Neuer Leiter der Zentralen Stelle, Jens Rommel, zu Besuch im Kreishaus

Landrat Dr. Haas: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Ausdauer für Ihre neue, so wichtige Aufgabe“

Zu einem Gespräch im Kreishaus eingeladen hatte Landrat Dr. Rainer Haas den neuen Leiter der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, Jens Rommel. Er hieß ihn an seinem neuen Wirkungsort willkommen, sprach mit ihm über dessen Erwartungen an die neue Aufgabe und berichtete über die aktuellen Themen im Landkreis Ludwigsburg. Außerdem stellte Haas das Pädagogisch-Kulturelle Centrum (PKC) Freudental als Ort der Begegnung und der Erinnerung vor und verdeutlichte vor dem Hintergrund der Kreispartnerschaft mit dem Oberen Galiläa die Bedeutung der Zentralen Stelle auch für die deutsch-israelischen Beziehungen. Rommel wünschte er „viel Erfolg und Ausdauer für die neue, so wichtige Aufgabe, die gleichzeitig eine Mahnung für kommende Generationen, eine Wiedergutmachung für begangenes Unrecht, eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und ein Zeichen des Rechtsstaates ist.“

Von dem langjährigen Vorgänger Kurt Schrimm habe Rommel, so Haas, ein „gut bestelltes und organisiertes Haus“ übernommen, das es nun weiterzuführen gelte. Er freue sich über die Nachbesetzung mit dem Leitenden Oberstaatsanwalt aus Ravensburg, der – wie der Landrat auch – sein Studium der Rechtswissenschaften in einem deutsch-französischen Kontext abgeschlossen und auch berufliche Erfahrung auf europäischer Ebene vorzuweisen hat.

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen hat ihre Tätigkeit im Jahr 1958 aufgenommen. Damit begann die systematische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gräueltaten. Sie war zunächst nur für Taten außerhalb des Bundesgebiets zuständig, ab 1964 auch für inländische Fälle. Die Zentralstelle ermittelt im Vorfeld der Staatsanwaltschaften zu NS-Verbrechen und gibt die Vorgänge dann, wenn alle relevanten Daten zusammengetragen sind, an die Staatsanwaltschaft weiter. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 7.500 Ermittlungsverfahren eingeleitet und mehr als 117.000 Überprüfungs- und Rechtshilfevorgänge sowie Auskünfte bearbeitet. Jens Rommel hat im Oktober 2015 die Leitung von Kurt Schrimm übernommen. Eine Herausforderung in der Arbeit der Zentralen Stelle ist, dass nationalsozialistische Verbrechen immer schwieriger aufzuarbeiten sind, weil die Täter zu alt oder bereits verstorben sind. 25.1.2016

Landrat Dr. Rainer Haas (rechts) und Jens Rommel beim Gespräch im Kreishaus.
Landrat Dr. Rainer Haas (rechts) und Jens Rommel beim Gespräch im Kreishaus.