Fachtag im Kreishaus – Erstes regionales Aktionsbündnis „Sehen im Alter“ gegründet

Landrat Dr. Haas: „Auch vor dem demografischen Hintergrund benötigt der Sehverlust im Alter größere öffentliche Aufmerksamkeit“

Die Mitglieder des regionalen Aktionsbündnisses "Sehen im Alter" von links nach rechts: Sabine Backmund (BSV Württemberg e.V.), Lothar Kämmle (Kirchliche Sozialstation Sachsenheim), Dr. Ina Kortüm (Augenärztin), Prof. Dr. Focke Ziemssen (Oberarzt Uniklinikum Tübingen), Dr. Georg-Friedrich Kortüm (Augenarzt), Ursula Uhlig (Pflegezentrum an der Metter), Christian Seuß (bundesweites Aktionsbündnis „Sehen im Alter“), Dr. Birgit Berg (Ärztin beim Landes-gesundheitsamt), Landrat Dr. Rainer Haas
Die Mitglieder des regionalen Aktionsbündnisses "Sehen im Alter" von links nach rechts: Sabine Backmund (BSV Württemberg e.V.), Lothar Kämmle (Kirchliche Sozialstation Sachsenheim), Dr. Ina Kortüm (Augenärztin), Prof. Dr. Focke Ziemssen (Oberarzt Uniklinikum Tübingen), Dr. Georg-Friedrich Kortüm (Augenarzt), Ursula Uhlig (Pflegezentrum an der Metter), Christian Seuß (bundesweites Aktionsbündnis „Sehen im Alter“), Dr. Birgit Berg (Ärztin beim Landes-gesundheitsamt), Landrat Dr. Rainer Haas

Ein Fachtag mit dem Titel „Wenn die Augen schlechter werden“ fand kürzlich im Ludwigsburger Kreishaus statt. Er wurde vom Kompetenzzentrum Senioren, das beim Landratsamt angesiedelt ist, in Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband (BSV) Württemberg e. V. organisiert. Dabei wurde ein neues regionales Netzwerk ins Leben gerufen. Nach der Einrichtung des bundesweiten Aktionsbündnisses „Sehen im Alter“ vor zwei Jahren in Bonn stellte die Ludwigsburger Veranstaltung den bundesweit ersten Fachtag auf lokaler Ebene dar. Landrat Dr. Rainer Haas sagte zur Begrüßung: „Auch vor dem demografischen Hintergrund benötigt der Sehverlust im Alter eine größere öffentliche Aufmerksamkeit.“

„Sehverlust ist ein signifikantes Altersrisiko, vergleichbar mit anderen typischen Alterskrankheiten, beispielsweise Diabetes, Demenz, Schwerhörigkeit oder Herzerkrankungen. Er hat den Status einer Volkskrankheit“, machte er deutlich. Mit zunehmendem Alter steige das Risiko, an einer Degeneration der Makula (zentraler Bereich der Netzhaut) zu erkranken. Der Landkreis möchte daher für das Thema sensibilisieren und über Hilfen und Möglichkeiten aufklären. Es gehe darum, bestmögliche Rahmenbedingungen für ein menschenwürdiges Leben im Alter zu schaffen. In Veranstaltungen biete das Landratsamt daher, so der Chef der Kreisverwaltung weiter, Fachinformationen und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Er würdigte in diesem Zusammenhang auch die hervorragende medizinische Versorgung durch die niedergelassenen Ärzte und Kliniken im Kreis Ludwigsburg, und dankte allen Beteiligten und Referenten für die Organisation und Teilnahme an dem Fachtag.

Christian Seuß, Koordinator des bundesweiten Aktionsbündnisses „Sehen im Alter“, ist die Vernetzung der verschiedenen Fachdisziplinen ein wichtiges Anliegen. In der vor zwei Jahren verabschiedeten „Bonner Erklärung“ hat sich das Bündnis zum Ziel gesetzt, vermeidbaren Sehverlust zu verhindern und erblindeten Menschen eine optimale Unterstützung zuzusichern. In seinem Grußwort wies er auf die Bedeutung des Themas hin und gratulierte dem Kreis Ludwigsburg zu dem neuen regionalen Aktionsbündnis: „Der Landkreis Ludwigsburg gehört, genauso wie der BSV Württemberg e.V. mit seiner Koordinationsstelle für das ‚Sehen im Alter‘, zu den Pionieren in der Seniorenarbeit. Hoffentlich folgen viele Kommunen in Baden-Württemberg und in allen anderen Bundesländern diesem Vorbild.“

Hauptreferent des Fachtags war Prof. Dr. Focke Ziemssen von der Augenklinik des Universitätsklinikums Tübingen. Er erläuterte die augenmedizinischen „Gründe, Konsequenzen und Möglichkeiten bei Sehverlust im Alter“. Sabine Backmund vom BSV Württemberg e.V. informierte über „Hilfsmittel & Co für die häusliche Versorgung“, um eine selbstständige Lebensweise zu erhalten. Heimleiterin Sabine Domhan referierte über „Demenz und Sehverlust in der stationären Pflege“ und Christian Seuß stellte schließlich Selbsthilfeinitiativen, politische Anliegen sowie das Beratungsangebot „Blickpunkt Auge“ vor. Begleitend gab es eine Hilfsmittel-Ausstellung sowie Informationen von Vertretern des BSV Württemberg e. V. und des Kreisseniorenrats Ludwigsburg e.V. 13.7.2016