigte sich, dass das Lernen niemals aufhören darf, wenn man in der Welt bestehen möchte – die Schiller-vhs hat dieses Schlagwort vom ,Lebenslangen Lernen‘ aufgegriffen und sich auch selbst in dieser Hinsicht unglaublich entwickelt“, stellte Haas fest.

Die Schiller-vhs, so Landrat Haas weiter, sei heute in 36 von 39 Kreisgemeinden mit einer örtlichen Ansprechpartnerin oder einem örtlichen Ansprechpartner vertreten und stelle zusammen mit den selbstständigen Volkshochschulen in Ludwigsburg, Gerlingen und Korntal-Münchingen ein flächendeckendes Volkshochschulangebot für alle Städte und Gemeinden im Landkreis sicher; die Zahl der Bildungswerkstätten, in denen die Teilnehmenden selbst entscheiden, was sie lernen und wen sie als Kursleitung haben wollen, habe sich in den vergangenen zwei Jahren von 14 auf 24 fast verdoppelt; ebenfalls erfolgreich seien die Reihen „Politik.Live“ und „Akademietage“, die anspruchsvolle aktuelle Themen mit namhaften Persönlichkeiten in den Mittelpunkt rücken und diskutieren; schließlich nehme die Schiller-vhs, weil die Orientierung an den Teilnehmenden für sie von größter Bedeutung sei, an einer Zertifizierung teil, die in regelmäßigen Abständen überprüft und erneuert werde. „Aus diesen Gründen ist unsere Volkshochschule im Wettbewerb der Bildungsanbieter sehr erfolgreich“, bilanzierte Haas.

Er kam auch auf die Herausforderungen der Bildungseinrichtung zu sprechen. Dazu zähle, so Haas, die Integration der zahlreichen Flüchtlinge, die dem Landkreis in jüngster Zeit zugewiesen wurden. Ohne Sprachverständnis und die Fähigkeit, sich in der Sprache des neuen fremden Landes zu verständigen, werde es keine Integration geben: „Die Schiller-vhs hat hier auf eine Weise reagiert, die ich nur als bewundernswert bezeichnen kann: Innerhalb kürzester Zeit hat sie Deutschkurse für Flüchtlinge organisiert, die nicht nur infrastrukturell, sondern auch inhaltlich so aufgestellt sind, dass sie eine gute Basis bilden, damit diese Menschen sich bald mit Hilfe der Sprache im Land zurechtfinden.“ Es gebe immer wieder Notwendigkeiten, die neues Lernen erfordern – dies funktioniere gemeinsam besser und auch schneller, fuhr Landrat Haas fort. Außerdem gehe es einfacher, wenn man aus einer großen Anzahl von bereits organisierten Fortbildungsveranstaltungen auswählen könne, wie das bei der Schiller-vhs der Fall sei.

„Den Möglichkeiten, wie man sich Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen aneignen kann, sind keine Grenzen gesetzt. Dieser Vielfalt muss und will sich die Schiller-vhs auch künftig stellen. Das könnte sie nicht leisten, wenn sie nicht auch das Know-how dazu hätte: das Know-how ihrer mehr als 600 aktiven Dozentinnen und Dozenten“, sagte der Chef der Kreisverwaltung anerkennend. Er dankte den Kursleiterinnen und Kursleitern, den örtlichen Vertreterinnen und Vertretern der Schiller-vhs, den Mitarbeitenden im Bereich Planung und Verwaltung sowie vhs-Leiter Jürgen Schmiedel für das große Engagement. Er wünschte der Schiller-vhs weiterhin viel Erfolg, abwechslungsreiche Semesterprogramme, motivierte Mitarbeitende, begeisternde Kursleitende sowie interessierte Teilnehmende. 15.9.2016