Landrat Dr. Rainer Haas zeichnet beim Neujahrsempfang zwei engagierte Persönlichkeiten aus

Mit der höchsten Auszeichnung des Landkreises Ludwigsburg, der Verdienstmedaille, hat Landrat Dr. Rainer Haas auf Beschluss des Kreistags im Rahmen des Neujahrsempfangs Ludwig Bez und Claus-Peter Hutter geehrt. „Die Namen Bez und Hutter stehen für ein jahrzehntelanges, außergewöhnliches und vorbildliches bürgerschaftliches Engagement“, so der Landrat in seiner Würdigung. Bez erhält die Auszeichnung für seinen Einsatz zugunsten des Pädagogisch-Kulturellen Centrums (PKC) Ehemalige Synagoge Freudental und der Kreispartnerschaft mit dem Oberen Galiläa, Claus-Peter Hutter wird für seinen unermüdlichen, kreis- und weltweiten Einsatz für den Umweltschutz geehrt.

 

Ludwig Bez, der als junger Erwachsener ein Jahr in einem israelischen Kibbuz verbrachte, ist hochverdienter Gründungsgeschäftsführer des PKC und Vater der Partnerschaft des Landkreises Ludwigsburg mit der Region Oberes Galiläa. Unter seiner Leitung und gemeinsam mit dem 1981 gegründeten Verein zur Erhaltung der Freudentaler Synagoge wurde das verfallene ehemalige Gotteshaus seit Beginn der 80er Jahre renoviert und darin das PKC eingerichtet. „Oberste Lernziele des PKC sind Demokratie und Toleranz. Ludwig Bez, seit 1987 Ge-schäftsführer der Einrichtung, ist es ein besonderes Anliegen, das Demokratieverständnis junger Menschen so zu prägen, dass es ihr Handeln im Alltag bestimmt. Dazu vermittelt er ihnen in eigens konzipierten Workshops für jüdische, christliche und muslimische Jugendliche elementare Werte des Zusammenlebens. Dass das PKC heute ein weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannter Ort des Gedenkens, des Gewissens und des Lernens, aber auch ein Ort des Dialogs und der Begegnung ist, verdanken wir maßgeblich dem Einsatz von Ludwig Bez“, sagte Haas. Bez habe sich zudem stets mit außerordentlichem Engagement für die freundschaftliche Verbindung des Landkreises Ludwigsburg mit dem Oberen Galiläa eingesetzt, deren Anfänge in die Mitte der 80er Jahre zurückreichen und aus der 1997 eine echte Partnerschaft geworden ist. Er sei maßgeblich an ihrem Zustandekommen beteiligt gewesen. Bez nutzte gute Kontakte zum ehemaligen Chairman des Oberen Galiläa, Avram Broshi, zum Aufbau der Partnerschaft und pflegt auch enge Verbindungen zum jetzigen Chairman Aharon Valency. Im Rahmen der außergewöhnlichen Partnerschaft zwischen einem deutschen Landkreis und einer israelischen Region werden besonders Begegnungen zwischen jungen Menschen und Lehrern gefördert, außerdem findet ein Austausch in den Bereichen Ökologie und Kultur statt.

 

Auch Claus-Peter Hutter hat die Verdienstmedaille des Landkreises erhalten. Landrat Haas würdigte ihn mit den Worten: „Claus-Peter Hutter hat den Naturschutz im Landkreis Ludwigsburg und darüber hinaus auf eine ganz pragmatische Weise salonfähig gemacht. Er kann andere Menschen für die Umwelt begeistern und entwickelt zahlreiche öffentlichkeitswirksame Ideen. Die Natur und die Naturschutzbewegung haben ihm weit über die Grenzen des Landkreises Ludwigsburg hinaus viel zu verdanken.“ Claus-Peter Hutter könne sich für die kleinsten Lebewesen am Wegesrand ebenso sehr begeistern wie für die großen, weltweiten Zusammenhänge des Ökosystems. Im Landkreis bekannt wurde Hutter unter anderem als Mitbegründer der Bürgerinitiative „Rettet die Talaue zwischen Freiberg und Pleidelsheim“ (1975) – damals eine der ersten Umwelt-Bürgerinitiativen im Land –, als Vorsitzender des Kreisverbands Ludwigsburg des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND), als Leiter der Umweltakademie des Landes Baden-Württemberg, als Präsident der Stiftung Europäisches Naturerbe – Euronatur sowie als Präsident der Nachhaltigkeitsstiftung NatureLife-International. Hutter setzt sich unter anderem auch für die Wiederaufforstung abgeholzter Regenwälder in Südostasien ein und hat die ersten europäischen Umweltpartnerschaften zwischen Markgröningen und St. Martin de Crau (Frankreich) sowie zwischen Sersheim und Canale (Italien) ins Leben gerufen. „Auch bei den Landkreisprojekten Neckarkunst I und II in den Jahren 2000 und 2006 und bei zahlreichen anderen Veranstaltungen hat er uns intensiv beraten und viel geholfen – die Zusammenarbeit war immer sehr gut. Hutter sorgte mit spektakulären Aktionen und oft gegen große Widerstände von Interessengruppen für mehr Sensibilität in Fragen des Umweltschutzes“, lobte der Landrat den Geehrten, der auch einige Jahre Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Ludwigsburg war. 23.1.2012