Kompromissangebot für eine Niederflur-Stadtbahn im Raum Ludwigsburg

„Für uns wäre eine Hochflurbahn, ein Anschluss an das SSB-Netz, nach wie vor die beste und realistischste Variante“, sagte Landrat Dr. Rainer Haas bei einem kürzlich anberaumten Pressegespräch. Allerdings habe man sich entschlossen, der Stadt Ludwigsburg, die die Hochflur-Variante kategorisch ablehnt, entgegen zu kommen – „das tun wir, weil uns an der Sache gelegen ist und wir den öffentlichen Personen-Nahverkehr im Raum Ludwigsburg verbessern wollen“, betonte der Landrat.

Gemeinsam mit sechs Rathauschefs - Oberbürgermeister Dirk Schönberger (Remseck), dem Ersten Bürgermeister Dietmar Allgaier (Kornwestheim), sowie der Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer (Möglingen) und den Bürgermeistern Nico Lauxmann (Schwieberdingen), Rudolf Kürner (Markgröningen) und Dr. Joachim Wolf (Korntal-Münchingen) – unterbreitete Haas der Stadt Ludwigsburg ein Angebot: Kreis und Nachbarkommunen unterstützen die weitere Planung für eine Niederflurbahn, wenn die Stadt Ludwigsburg sich im Gegenzug rechtlich verbindlich für diese Planung ausspricht. „Eine unverbindliche Absichtserklärung, zwar in die Planung einzusteigen, aber über die Realisierung erst in einigen Jahren entscheiden zu wollen, reicht uns nicht“ betonte Haas im Einvernehmen mit den anwesenden Rathauschefs. Alle anderen beteiligten Kommunen und der Kreis seien „sofort und ohne Wenn und Aber bereit, in Planung und Bau der Stadtbahn einzusteigen“, so der Landrat.

Sollte die Stadt Ludwigsburg dieses Angebot zurückweisen, dann „müssen wir andere Wege finden, um ohne die Zustimmung der Stadt eine Stadtbahn zu planen“, sagte der Landrat der Presse auf Nachfrage. Als erster Schritt sei eine Verlängerung der SSB-Linie von Remseck bis Pattonville denkbar; parallel dazu sei es möglich, mit einer SSB-kompatiblen Infrastruktur und einem Zweisystem-Fahrzeug nach Karlsruher Vorbild auf dem Abschnitt Schwieberdingen-Markgröningen-Möglingen-Ludwigsburg eine Stadtbahn fahren zu lassen.  9.8.2018