Landrat Dr. Rainer Haas spricht mit Schülern in der Oscar-Walcker-Schule über Europa

„Europa ist unsere Zukunft – es ist sehr wichtig, dass Sie sich damit auseinandersetzen!“

Es entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch zwischen Landrat Dr. Rainer Haas und den Schülerinnen und Schülern über das Thema "Europa".
Es entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch zwischen Landrat Dr. Rainer Haas und den Schülerinnen und Schülern über das Thema "Europa".

Zu einem Gespräch über Europa kam Landrat Dr. Rainer Haas am Freitag in die Oscar-Walcker-Schule. Vor rund 80 Schülerinnen und Schülern stellte er seine persönlichen Bezug zu Europa und den Europa-Bezug des Landkreises vor, berichtete von eigenen „europäischen Schlüsselerlebnissen“ und sprach über die Notwendigkeit, am 25. Mai wählen zu gehen. „Europa ist unsere Zukunft – es ist sehr wichtig, dass Sie sich damit auseinandersetzen!“, sagte er an die jungen Leute gewandt. Im Rahmen des Gesprächs stellten die Schülerinnen und Schüler Fragen zu verschiedenen europäischen Themen an den Chef der Kreisverwaltung. Es entstand ein reger Austausch.

Landrat Haas zeigte sich bei dem Gespräch einmal mehr als „bekennender Europäer, dem Europa eine Herzensangelegenheit ist“. Er finde es außerordentlich wichtig, dass sich Jugendliche mit Europa befassen. „Europa ist ein Gemeinschaftsprojekt, und wir alle müssen daran mitarbeiten. Und gerade, wenn uns etwas nicht passt, dürfen wir das auch kundtun.“ Europa sei, so Haas, für viele eine Selbstverständlichkeit. Es scheine inzwischen ganz normal, mit einer einheitlichen Währung zu bezahlen und ohne Grenzkontrollen durch viele Länder zu reisen. „Das war aber vor einigen Jahrzehnten noch unvorstellbar, und es ist nach wie vor einer der größten Erfolge Europas, dass aus der deutsch-französischen Erbfeindschaft nach mehreren großen Kriegen eine enge Freundschaft entstanden ist.“

Der Chef der Kreisverwaltung betonte, dass auch die Arbeit der Kreisverwaltung immer mehr von europäischen Richtlinien dominiert werde. „Über 80 Prozent aller EU-Vorschriften betreffen die kommunale Verwaltung. Das sind nahezu alle unsere Aufgabenbereiche, zum Beispiel die Landwirtschaft, der Naturschutz, der Verbraucherschutz, und sogar die Verwaltung selbst“, erläuterte er. „Daher ist das Subsidiaritätsprinzip von großer Bedeutung, das heißt, dass die EU zwar die groben Richtlinien vorgibt, die detaillierte Ausführung aber einer unteren Verwaltungsebene, also den Landkreisen oder dem Land, überlässt.“ Dies, so seine Hoffnung, würde Europa zu einer besseren Akzeptanz in der Bevölkerung verhelfen. „Denn leider ist es immer noch so, dass Brüssel weit weg ist von den Menschen hier vor Ort und Falschmeldungen oder Fehlinterpretationen in die Schlagzeilen kommen, während die vielen positiven Aspekte Europas eher weniger Beachtung finden“, bedauerte Haas.

Er selbst sehe seine Aufgabe auch darin, bei den Bürgerinnen und Bürgern für Europa zu werben. Dazu gehören für ihn, so Haas, eine ganze Reihe von Aktivitäten, beispielsweise die Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der Europa-Union, dessen Vorsitzender er ist, eigene Europaveranstaltungen der Kreisverwaltung zu aktuellen Themen und die Förderung von Städtepartnerschaften und Schüleraustauschen, die die Basis des europäischen Zusammenwachsens seien. „Ich kann Sie in diesem Zusammenhang nur ermuntern: Lernen Sie Fremdsprachen, befassen Sie sich mit europäischen Themen und beteiligen Sie sich an Austauschprogrammen – Sie werden nicht nur fachlich, sondern auch menschlich sehr davon profitieren!“ 9.5.2014