Pflanzaktion „Drei Bäume für Deutschlands Einheit“ am Tag des Baums im Gerlinger Stadtwald

Landrat Dr. Rainer Haas: Ein starkes Symbol für das Zusammenwachsen unseres Landes

Pflanzten die Bäume: Landrat Dr. Rainer Haas, Gerlingens Bürgermeister Georg Brenner und Ulrich Burr, Vorsitzender des Landesverbands der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (von links)
Pflanzten die Bäume: Landrat Dr. Rainer Haas, Gerlingens Bürgermeister Georg Brenner und Ulrich Burr, Vorsitzender des Landesverbands der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (von links)

Eine Buche, eine Kiefer und eine Eiche gesetzt haben Landrat Dr. Rainer Haas, der Gerlinger Bürgermeister Georg Brenner sowie Ulrich Burr, Vorsitzender des Landesverbands der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW), und Mitarbeiter des Fachbereichs Forsten am Freitag beim Rappenhofspielplatz im Gerlinger Stadtwald. Mit der symbolischen Pflanzaktion am internationalen Tag des Baums wollten sie daran erinnern, dass sich der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung in diesem Jahr zum 25. Mal jähren. Gleichzeitig soll die Aktion auf die Bedeutung des Waldes und der Artenvielfalt aufmerksam machen. Die Traubeneiche ist Baum des Jahres 2014.

„Gemeinsam mit der SDW unterstütze ich gerne die Idee des Künstlers Werner Erhardt, diese drei Bäume als starkes Symbol für das immer engere Zusammenwachsen unseres Landes zu pflanzen. Die friedliche Wiedervereinigung ist die größte Errungenschaft der jüngeren Weltgeschichte“, sagte Landrat Haas. Einer der drei Bäume, die Eiche, sei mit einem Anteil von 36 Prozent nicht nur die häufigste, sondern auch die wichtigste Baumart in den Wäldern im Landkreis. Ihre charakteristische knorrige Gestalt präge die Landschaft im Landkreis mit, biete Spechten und Insekten einen optimalen Lebensraum, sei stabil gegen Stürme und liefere eines der hochwertigsten Hölzer der Welt.

„Der Erhalt dieser charakteristischen Baumart in unserem Wald ist der Stadt Gerlingen sehr wichtig“, erläuterte Bürgermeister Brenner. Der Sturm ,Lothar‘ im Jahr 1999 und der frühe Wintereinbruch mit Nassschnee Ende Oktober 2012 haben im Gerlinger Stadtwald große Schäden hinterlassen. Daher werden dieses Jahr zusätzlich zur Naturverjüngung rund 13.000 junge Bäume gepflanzt, überwiegend Eichen. „Die Pflege dieser jungen Bestände ist in den nächsten Jahren eine unserer Hauptaufgaben im Wald“, bekräftigte Bürgermeister Brenner.

Landrat Haas erinnerte auch daran, dass der Landkreis der waldärmste in Baden-Württemberg ist – Wald steht nur auf 18 Prozent der Fläche – und gleichzeitig mit rund 760 Einwohnern je Quadratkilometer sehr dicht besiedelt ist. Dementsprechend wichtig, so Haas, sei der Wald für die Bevölkerung als Erholungsraum. „Der Wald im Landkreis hat einen sehr hohen Stellenwert – er macht einen großen Teil der Lebensqualität für die Menschen im Kreis aus. Der Erhalt und die Pflege des Waldes ist vor allem aber auch unsere Verantwortung für zukünftige Generationen“, so Haas. Täglich würden rund zwei Millionen Menschen in Baden-Württemberg einen Waldbesuch machen. In diesem Zusammenhang kam er auf die Waldinitiative Ludwigsburg zu sprechen, die vom SDW-Kreisverband 1997 ins Leben gerufen wurde. Das Ziel der Initiative ist, dass sich der Waldanteil im Landkreis allmählich erhöht. „Obwohl das wegen der unterschiedlichen Interessen der Landnutzer nicht immer ganz einfach ist, sind seit Gründung der Initiative rund 40 Hektar Wald neu gepflanzt worden“, hob Haas, Schirmherr der Waldinitiative, hervor.

Die gemeinsame Pflanzaktion fand im Rahmen des bundesweiten Projekts „Drei Bäume für Deutschlands Einheit“ statt. Die bundesweite Aktion soll an den Mauerfall und die Wiedervereinigung Deutschlands vor 25 Jahren erinnern. Die Buche steht dabei symbolisch für die alte Bundesrepublik Deutschland, die Kiefer für die ehemalige DDR und die Eiche für das wiedervereinigte Deutschland. „Wir als SDW sind von der Aktion begeistert. Allein in Baden-Württemberg werden 2014 in mehr als 60 Städten und Gemeinden diese Pflanzungen realisiert. Auf diese Weise entstehen wachsende Gedenkorte“, sagte Burr.

Ein zweites wachsendes Baumdenkmal zur Erinnerung an die Wiedervereinigung werden die Mitarbeiter des Landratsamt-Fachbereichs Forsten im Bietigheimer Forst am Parkplatz „Kirschenrundung“ pflanzen. 25.4.2014