Interkulturelle Elternmentoren unterstützen Eltern, Kitas und Schulen im Landkreis

Ansprechpartner auf Augenhöhe

Die Interkulturellen Elternmentoren freuten sich über die Zertifikate.
Die Interkulturellen Elternmentoren freuten sich über die Zertifikate.

„Eltern helfen Eltern“ lautet das Motto der Interkulturellen Elternmentoren. Sie unterstützen Kindertageseinrichtungen und Schulen bei der Zusammenarbeit mit den Eltern, insbesondere mit neu zugewanderten Eltern. Die ersten 23 Elternmentoren haben die Qualifikation für ihre Aufgabe in einem viertägigen Kurs im Kreishaus erworben und wurden dort jetzt mit Zertifikaten ausgezeichnet. Den Kurs hatte die Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg in Kooperation mit der Elternstiftung Baden-Württemberg und dem Staatlichen Schulamt Ludwigsburg angeboten.

„Das Interesse an der Qualifikation für Elternmentoren war so groß, dass wir einen zusätzlichen Kurs organisieren mussten, der auch schon wieder ausgebucht ist“, sagt Markus Schmitt von der Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg. Nach den Sommerferien werden für die Kindertageseinrichtungen und Schulen im Landkreis voraussichtlich rund 40 neue Elternmentoren zur Verfügung stehen.

Elternmentoren sind vielerorts in Baden-Württemberg die sprachlichen und kulturellen Schnittstellen zwischen Schulen und deren Familien. Oft handelt es sich um Eltern mit eigenem Migrationshintergrund. Viele Kindertageseinrichtungen und Schulen nutzen dieses Angebot bereits für ihre Elternarbeit, berichtet Wolfgang Mesner, der seit vielen Jahren für die Elternstiftung Baden-Württemberg interkulturelle Elternmentoren ausbildet. Besonders neu zugewanderte Eltern sollen durch die interkulturellen Vermittler das Bildungssystem besser verstehen und den Bildungsweg ihres Kindes besser begleiten können.

Oft sind Missverständnisse die Ursachen von Problemen. „Schulen berichten immer wieder von sprachlichen und kulturellen Verständigungsschwierigkeiten mit Eltern ohne Deutschkenntnisse. So können etwa Elterngespräche nicht stattfinden oder Eltern an Elternabenden nicht teilnehmen“, erklärt Lieselotte Seemüller, Schulamtsdirektorin des Staatlichen Schulamtes Ludwigsburg. Die Elternmentoren helfen bei der Bewältigung dieser Hürden. Markus Schmitt freut sich, dass die Kurse für Elternmentoren so gefragt sind. Denn durch das neue Angebot schließt sich für den Landkreis Ludwigsburg eine Lücke: Viele Städte und Gemeinden haben bisher noch keinen ehrenamtlichen Dolmetscherdienst, wie ihn etwa die Stadt Ludwigsburg hat.

In doppeltem Sinne können die neuen Elternmentoren tätig werden: Einerseits planen viele von ihnen, sich in der Kindertageseinrichtung oder an der Schule ihres Kindes ehrenamtlich zu engagieren, andererseits können sie zentral von der Bildungsregion für Einsätze im ganzen Landkreis beauftragt werden. Dies ist der Fall, wenn Kindertageseinrichtungen oder Schulen gezielt Unterstützung bei sprachlichen und kulturellen Verständigungsschwierigkeiten benötigen. Diese landkreisweiten Einsätze als Sprach- und Kulturdolmetscher für die Bildungsregion fördert die Wüstenrot Stiftung mit 7.000 Euro. „Wir freuen uns, dass wir mit diesem Projekt die Arbeit der Kindertageseinrichtungen und Schulen im Landkreis unterstützen können“, sagt Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung.

„Die Elternmentoren sind Ansprechpartner auf Augenhöhe. Mit ihren sprachlich-kulturellen Kompetenzen und ihrer Verpflichtung zu Neutralität und Konfliktlösung tragen sie zum Abbau gegenseitiger Vorurteile, zur Förderung der Elternbeteiligung und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in Kitas und Schulen bei“, sagt Nanette Scriba von der Elternstiftung Baden-Württemberg. Bei ihrer Arbeit werden die interkulturellen Elternmentoren nicht nur von ihren Kindertageseinrichtungen und Schulen, sondern auch vom Staatlichen Schulamt und der Elternstiftung unterstützt. Sie leisten somit auch einen Beitrag zur Netzwerkbildung vor Ort.

Weitere Informationen zu den Interkulturellen Elternmentoren erhalten Interessenten über das Bildungsbüro unter der Telefonnummer 07141 144-1692. 24.4.2015