Landrat Dr. Haas bestellt 23 Schornsteinfeger für jeweils einen Kehrbezirk im Landkreis:

„Mit Ihrer Arbeit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Brand- und Umweltschutz“

Landrat Dr. Rainer Haas mit den neu bestellten Schornsteinfegern.
Landrat Dr. Rainer Haas mit den neu bestellten Schornsteinfegern.

Insgesamt 23 Schornsteinfeger hat Landrat Dr. Rainer Haas am Montagmittag im Kleinen Sitzungssaal des Kreishauses auf sieben Jahre für jeweils einen Kehrbezirk im Landkreis Ludwigsburg bestellt. Die Neubestellung war nötig geworden, weil Ende dieses Jahres die Bestellungen nach altem Recht auslaufen und die Bezirksschornsteinfeger trotz des Wegfalls des Kehrmonopols weiterhin alleine zuständig sind für Abnahmen von Feuerstätten und für Feuerstätten-Schauen. „Sie beherrschen Ihr Handwerk und leisten mit Ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Brand- und Umweltschutz“, sagte der Chef der Kreisverwaltung zu den Schornsteinfegern.

Im Schornsteinfegerwesen gab es in den vergangenen Jahren wesentliche Veränderungen. Neu ist zum Beispiel, dass Schornsteinfeger für einen Kehrbezirk nicht mehr unbefristet bestellt werden. Seit November 2008 werden Schornsteinfeger nur noch auf sieben Jahre für frei werdende Kehrbezirke bestellt. Danach müssen sie sich neu bewerben und mit Konkurrenten messen. Zuständig für das Bewerbungsverfahren in ganz Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium Stuttgart. Diese mussten sich auf einen Kehrbezirk neu bewerben, wenn sie wieder einen haben wollten. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat die Bewerbungsverfahren inzwischen entschieden. Die Bestellung der Schornsteinfeger ist dann Aufgabe der Landratsämter.  

Die bekannteste Neuerung im Schornsteinfegerwesen ist, dass das Kehrmonopol in weiten Teilen aufgehoben wurde. Haus- und Wohnungseigentümer können seit 2013 selbst entscheiden, welcher Schornsteinfeger Kehrungen, Messungen und Abgaswegeüberprüfungen vornimmt. Gleichzeitig sind die Eigentümer aber auch dafür verantwortlich, dass diese Arbeiten vollständig und rechtzeitig erledigt werden. Dazu hat jeder Eigentümer von seinem Bezirksschornsteinfeger einen Feuerstätten-Bescheid erhalten, in dem die Arbeiten konkret aufgeführt und die Termine genannt sind. Dennoch kommt es vor, dass Eigentümer keinen Schornsteinfeger beauftragen. Werden keine Arbeiten ausgeführt, muss das Landratsamt eine sogenannte Zwangskehrung anordnen und diese auch durchsetzen, damit Brand- und Umweltschutz gewährleistet sind. Im Jahr 2013 musste das Landratsamt insgesamt 343 Verfahren gegen Eigentümer einleiten und davon in 42 Fällen den Bezirksschornsteinfeger beauftragen, die Arbeiten auszuführen. Dabei fallen zusätzliche Kosten an, die dem Eigentümer in Rechnung gestellt werden. Auch in diesem Jahr hatte das Landratsamt bis jetzt mehr als 300 Fälle zu bearbeiten. 9.12.2014