Ein Ankerplatz für 150 Sprachförder-Paten an 42 Grundschulen

Projekt des Schulamts und der Bildungsregion wird seit 2013 von der Kreissparkasse gefördert

Im Eröffnungsvortrag präsentiert Dorothea Moll, Leiterin des Projekts am Schulamt, ein Video, das beispielhaft zeigt, wie gelingende Sprachförderung ablaufen kann. Hassan* und Amira*, beide neun Jahre und erst seit wenigen Monaten in Deutschland, sitzen sich gegenüber an einem Tisch, auf dem ein aufgeschnittenes Baguette, Salatblätter, Käse- und Tomatenscheiben sowie Zwiebelringe liegen. Die Materialien sind aus Stoff und sehen täuschend echt aus. Hassan fragt Amira unsicher, womit sie ihr Baguette belegt haben wolle. Amira überlegt. Sie zählt langsam und stockend die Beläge auf: drei Scheiben Käse, drei Scheiben Tomate und drei Mal Zwiebel. Hassan führt die Bestellung aus und bedankt sich mit dem eingeübten Satz: „Bitte schön, guten Appetit!“ – „Gut gemacht!“, lobt die Sprachförder-Patin, die mit den Jungen die Übungen durchführt, „das klappt doch immer besser.“ Dann erklärt sie den Schülern, worauf sie noch achten müssen.

„Die Anzahl der teilnehmenden Grundschulen und der Sprachförder-Paten ist jährlich angestiegen. Inzwischen engagieren sich rund 150 Sprachförder-Paten an 42 Grundschulen im Landkreis“, berichtet Moll. Die Ehrenamtlichen helfen den Kindern im Unterricht oder betreuen sie einzeln. Das Projekt „Sprachförder-Paten“, das vom Staatlichen Schulamt Ludwigsburg in Kooperation mit der Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg durchgeführt wird, startete 2013.

Durch die Förderung der „Stiftung Arbeit, Jugend und Soziales der Kreissparkasse Ludwigsburg“ erhalten die Ehrenamtlichen auch eine Aufwandsentschädigung für ihr Engagement. „Uns liegt das Thema Sprachförderung sehr am Herzen. Frühestmögliche Förderung ist gerade in diesem Bereich unerlässlich. Wir stellen den Schulen für das Projekt deshalb noch bis 2021 jährlich 50.000 Euro zur Verfügung“, sagt Pressesprecherin Isabel Kurz von der Kreissparkasse Ludwigsburg.

„Das Beispiel mit Hassan und Amira zeigt sehr schön, wie mit ansprechenden Sprachfördermaterialien Kinder motiviert werden können“, erläutert Lieselotte Seemüller, die im Schulamt zuständige Schulrätin für die Sprachförderung. Die zahlreichen innovativen Bücher, Brettspiele, Figuren, technischen Geräte und so weiter werden von den Gästen interessiert begutachtet und getestet.

Ab sofort können die Materialien in einem Klassenzimmer an der Konrad-Kocher-Schule, das von der Stadt Ditzingen als Schulträger zur Verfügung gestellt wurde, ausgeliehen werden. „Wir profitieren bereits seit vielen Jahren von der Unterstützung der Ehrenamtlichen an unserer Schule und freuen uns deshalb sehr, dass der ,Ankerplatz Sprache‘ nun bei uns untergebracht ist“, sagt Ulrike Smolarek-Zimmer, Schulleiterin der Konrad-Kocher-Schule Ditzingen. 18.1.2019

* Die Namen der beiden Kinder wurden geändert.