Nationale Impfkonferenz 2017:

Gesundheitsdezernat erhält Förderpreis

Die Poster-Autoren des Gesundheitsdezernats und die Kooperationspartner mit dem Gewinner-Poster und der Sieger-Urkunde.
Die Poster-Autoren des Gesundheitsdezernats und die Kooperationspartner mit dem Gewinner-Poster und der Sieger-Urkunde.

Bei der 5. Nationalen Impfkonferenz in Oldenburg hat das Gesundheitsdezernat des Landratsamtes Ludwigsburg den Förderpreis 2017 für die Darstellung des Impfprojektes „kleiner pix, mega schutz“ im Bereich Berufsschule gewonnen. Prof. Dr. Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Mainz, Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch- Institut, übergab eine Urkunde und hob den kreativen, zielgruppenspezifische Ansatz des Projektes besonders hervor.

Unter dem Motto „Impfen in unterschiedlichen Lebenswelten – Gemeinsam Impflücken schließen!“ trafen sich Akteurinnen und Akteure des Impfwesens aus ganz Deutschland. Anwesend waren Ärztinnen und Ärzte aus der ambulanten, stationären und betriebsärztlichen Versorgung sowie des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kostenträger und der Impfstoffhersteller. Das Projekt, das Dr. Uschi Traub, Leiterin der Gesundheitsförderung beim Landratsamt, im Namen aller Mitwirkenden vorstellte, umfasste einen Plakatwettbewerb, die Überprüfung von Impfausweisen sowie zwei Befragungen – vor und nach einer Plakataktion – von Schülerinnen und Schülern des kreiseigenen Berufsschulzentrums am Römerhügel.

Insgesamt 216 Berufsfachschüler und Gymnasiasten nahmen an der ersten Befragung teil, 395 an der zweiten. Nur jeder Zehnte kannte die HPV-Impfung (Humane Papillomviren), jeder Vierte die Diphtherie- und Pneumokokkoken- und jeder Zweite die FSME-Impfung (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Nach der Plakataktion stieg die HPV-Kenntnis auf 30%. Als Informationsquelle spielten Ärzte die größte Rolle mit 43%, Eltern mit 31% die zweitgrößte. Internet (9%) und Freunde (5%) hatten eine untergeordnete Rolle. 45% vertrauen Ärzten, ohne weitere Informationen einzuholen, 36% ihren Eltern, nur 5% ihren Freunden. Vor der Aktion fühlten sich nur 28% der Berufsfachschüler gut oder sehr gut über Vor- und Nachteile des Impfens informiert, danach 47%. 25% der Berufsfachschüler und 30% der Gymnasiasten waren bei der ersten Befragung für eine gesetzliche Impfpflicht, bei der zweiten Befragung waren es 52% und 37%. Große Defizite bei Wissensfragen rund ums Thema Impfen wurden festgestellt, beispielsweise wussten nur 10% der Berufsfachschüler und 21% der Gymnasiasten, dass die Grundimmunisierung bei Hepatitis B aus drei Impfungen besteht.

Über 70% fanden es gut, dass junge Menschen Plakate für ihre Mitschüler erstellen. Drei Viertel der Befragten wollten, dass diese Aktion auch an anderen Schulen angeboten wird. Impfausweise wurden bei 236 Personen überprüft. Generell waren Gymnasiasten besser geimpft als Berufsfachschüler, außer bei Hepatitis A-, FSME- und Windpocken-Impfung. Größere Defizite wurden sogar bei Tetanus- und Masern-Impfung festgestellt. Die niedrigste Durchimpfung wurde bei Windpocken (24% Berufsfachschüler, 8% Gymnasiasten), HPV (31%, 37%) und Keuchhusten (66%, 64%) festgestellt. 6.6.2017