Präventionstage der Schulsozialarbeit am Beruflichen Schulzentrum in Bietigheim-Bissingen

Berufsschüler des BSZ haben sich bei den Präventionstagen unter anderem im Workshop der Jugend- und Drogenberatung „Chillout“ Handlungsmöglichkeiten für einen gesunden Umgang mit Stress- und Problemsituationen erarbeitet.
Berufsschüler des BSZ haben sich bei den Präventionstagen unter anderem im Workshop der Jugend- und Drogenberatung „Chillout“ Handlungsmöglichkeiten für einen gesunden Umgang mit Stress- und Problemsituationen erarbeitet.

Mehr als 470 Schülerinnen und Schüler des Berufsschulzentrums hatten sich für die Präventionstage am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Bietigheim-Bissingen von Montag bis Mittwoch angemeldet. Über 25 Workshops und Vorträge zu den Themen Cybermobbing, digitale Lebenswelten, Onlinesucht sowie Gesundheit und Drogen wurden angeboten. Auch die Suchtberatungsstellen „Chillout“ und „Release“ waren mit dabei. Träger des BSZ ist der Landkreis.

Bereits im Herbst wurde eine Bedarfsabfrage im Kollegium des BSZ gestartet, bei der sich neue Themenschwerpunkte zeigten. Lag der Schwerpunkt bei den Veranstaltungen im November 2013 vorwiegend im Bereich Sucht, Alkohol und Drogen, so verlagerte sich dieses Jahr aufgrund des zunehmenden Einflusses von Medien und sozialen Netzwerken auf die Lebensgewohnheiten der Schüler der Fokus in diese Richtung. „Digitale Lebenswelten – mein Smartphone, meine Games, mein Leben!“ lautete der Titel eines Workshops. Die Schüler erhielten Antworten auf die Fragen, warum digitale Medien so eine starke Sogwirkung haben, oder ob es eine Computersucht gibt und woran man diese erkennen kann. „Wir haben die Präventionstage in diesem Jahr auf drei Tage ausgedehnt, um zusätzlich zur Drogen- und Suchtproblematik gezielt Themen aus dem Medienbereich anzubieten“, sagt Schulsozialarbeiter und Mitorganisator Alexander Schäpe. Zusehends wichtiger werden im Medienbereich Fragen zu rechtlichen Gefahren bei der Internetnutzung und zur Verletzung von Persönlichkeits- und Urheberrechten. Antworten erhalten die Teilnehmer von den medienpädagogischen Fachkräften auch auf Fragen wie „Wo bestehen Suchtpotentiale?“ und „Welche Schutzfaktoren gibt es?“

Neben dem Bereich Medien war weiterhin das Thema „Gesundheit und Drogen“ zentral. So bot allein die Jugend- und Drogenberatung „Chillout“ neben vier Workshops zu „Digitalen Medien“ auch fünf Workshops mit dem Titel „Cannabis und Führerschein“. „Viele meiner Schüler stehen kurz vorm Führerschein und sind sich der Gefahren und möglichen Konsequenzen nicht bewusst, die durch Drogenkonsum drohen“, betonte eine Lehrerin der 11. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums. Im interaktiven Workshop „Cannabis und Führerschein“ drehte sich alles um die Wirkung des Cannabiskonsums auf die Fahrtüchtigkeit. Mithilfe von Simulationsbrillen in einem Pylonen-Parcours und Rollenspiel wurde eine unscharfe Wahrnehmung spürbar gemacht und die Jugendlichen für dieses aktuelle Thema sensibilisiert.

Die Referenten kamen vorwiegend aus dem medienpädagogischen Bereich, wie der Aktion Jugendschutz Stuttgart, dem Jugendmedienschutz des Kreismedienzentrums Ludwigsburg und dem Präventionsprogramm der Polizei Baden-Württemberg. Zudem waren die Suchtberatungsstellen „Chillout“ der Jugend- und Drogenberatung im Kreis Ludwigsburg sowie „Release“ aus Stuttgart vertreten. Hinzu kam die Schuldnerberatung des Landratsamtes Ludwigsburg, die über Schuldenfallen und Lebenshaltungskosten aufklärte.

Organisiert haben diese Veranstaltung die drei Schulsozialarbeiter des Berufsschulzentrums. Nur durch die enge Bindung und hohe Akzeptanz innerhalb des Lehrerkollegiums konnten die Präventionstage realisiert werden. Präventionsarbeit hat am Beruflichen Schulzentrum Bietigheim-Bissingen sowie an den anderen fünf Beruflichen Schulen im Landkreis Tradition. Sie stellt neben zahlreichen anderen Aufgaben eine wichtige Säule der sozialpädagogischen Arbeit an Schulen dar. So laufen auch unterhalb des Jahres Angebote zu Gewaltprävention, erlebnispädagogische Trainings zur Förderung von Sozialkompetenz und Teamfähigkeit sowie Angebote im sexualpädagogischen Bereich. 26.3.2015