Erste gemeinsame Sitzung des deutschen und französischen RGRE-Präsidiums

Landrat Dr. Haas: „Ich freue mich sehr, dass so viele Teilnehmer zur ersten deutsch-französischen Präsidiumssitzung nach Ludwigsburg gekommen sind“

Landrat Dr. Rainer Haas (vordere Reihe, Vierter von rechts) mit seinen Kolleginnen und Kollegen des deutschen und des französischen RGRE-Präsidiums.
Landrat Dr. Rainer Haas (vordere Reihe, Vierter von rechts) mit seinen Kolleginnen und Kollegen des deutschen und des französischen RGRE-Präsidiums.

Zur ersten gemeinsamen Sitzung des deutschen und des französischen Präsidiums des Rats der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) hatte Landrat Dr. Rainer Haas seine Kollegen aus ganz Deutschland und Frankreich nach Ludwigsburg eingeladen. Am Dienstag und Mittwoch waren rund 30 Teilnehmer aus den beiden Ländern zu Gast im Kreishaus. Landrat Dr. Rainer Haas, der selbst einer der Vizepräsidenten der deutschen Sektion des RGRE ist, sagte: „Ich freue mich sehr, dass so viele Teilnehmer zur ersten deutsch-französischen Präsidiumssitzung nach Ludwigsburg gekommen sind. Hierfür hätte es keinen geeigneteren Ort geben können, als Ludwigsburg mit seiner langen und bedeutenden deutsch-französischen Geschichte.“

Bei der zweitägigen, nicht-öffentlichen Sitzung ging es vor allem um Themen, die für die Kommunen in beiden Ländern relevant sind, beispielsweise Migration, Energie und Subsidiarität. Außerdem befassten sich die Teilnehmer mit der geplanten Gebietsreform in Frankreich sowie den Bestrebungen, den Umfang des Deutschunterrichts an französischen Schulen zu reduzieren. Weiter wurde über Möglichkeiten zur verstärkten Zusammenarbeit der beiden Ländergruppen beraten. Der Landrat stellte bei seiner Begrüßung den Landkreis und die mit der deutsch-französischen Geschichte eng verbundene Stadt Ludwigsburg vor und ging auf die Bedeutung des politischen Mehr-Ebenen-Systems und des Prinzips der Daseinsvorsorge in den europäischen Ländern ein. „Inzwischen betreffen mehr als 80 Prozent der EU-Richtlinien unsere Arbeit auf kommunaler Ebene. Daher ist es wichtig, dass wir uns auf europäischer Ebene Gehör verschaffen. Hierfür ist die Arbeit eines Interessenverbandes, wie es der RGRE ist, unerlässlich“, war er sich mit den anderen Teilnehmern einig.

Neben der Sitzung, die im Mittelpunkt der Tagung stand, konnten sich die Gäste bei einer Führung im Ludwigsburger Schloss über die wichtigen Etappen in der deutsch-französischen Geschichte Ludwigsburgs informieren, angefangen mit dem Besuch Napoleons bei König Friedrich I. von Württemberg über die Rede Charles de Gaulles an die deutsche Jugend im Jahr 1962 bis hin zur 50-Jahr-Feier der Rede mit Beteiligung der deutschen Bundeskanzlerin und des französischen Staatspräsidenten. Daneben stand ein Besuch im Holzheizkraftwerk Ludwigsburg als Modellprojekt zur kommunalen Energieversorgung sowie im Deutsch-Französischen Institut auf dem Programm der deutsch-französischen Delegation.

Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) ist der einzige wirklich europaweite Dachverband von kommunalen und regionalen Gebietskörperschaften und reicht noch über das Territorium der Europäischen Union hinaus. In ihm sind 57 nationale Kommunalverbände aus 41 europäischen Ländern (Sektionen) zusammengeschlossen. Die deutsche Sektion wiederum umfasst rund 800 europaengagierte Städte, Gemeinden und Landkreise. Die kommunalen Spitzenverbände auf Bundesebene (Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund) sind ebenfalls Mitglieder der Deutschen Sektion des RGRE. 15.5.2015