Fit fürs Deutschlernen mit Flüchtlingskindern:

Zwölf Sprachförder-Patinnen qualifizieren sich mit Kurs der Bildungsregion an der Kirbachschule in Hohenhaslach

Referent Theo Kaufmann (hinten Mitte) und Andrea Thormählen (hinten ganz rechts) von der „Projektstelle Sprachförderung Grundschule“ mit den Teilnehmerinnen der Sprach-Helfer-Quali.
Referent Theo Kaufmann (hinten Mitte) und Andrea Thormählen (hinten ganz rechts) von der „Projektstelle Sprachförderung Grundschule“ mit den Teilnehmerinnen der Sprach-Helfer-Quali.

Immer mehr Flüchtlinge kommen in den Landkreis Ludwigsburg. Unter ihnen sind auch viele Kinder, die dann ohne Deutschkenntnisse in die Grundschule gehen und dort unterrichtet werden müssen. Zur Vorbereitung auf diese Herausforderung hat die Kirbachschule Hohenhaslach erstmals eine Weiterbildung für Sprachförder-Paten angeboten. Zwölf Frauen haben an der „Sprachhelfer-Quali" teilgenommen und ein Zertifikat erworben. Dieses Fortbildungsprojekt der Bildungsregion in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Ludwigsburg wird von der Stiftung „Jugendförderung, Arbeit und Soziales“ der Kreissparkasse Ludwigsburg gefördert.

Dragana Lipowschek und Petra Schweiher sind zwei der Sprachförder-Patinnen. Dragana Lipowscheck kommt aus Serbien. Seit Mai ist sie Sprachförder-Patin an der Hofäckerschule in Sersheim, wo sie sechs Stunden pro Woche Grundschüler aus Serbien, Syrien und Spanien betreut, die kaum Deutsch sprechen. Die Kinder besuchen die Vorbereitungsklasse. Dragana Lipowschek weiß, wie es ist, eine Sprache von Grund auf zu lernen – das hat sie selbst erfahren, als sie nach Deutschland kam. Deshalb ist es ihr wichtig, den kleinen Neuankömmlingen beim Deutschlernen zu helfen.

Auch Petra Schweiher ist Sprachförder-Patin. Sie ist zweite Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Erligheim-Hofen und hat im April für die Schule einen Sprachförder-Paten-Pool mit 13 Mitstreitern organisiert. Petra Schweiher ist froh, bei der „Sprachhelfer-Quali" Anregungen und Tipps für Unterrichtsmaterialien bekommen zu haben. Diese hat sie gleich umgesetzt und bei „ihrem Patenkind“ damit Fortschritte im Sprachverständnis und in der Ausdrucksfähigkeit erzielt.

Theo Kaufmann, ehemaliger Seminarschulrat und Vorsitzender des Vereins für Leseförderung e.V., hat die „Sprachhelfer-Quali" an der Kirbachschule in Hohenhaslach zum ersten Mal angeboten. Damit füllt er eine Lücke: Denn seit verstärkt Kinder von Asylbewerbern und Flüchtlingen an die Schulen kommen, sind dort zunehmend Ehrenamtliche in der Sprachförderung tätig. Diese brauchen Fortbildungsmöglichkeiten. Der Kurs in Hohenhaslach ist ein Kooperations-Angebot der Kirbachschule und der „Projektstelle Sprachförderung Grundschule“. Die Stelle gehört zur Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg und arbeitet eng mit dem Staatlichen Schulamt Ludwigsburg zusammen. Ziel ist es, Grundschulen im Landkreis bei der Sprachförderung zu unterstützen.

Das Projekt ist ein aktuelles Beispiel hierfür. Sieben Schulen erhalten derzeit eine finanzielle Förderung: Die Goetheschule und die Friedrich-Hölderlin-Schule in Asperg, die Ganerbenschule in Bönnigheim, die Grundschule in Erligheim-Hofen, die Kirbachschule in Hohenhaslach, die Georg-Hager-Schule in Mundelsheim und die Hofäckerschule in Sersheim.

„An diesen Schulen sind seit Mai knapp 30 Sprachförder-Paten im Einsatz, die das Geld als Aufwandsentschädigung bekommen“, berichtet Andrea Thormählen von der „Projektstelle Sprachförderung Grundschule“. Im Herbst sind weitere Fortbildungsangebote für ehrenamtliche Sprachhelfer geplant. „Das Erlernen der deutschen Sprache von Flüchtlingskindern stellt unsere Schulen vor große Aufgaben. Ohne Sprachförder-Paten und die finanzielle Unterstützung könnten wir die umfänglichen Aufgaben nicht leisten", sagt Eginhard Fernow, Schulleiter der Kirbachschule in Hohenhaslach. Isabel Kurz, Pressesprecherin der Kreissparkasse Ludwigsburg, ergänzt: „Unserer Stiftung ‚Jugendförderung, Arbeit und Soziales' liegt das Thema Sprachförderung sehr am Herzen. Wir stellen der ‚Projektstelle Sprachförderung Grundschule‘ vier Jahre lang 50.000 Euro jährlich zur Verfügung, damit sie Grundschulen im Landkreis bei ihrer Sprachförder-Arbeit unterstützen kann.“

Weitere Informationen zur „Projektstelle Sprachförderung Grundschule“ finden Sie unter www.bildungsregion-landkreis-ludwigsburg.de. 3.8.2015