Planspiel „Junges Europäisches Parlament“ im Ludwigsburger Kreishaus

Landrat Dr. Rainer Haas: „Europa braucht die Jugend, wenn es auch in Zukunft bestehen möchte!“

Landrat Dr. Rainer Haas mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung.
Landrat Dr. Rainer Haas mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung.

Ein Planspiel namens „Junges Europäisches Parlament“ haben der Kreisverband Ludwigsburg sowie der Landesverband der Jungen Europäer – JEF Ludwigsburg und JEF Baden-Württemberg – mit Unterstützung der Kreisverwaltung am Montag im Ludwigsburger Kreishaus veranstaltet. An dem Planspiel nahmen rund 70 Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Ludwigsburg teil. Sie konnten einen Tag lang in die Rolle von Europaabgeordneten schlüpfen und in verschiedenen Fraktionen und Sitzungen erleben, was es heißt, unterschiedliche politische Positionen zu vertreten, Kompromisse zu finden und über kontroverse Themen auf europäischer Ebene abzustimmen. Landrat Dr. Haas begrüßte am Morgen die Teilnehmer und sagte: „Europa braucht die Jugend, wenn es auch in Zukunft bestehen möchte!“. Die abschließende Plenardebatte am Nachmittag leitete der baden-württembergische Europaminister, Guido Wolf MdL.

 

Das Junge Europäische Parlament findet seit 2013 einmal jährlich im Stuttgarter Landtag statt. In diesem Jahr wird es zudem erstmals auch auf Kreisverbandsebene organisiert, darunter in Ludwigsburg. Landrat Haas sagte dazu: „Auch als Vorsitzender des Ludwigsburger Kreisverbandes der Europa-Union freue ich mich sehr, dass unser Jugendverband die Veranstaltung als erste auf Kreisebene organisiert. Schließlich ist es besonders wichtig, dass sich gerade junge Leute mit Europa befassen. Daher unterstützen wir das Projekt gerne auch von Seiten der Kreisverwaltung.“ Er wünschte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern spannende Debatten und aufschlussreiche Eindrücke, wie die Meinungsfindung auf europäischer Ebene funktioniert.

Ferner ging er in seinem Grußwort zum Beginn der Veranstaltung auf aktuelle Herausforderungen auf europäischer Ebene ein, darunter auch die Themen Asyl und Migration, zu denen das Planspiel im Kreishaus stattfand. Er wies auf die Notwendigkeit eines einheitlichen europäischen Asylrechts hin. In diesem Zusammenhang nannte er auch die Vorschläge des französischen Präsidenten Macron für eine grundlegende Neuausrichtung Europas, die es ernsthaft zu diskutieren gelte: „Europa muss seine Chance – mit Macron – jetzt nutzen“, sagte Haas. Denn die Europas Väter hätten einen Staatenbund als Ziel gesehen und mehr als 65 Jahre sei es in kleinen Schritten in Richtung dieses Ziels vorangegangen. „Heutzutage gibt es hingegen zum ersten Mal eine Stagnation des Einigungsprozesses, ja eine Krise. Diese sei, wenn man an den Euro und an Griechenland denke, in finanzieller Hinsicht zu spüren – aber auch außenpolitisch mit Blick auf die USA, die Türkei, den Mittleren Osten und Afrika, und nicht zuletzt innenpolitisch bei der Weigerung der Visegrád-Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen oder bei Separatismus-Bestrebungen, wie sie Katalonien zurzeit verfolge.

Wichtig, so Haas an die Jugendlichen gewandt, sei, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mehr mit Europa befassten und sich überlegten, welches Europa sie sich für die Zukunft wünschen. Schließlich würden europäische Regelungen mehr und mehr auch den Alltag der Europäer betreffen. 15.11.2017